«Xhamadani vija vija»

12. September 2019 07:46; Akt: 12.09.2019 11:26 Print

Secondos singen in Armee albanisches Volkslied

Ein Video zeigt Secondos, die in der Armee eine albanische Hymne singen. «In ihrer Brust schlagen zwei Herzen», so ein Militärsoziologe.

Das Video kursiert derzeit auf Tiktok.
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Secondos in der Armee sorgen einmal mehr für Schlagzeilen: In einem Video, das auf Tiktok kursiert, singen Angehörige der Armee mit viel Hingabe das Lied «Xhamadani vija vija», das als inoffizielle Hymne Grossalbaniens gilt. Übersetzt heisst es im Refrain sinngemäss: «Wie die Fäden dieser Jacke (Xhamadani), so eng sind Kosovo und Albanien. Oh wie gross ist Albanien.»

Das Video unter dem Hashtag #swissarmy erntete bereits fast 800 Likes. Das Lied darin zelebriert die Einheit von Albanien und Kosovo.

Tiktok-Nutzer üben Kritik

Andere Nutzer haben kein Verständnis, dass Secondo-Soldaten in Uniform eine albanische Hymne singen. Sogar der Ruf nach Ausschaffung wird in den heftigen Kommentaren laut. Darauf reagieren die Secondos mit Humor: «Mir tut die Schweiz ein bisschen leid. Ausländer haben die Schweiz eingenommen, keiner kann uns stoppen.»

Armeesprecher Daniel Reist sagt auf Anfrage, die Armee habe keine Kenntnis des Videos. Ein Problem sieht er aber nicht: «In dieser informellen Form im geschlossenen Auto stört uns das nicht.»

Zwei Herzen in einer Brust

«Im Milizsystem leisten auch Doppelbürger Dienst. Da ist es klar, dass diese auch ihren kulturellen Hintergrund in die Armee mitbringen», sagt Tibor Szvircsev Tresch, Militärsoziologe an der Militärakademie (Milak) an der ETH Zürich. Bei diesen Armeeangehörigen schlügen gewissermassen zwei Herzen in einer Brust.

Möglicherweise sei das Video als Folge einer Gruppendynamik entstanden. Trotzdem findet Szvircsev Tresch die Aktion «nicht schön». «Von der Armee erwartet die Bevölkerung Neutralität.» Er sieht noch ein weiteres Problem: «Mit solchen Aktionen werden andere Minderheiten innerhalb der Armee – in diesem Beispiel etwa die Serben – provoziert, was zu Konflikten führen kann.»

Wäre die Hymne in der Öffentlichkeit gesungen worden, könnte dies laut Szvircsev Tresch eventuell aber disziplinarische Folgen haben. Wie etwa im Frühling 2015, als Soldaten im ÖV mit der albanischen Flagge posierten.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Unsere Welt am 12.09.2019 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Mich macht das nur traurig. Ich liebe und schätze die Schweiz . Jeder der in einem Land lebt sollte Dieses auch wertschätzen. Nur weil wir so grosszügig sind, haben sehr viele Menschen eine Stelle und geregeltes Einkommen. Schade, dass es so wenig Dankbarkeit und Rücksichtnahme auf unserer Welt gibt.

  • TommyM am 12.09.2019 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da hat die

    Integration wohl nicht ganz geklappt... Ein Schweizer mit Nationalstolz wird schnell der Rechten Szene zugeordnet. Wenn Secondos Nationalstolz zeigen stört das niemanden... ich tscheggs nicht.

  • momo27 am 12.09.2019 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Treu?

    Die frage ist, für wenn kämpfen sie im Notfall? Sorry aber ganz sicher nicht für uns.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dj Redflame am 13.09.2019 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Ist eine Normaler Song der als Hymne Albaniens von den Medien verkauft wird, dabei geht die Hymne Albaniens ganz anders, aber egal Hauptsache man hat wieder was zum hetzen...

  • Hopp Schwiiz am 13.09.2019 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt oder Ausgrenzung?

    Leider zerstören sich eine kleine Anzahl junger Männer der dritten Generation Albaner den Ruf und Ansehen, den die erste und zweite Generation aufgebaut hat. Dies schadet allen Albanern, die in der Schweiz leben. Die jeden Tag hart arbeiten und sich anständig verhalten. Lassen es die erste und zweite Generation zu, dass sich junge Männer in der dritten Generation sich so benehmen und ihr zweite Heimat entwürdigen? Ich würde mich als junger Albaner fragen, welchen Ruf möchte ich in der Schweiz haben? Wollt ihr Akzeptanz und Respekt oder Ablehnung und Ausgrenzung? Es liegt an euch..

  • Hopp Schwiiz am 13.09.2019 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Von einander lernen und Offenheit

    Wünschenswert wäre, wenn die Schweizer auch mehr Stolz für die Schweiz entwickeln würden. Vielleicht ist es genau das, was die zurückhaltenden und anständigen Schweizer stört, wenn sie den Stolz von anderen Nationalitäten sehen. Leider ist es wirklich schwierig Personen mit einem solchen ausländischen Nationalstolz, in der Schweiz zu integrieren. Dabei spielt ebenfalls das Bildungsniveau eine wichtige Rolle. Personen aus bildungsschwachen Ländern tendieren eher zu einer Parallelgesellschaft. Es benötigt Offenheit von beiden Seiten und Deutsch B1 innert 5 Jahren für alle als Pflicht!

  • göggi am 13.09.2019 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nehmts locker

    ganz Europa ist zerstört. Mir inzwischen Wurst. Werde aber auch nicht mein Leben riskieren für irgend eine Nation! Meine Familie ist wichtig der Rest..ich erhebe keinen Anspruch darauf. Sollte jemand meine Familie Diskreditieren, egal ob Christ, Muslim, Jude, Hindu, Buddhist etc. ist dies mein Feind. Egal ob Schweizer oder nicht!

  • merci am 13.09.2019 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich

    braucht es da noch Diskussionen? Zeitverschwendung. Sie sind gegen uns. Trotzdem heiraten viele CH Frauen in andere Völker hinein. Es ist ein nicht wieder gutzumachendes Chaos. Ich als Keltischer Helvetier, schaue einfach zu. Mache den Dienst, aber kämpfe nicht für diese Schweizer.