Coronavirus

27. Januar 2020 04:56; Akt: 27.01.2020 06:39 Print

Beizen lehnen Reisegruppen aus China ab

von B. Zanni - Einige chinesische Restaurants in der Schweiz empfangen keine Reisegruppen aus China mehr. Die Sicherheit habe Vorrang, sagen Wirte.

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Seit dem Ausbruch des Coronavirus in China und zwei Verdachtsfällen in Zürich sind die Gäste aus Fernost bei einigen Wirten aber nicht mehr willkommen. Chinesische Reisegruppen füllen auf ihren Reisetours durch die Schweiz jeweils halbe China-Restaurants. Es sei traurig, was in China passiere, sagt die Wirtin eines chinesischen Resaurants im Grossraum Zürich. Aber ihr bleibe nichts anderes übrig, als den Gästen aus Sicherheitsgründen eine Absage zu erteilen. (Symbolbild) Das Virus sorgt in der Schweiz für Nervosität. Laut einem Bericht des TV-Senders «TeleZüri» sind Schutzmasken in der Schweiz zurzeit praktisch ausverkauft. Vor allem bei chinesischen Touristen seien sie gefragt, da diese die Masken mit nach China nehmen wollten. In der Bahnhof Apotheke in Schaffhausen bezogen in den letzten Tagen einheimische Kunden laut Inhaber Patrick Bolliger «vereinzelt Atemschutzmasken». Er beschwichtigt: «Ich weiss nicht, was diese Leute mit Atemschutzmasken im Schild führen.» Gemäss aktuellem Stand sei das Virus etwas aggressiver als das Grippevirus. «Es gibt zurzeit keinen Grund, ein Massensterben zu befürchten.» Einige Betreiber von China-Restaurants bleiben hingegen ruhig. «Wir wollen alle Menschen gleich behandeln. Die Chinesen können nichts dafür, dass in ihrem Land das Coronavirus ausgebrochen ist», sagt K. Siew, Wirt in einem chinesischen Restaurant im Kanton Graubünden. Zudem sei es die Aufgabe des Staates und nicht der Restaurants, das Virus in Schach zu halten. Chinesische Reisegruppen gehören in Luzern zum Stadtbild. Wegen des bevorstehenden chinesischen Neujahrsfestes werden zusätzliche Gruppen erwartet. Die Behörden und Luzern Tourismus bereiten sich auf eine mögliche Bedrohung vor, die vom Corona-Virus ausgeht. Im Notfall würden Verdachtsfälle hospitalisiert und isoliert, heisst es beim Luzerner Kantonsarzt auf Anfrage. Auch Leute, die in engem Kontakt mit einer betroffenen Person Fall gekommen wären, müssten überwacht werden. Man stehe mit der Vertretung von Schweiz Tourismus in China in Kontakt, heisst es bei Luzern Tourismus. Dieses Bild ist am Mittwoch vor einem Spital in Wuhan entstanden. In dieser Stadt wurde das Virus erstmals nachgewiesen. Das Coronavirus ist auch von Mensch zu Mensch übertragbar. Auf dem Flughafen in Wuhan werden die Reisenden auf die Viren getestet.

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Chinesische Reisegruppen füllen auf ihren Reisetours durch die Schweiz jeweils halbe China-Restaurants. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in China und zwei Verdachtsfällen in Zürich sind die Gäste aus Fernost bei einigen Wirten aber nicht mehr willkommen. «Ich habe Angst vor dem Virus. Ich lasse in meinem Restaurant darum keine Reisegruppen aus China mehr zu», sagt die Wirtin eines chinesischen Restaurants im Grossraum Zürich.

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Es sei traurig, was in China passiere, sagt sie, aber ihr bleibe nichts anderes übrig, als den Gästen aus Sicherheitsgründen eine Absage zu erteilen. «Damit will ich das Personal und die anderen Gäste schützen.» Zudem vertraue sie den Kontrollen an den Flughäfen nicht. «Ich habe das Gefühl, dass die Behörden das Virus zu wenig ernst nehmen.»

«Kontrollen sind besser für alle»

Auch Mai Le, Geschäftsführerin des Restaurants Mai in Luzern, sagt: «Würde sich eine chinesische Reisegruppe anmelden, würde ich absagen.» Zu gross sei die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Bei Suan Long in Opfikon ZH machen oft Reisecars aus China halt. «Sollte eine chinesische Reisegruppe vorbeikommen, die nicht an einem Flughafen kürzlich kontrolliert wurde, würde ich sie zuerst ins Spital schicken», sagt Geschäftsführerin Liping Ma. Erst wenn sicher sei, dass sich die Gruppe nicht mit dem Virus angesteckt habe, könne sie in ihrem Restaurant essen. «Kontrollen sind besser für alle.»

«Vorrat an Mundschützen»

Liping Ma hat ihre Mitarbeiter bereits für den Ernstfall vorbereitet. «Sobald in der Schweiz der erste Corona-Fall auftaucht, gehen meine Mitarbeiter nur noch mit Mundschutz nach draussen.» Im Restaurant stehe für das Personal bereits eine Box mit Mundschützen zur Verfügung. «Auch zu Hause haben meine Mitarbeiter einen Vorrat.»

Auch bei Schweizer Restaurantgästen hat das Coronavirus Bedenken ausgelöst. «Eigentlich hatte ich am Samstag grosse Lust auf ein Mittagessen beim Chinesen. Mir verging die Lust dann aber, als mich mein Mann an das Coronavirus erinnerte», sagt eine junge Mutter aus Rheinfelden.

«Kein Massensterben»

Einige Betreiber von chinesischen Restaurants bleiben hingegen ruhig. «Wir wollen alle Menschen gleich behandeln. Die Chinesen können nichts dafür, dass in ihrem Land das Coronavirus ausgebrochen ist», sagt K. Siew, Wirt in einem chinesischen Restaurant im Kanton Graubünden. Zudem sei es die Aufgabe des Staates und nicht der Restaurants, das Virus in Schach zu halten. «Infizierte Personen werden bereits an Flughäfen ausgesiebt.»

Nach Infektionen in Frankreich und einem Verdachtsfall in Österreich befinden sich im Zürcher Triemli-Spital zwei Personen mit Verdacht auf das Coronavirus. Über 50 Menschen starben in China bis am Sonntag bereits am Virus, mehr als 2000 sind laut offiziellen Angaben infiziert.

Schutzmasken fast ausverkauft

Das Virus sorgt in der Schweiz für Nervosität. Laut einem Bericht des TV-Senders «TeleZüri» sind Schutzmasken in der Schweiz zurzeit praktisch ausverkauft. Vor allem bei chinesischen Touristen seien sie gefragt, da diese die Masken mit nach China nehmen wollten.

In der Bahnhof Apotheke in Schaffhausen bezogen in den letzten Tagen einheimische Kunden laut Inhaber Patrick Bolliger «vereinzelt Atemschutzmasken». Er beschwichtigt: «Ich weiss nicht, was diese Leute mit Atemschutzmasken im Schild führen.» Gemäss aktuellem Stand sei das Virus etwas aggressiver als das Grippevirus. «Es gibt zurzeit keinen Grund, ein Massensterben zu befürchten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 27.01.2020 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grenzenlose Mobilität

    Grenzenlose Mobilität hat ihren Preis. Nicht nur bezüglich Klima

  • Hexxli am 27.01.2020 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht nicht!

    Man kann die Leute gar nicht am Flughafen aussieben, da man schon zwei Wochen vor Ausbruch ansteckend ist und da noch keine Anzeichen hat. Eigentlich sollte man die Flüge von und nach China streichen, aber auch das wird die Krankheit nicht abhalten in die Schweiz zu kommen. Also müssen wir wohl damit rechnen, dass wir auch hier Fälle haben werden.

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  • Don Vito Corleone am 27.01.2020 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer in der Schweiz!

    Die Behörden reagieren nicht und versagen auf ganzer Linie! Nachher heisst es: Damit hat niemand gerechnet!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian L. am 28.01.2020 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panik?

    Ich bin vergangene Woche über HongKong nach Taiwan gereist, jetzt in Vietnam, Ho Chi Minh Stadt (Saigon) Hier trägt kaum jemand eine Gesichtsmaske, es sei denn, er schütze sich vor den Abgasen. Und immerhin hat diese Stadt ca. zehn Millionen Einwohner. Ich denke wir Schweizer machen da etwas vorschnell auf Panik...

  • Sepp. am 28.01.2020 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigtuer..

    Der Bund informiert und sagt doch nichts und sollte eine Epidemie ausbrechen wussten sue von nichts, Ehm Masken kaufen solle man nicht, die bräuchten die Asisten dringender, Was vom Bund kommt,,, nur warme Luft.. Mann sind das Wichtigtuer und Drückeberger.. Ich verlange Einreiseverbot aus dem Seuchenecken China..

  • dodo am 28.01.2020 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht verharmlosen....

    Dieser Virus macht mir mehr Angst als das ,, gstürm " wegen der Grippe und sich impfen lassen !!!!

  • nuck am 28.01.2020 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierquälerei

    Tiermärkte, wie die Tierhaltung in China sind reine Tierquälerei. Einfach eine Schande, wie Sie Hunde lebendig, in kaltem Wasser Aufkochen. etc. etc.

    • JimPanse am 28.01.2020 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nuck

      aber ein Hummer im noblen Schweizer Restaurant lebendig kochen ist ok?

    • Nina am 28.01.2020 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nuck

      Und das wissen Sie weil Sie live dabei waren? Und was ist mit alten Bauerndörfen in der Schweiz (Hund und Katz)? Wenn man nicht in der Situstion ist und nicht so wie Sie aufgewachsen ist, sind Sie ebebfalls ein komischer, nicht wirklich sympatischer Mensch. Der Unterschied : die anderen Menschen akzeptieren Sie und wünschen Ihnen für Ihr Leben alles Gute

    • Menschen waren sehr respektvoll am 28.01.2020 15:40 Report Diesen Beitrag melden

      @nuck, lag es an meinen grauen Haaren?

      Das hielt mich immer ab nach China zu reisen. In Shanghai hatten wir auf einer Heimreise 1 Tag Aufenthalt und es wurde mir in keinem Land mehr Respekt zuteil als dort. Junge Menschen standen in der U-Bahn auf um mir Platz anzubieten.

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  • SKohl am 28.01.2020 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Übertreibung

    Wer will hier wieder Medis verkaufen? Das Virus ist nicht schlimmer als das Grippenvirus und da sterben pro Jahr auch einige. Diese Angstmacherei bringt gar nichts!