Ruag wird privatisiert

18. März 2019 12:57; Akt: 18.03.2019 14:05 Print

«Wir werden massiv in die Sicherheit investieren»

Der Bundesrat will den bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag aufspalten. Die internationale Sparte soll mittelfristig privatisiert werden.

Verteidigungsministerin Viola Amherd erklärt die Privatisierungspläne der Ruag. (Quelle: Youtube)

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Der Bundesrat will den bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag aufspalten und die internationale Sparte mittelfristig privatisieren. An der Medienkonferenz am Montag konkretisierte die Verteidigungsministerin Viola Amherd (CVP) den Grundsatzentscheid der Regierung.

Die Ruag wird demnach ab dem 1. Januar 2020 in eine neue Beteiligungsgesellschaft mit zwei Subholdings aufgespaltet: Die MRO Schweiz wird mit 2500 Mitarbeitenden für die Schweizer Armee produzieren, die Ruag International mit 6500 Mitarbeitenden für den internationalen Markt.

Aufteilung in Schweizer und internationale Sparte

«MRO Schweiz wird alle sicherheitsrelevanten Leistungen für das VBS erbringen, welche bisher Ruag erbracht hat», heisst es in einer Mitteilung. Dabei handle es sich in erster Linie um Wartung, Reparatur und Überholung sowie um die Instandhaltung einsatzrelevanter Systeme wie etwa Kampfjets.

In der internationalen Sparte folgt der Bundesrat der von der Ruag selbst vorgeschlagenen Option zur Bildung einer Aerospace-Gruppe. Bis der Bundesrat die Privatisierung noch einmal konkretisiert, werden in dieser internationalen Sparte auch die Bereiche Cyber und der Munitionsbereich Ammotec integriert. Diese Bereiche sollen längerfristig jedoch verkauft werden, sodass die Ruag International nur noch aus der Aerospace-Gruppe besteht.

Munitionssparte soll abgestossen werden

«Der Verkauf von Ruag Ammotec wird aus Sicht des Bundesrates die Versorgungssicherheit nicht beeinträchtigen», betont der Bundesrat in seiner Mitteilung. Schon heute seien im Bereich der Kleinkalibermunition die Schweizer Produktionsstandorte auf Komponenten aus dem Ausland angewiesen.»

Die Regierung beugt auch bereits der Kritik an einer Privatisierung des bundeseigenen Rüstungsbetriebs vor. «Der Bundesrat ist sich bewusst, dass ein Käufer von Ruag Ammotec sehr vorsichtig zu wählen ist. Insbesondere will der Bundesrat,
dass der Standort Thun weiter betrieben wird.»


(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Baselbieter am 18.03.2019 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Die erste schlechte Amtshandlung...

    Militär & Rüctung gehören nicht in Privathand, Punkt!

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  • C.Käser am 18.03.2019 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ach was

    ...wenn die Braut ersteinmal schön geschmückt ist und dann auch nur ein Chinese mit genug Geld winkt verkaufen wir die Grossmutter doch gleich mit - oder? Und dann geht das Gejammer über den Totalausverkauf der Schweiz an's nahe oder ferne Ausland wieder los.

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  • Mara am 18.03.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich verbieten

    Die RUAG hat nur und ausschliesslich für die eigene Armee zu produzieren und zu entwickeln. Exporte gehören endlich generell verboten. Eine Privatisierung ist deshalb nicht nötig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gabi Gubser am 19.03.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben nicht vergessen !

    Wie die Ruag vor Jahren dem Schweizer Volk mit massivem Stellenverlust gedroht hat um die Wahlen nach Ihrem Gusto zu entscheiden. Und jetzt das......

  • Ruedi am 19.03.2019 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Pfui, es schreit zum Himmel

    Katastrophe, es kommt wie bei den schon halb privatisierten Bundesbetrieben. Der Gewinn geht an wenige Privilegierte, das Defizit/Minus bezahlt der Steuerzahler. Und Moral und Ethik gehen wieder einmal mehr den Bach herunter.

  • Stimmbürger am 19.03.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmbürger

    Und dann sicherlich Niederlassungen im Ausland bauen und so schön ohne Probleme Kriegsmaterial an Despoten, Terroristen etc. verkaufen - ohne dass das "Neutralitätsprinzip" tangiert wird. Grandiose Lobbyarbeit wurde da geleistet... eine Frechheit

  • Patrick am 19.03.2019 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Bauchgefühl

    Im gegensatz zu Keller-Sutter hatte ich bei Amherd ein schlechtes Bauchgefühl, im Sinne, die Arbeitet für alle, aber sicher nicht für das CH-Volk. Leider bewahrheitet es sich schon im ersten Jahr.

    • Lucy am 20.03.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick

      sehe ich auch so. Zusätzlich sehe ich dass es so aussieht dass die Käuflichen analog zur Geldknappheit auch immer billiger werden.... nunja, Qualität ist in der heutigen Zeit ja schon lange kein Thema mehr, passt also zum Zeitgeist.

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  • Desmodus am 19.03.2019 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nach mir die Sintflut-Politiker

    Wie können wir uns vor unserer Politclique sichern?