Kosten für Jets und Helikopter

28. Juni 2019 13:38; Akt: 28.06.2019 13:38 Print

Ruag hat zu viel Geld von der Armee verlangt

Eigentlich hätte die Gewinnmarge des Ruag bei 8 Prozent liegen sollen. Einkassiert wurden vom Bund aber zwischen 11 und 15 Prozent.

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Der Verdacht, dass der bundeseigene Rüstungskonzern vom Bund zu viel Geld verlangte, hat sich erhärtet. Der erzielte Gewinn ist aber deutlich weniger hoch als zunächst vermutet. Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK).

Sie hat am Freitag die Zusammenfassung eines vertraulichen Berichts veröffentlicht. Die EFK hatte schon früher versucht, die Preispolitik des Rüstungskonzerns zu durchleuchten. Nachdem Medien über deutlich überhöhte Gewinnmargen berichtet hatten, legte Ruag die Zahlen offen.

Keine Manipulation bei Buchungen

Die EFK nahm daraufhin die Jahre 2013 bis 2017 unter die Lupe. Dabei zeigte sich, dass die geschätzte Gewinnmarge von Ruag Aviation bei Bundesaufträgen ohne öffentliche Ausschreibung durchschnittlich zwischen 11,6 und 14,6 Prozent. Mit dem Bundesamt für Rüstung vereinbart sind maximal 8 Prozent. Der jährliche Umsatz, den Ruag mit Aufträgen des Verteidigungsdepartements erzielte, lag bei gut 200 Millionen Franken.

Manipulationen bei den Buchungen stellte die EFK keine fest. Die Fakturierung sei vertragskonform, schreibt sie. Die überhöhten Rechnungen kamen vielmehr dadurch zustande, dass den Aufträgen zu hohe Kosten zugeordnet worden waren.

So hatte Ruag zum Beispiel zweimal eine Gewinnmarge auf Ersatzteilen erhoben. Diese werden zum Teil über die in den USA ansässige Konzerngesellschaft Mecanex beschafft. Dem VBS wurden sowohl die Marge der US-Gesellschaft als auch jene des Schweizer Ruag-Ablegers in Rechnung gestellt. Weiter ins Gewicht fielen Forschungs- und Entwicklungskosten für das zivile Flugzeug Dornier 228, Kosten für Marketing oder Zuschläge für kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andu am 28.06.2019 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Schelm....

    ....der böses denkt, aber ich bin da gar nicht überrascht ;-) Leider...personelle Konsequenzen, auch rückwirkend, wird es wohl leider keine geben da das Management wie immer keine Verantwortung übernehmen muss.

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  • Jim bean am 28.06.2019 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    War nichts anderes zu erwarten

    Die RUAG hat sich schon länger zu einem Halunken Betrieb entwickelt. Man sollte die mit voller Härte abstrafen und die logischen Konsequenzen daraus ziehen.

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  • Rolf am 28.06.2019 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem wen das der Steuer Zahler beraubt wir

    Das war mal Überlegung wen es von den Steuern bezahlt wird geht alles , so einfach . Ist auch bei den Optiker solange Krankenhkasse zählt wird auch da nicht ehrlich geschäftet .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Niklaus am 29.06.2019 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Absurd

    Was ist das eigentlich für ein Geschäftsmodell, wo man eine Marge definiert? Bis auf die Planwirtschaft habe ich jedenfalls so etwas sonst noch nie gesehen. Das kann es doch nicht sein. Jede Dienstleistung hat einen definierten Wert und diese Preise müssen marktüblich sein, man kann doch nicht einfach eine beliebige Marge bestimmen und bezahlen. Sonst sind abstruse Situationen vorprogrammiert, aber der Bund resp. der Steuerzahler bezahlt es ja. Jede private Firma würde sofort Konkurs gehen, wenn sie so geschäften würde.

  • Damorand am 29.06.2019 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forschung und Entwicklung

    Ganz etwas neues. Eine Panzermunition die X-Tausende Franken kostet und siccerlich nicht mehr kann, als ein neues Smartphone ist ein genug hohes Zeichen von Monopolausnutzung. Die Marge soll 8% betragen, dann stellt man die Forschungskosten so hoch, dass die Marge bei 40% ist. Einen Thunder am 1. August gibts schon für 1.-

    • troll am 29.06.2019 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Damorand

      Hl Und schön sueder lügnerische Parole von beschtime Elite:(.Ahja komisch ist das auch hede will gute Lohn aber gute und Kwalitet wollen die nicht!.Für mich ist das Dooppeltmorallll und lügerei vo Berner Kusch Elite......

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  • Frank Oppliger am 29.06.2019 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie man damit umgehen soll

    Das ist das Geld des Volkes. Unser Geld das jetzt an die Kantone zurückgegeben wird, das verschwindet dann auf ein Konto, ein Konto das vergessen hat, dass wir zuviel Steuern bezahlt haben. Es müssten zwei Dinge geschehen: bei der nächsten Periode weniger Steuern bezahlen und jedem Bürger 1980. CHF zurück.

  • U. Schulz am 29.06.2019 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld zurück

    Wenn die RUAG tatsächlich zu viel Geld von den Armen kassiert haben sollte, dann muss sie es ihnen natürlich zurückzahlen.

  • Raffgieriger Imker am 29.06.2019 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht.

    Wer am Honigtopf sitzt, der greift auch hinein.