SRF-Sendung

30. Oktober 2015 15:30; Akt: 30.10.2015 17:35 Print

Rüffel wegen SVP-Kritik im «Kassensturz»

Die SRF-Sendung «Kassensturz» hat sich eine massive Rüge des Ombudsmannes eingehandelt. Grund ist die «unausgewogene» Berichterstattung über die SVP.

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Steht in der Kritik: «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer. (Bild: Screenshot SRF)

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Mit deutlichen Worten hat sich SRG-Ombudsmann Achille Casanova zu einem «Kassensturz«-Beitrag über die konsumentenfreundlichsten Parteien geäussert. Seiner Meinung nach wurden die Sorgfaltspflichten mehrfach verletzt.

Der Beitrag «Parteien im Konsumenten-Check: Diese fallen durch» war Mitte September ausgestrahlt worden. Wenige Wochen vor den Wahlen wurde darin am Beispiel von fünf Vorlagen im Nationalrat eine Rangliste mit den konsumentenfreundlichsten Parteien erstellt.

Am schlechtesten schnitt die SVP ab. Das Fazit im Beitrag: Bei Abstimmungen im Interesse der Konsumenten stimme die Partei «seit Jahren dagegen».

Implizite Wahlempfehlung

Die Zürcher SVP-Nationalräte Natalie Rickli und Gregor Rutz waren mit dieser Darstellung nicht einverstanden und wandten sich an den SRG-Ombudsmann. Ihrer Meinung nach wurde in der Sendung sowohl das Vielfalts- als auch das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt, wie aus der Antwort des Ombudsmannes hervorgeht. Tele Züri berichtete am Freitag über das Schreiben, das auch der sda vorliegt.

Der «Kassensturz» habe in der Schlussphase in die politische Debatte eingegriffen – und zwar «nicht in neutraler Art und Weise als Berichterstatter», schrieben die beiden Nationalräte in ihrer Beanstandung. Die Redaktion habe Einschätzungen und implizite Empfehlungen im Hinblick auf die Parlamentswahlen vorgenommen.

Auch der Ombudsmann stellt dem «Kassensturz» in seiner Antwort kein gutes Zeugnis aus. So kritisiert Casanova die Berichterstattung als einseitig und unausgewogen. Die Gegner der konsumentenfreundlichen Vorlagen würden mit negativen Bemerkungen versehen, die Befürworter dagegen positiv gewürdigt.

Ombudsmann: «Schlicht inakzeptabel»

Dazu kämen «verschiedene Ungenauigkeiten». Bedeutender sei jedoch die Tatsache, dass die Berichterstattung auf die SVP fokussiert gewesen sei.

So habe die Sprecherin im Beitrag die Äusserung von Nationalrat Thomas Aeschi (ZG), die SVP betreibe konsumentenfreundliche Politik, mit den Worten widersprochen: «Von wegen konsumentenfreundlich! Tatsache ist: Bei Abstimmungen im Interesse von Konsumenten stimmte die SVP seit Jahren dagegen.»

Diese Formulierung ist nach Ansicht des Ombudsmannes in einer Wahlsendung «schlicht inakzeptabel». Als «noch gravierender» bezeichnet er darüber hinaus die Schlussbemerkung von Moderator Ueli Schmezer. Dieser sagte, die Konsumenten hätten es nun in der Hand, die richtigen Politiker zu wählen.

Damit habe Schmezer den «Schritt von einer Wahlhilfe zu einer Wahlempfehlung eindeutig vollzogen». Dies sei im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen «als besonders schwerwiegend zu werten».

Hier geht es zum Video der entsprechenden Sendung.

(mlr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinu am 30.10.2015 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unausgewogen berichtet?

    Nein, wer hätte das gedacht! SRF hat unausgewogen berichtet ... ... berichten die denn nicht immer so, wenn es um unsere politischen Parteien geht?

  • igel am 30.10.2015 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überraschung? ?

    Dass beim SRF nur rote hocken ist ja nicht erst seit dieser Sendung bekannt.

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  • Maggie am 30.10.2015 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja nicht neu

    In TV wird doch dauernd gegen die SVP gewettert. Sie nannten SVP ler Verbrecher, Rechtsradikale usw. Das geht alles

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Augen_auf! am 30.10.2015 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsumenten wehrt euch endlich!

    Unausgewogener als die SVP jeweils argumentiert kann SRF kaum gewesen sein. Und dann gleich betupft reagieren, wenn man selbst mal kritisiert wird. Die Beschwerde ist reine SRF-Abbau-Taktik. Dass die SVP am wenigsten für die Konsumenten tut ist ja klar, da braucht man nur die Parolen von Gewerbeverband und SVP anzuschauen. Schliesslich wollen sich ja viele Händler und Gewerbler nicht ihre überzogenen Gewinne nehmen lassen.

  • Bubu am 30.10.2015 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Heisst das nun, dass es Konsequenzen für den Sender, das Programm oder den Moderator gibt oder läuft einfach alles so weiter und ein "Meimei, böses SRF" war alles? Ach wie wäre das Theater wohl gewesen, wäre es umgekehrt gelaufen...

  • Mike am 30.10.2015 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok

    Aber so weit ich weiss sind die Leute die stetig das Benzin, Verkehr und SBB verteuern wollen nicht von der SVP. Das sind die echten Dinge die dem Portmonee des Bürgers schmerzen

  • Walter Schibli am 30.10.2015 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Lasst doch das einfach sein das Fernsehen kann doch machen was es möchte ist ok. so die Wahlen haben gezeigt das die Bürger mehr als Mündig sind, und sich weder vom Kassensturz noch von Herrn Logchamp beeinflussen lassen viele haben trotzdem SVP Gewählt und viele SVP Wähler haben aber auch der SP zu einem Ständerat in Zürich verholfen.

  • Veritas Vincit am 30.10.2015 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veritas odium parit

    Ich sehe das Problem nicht. Der Bericht beruht ja auf Fakten. Wieso sollte man die SVPler auch noch vor der Wahrheit beschützen? Es reicht doch wenn sie sich von der millionenschweren SVP-Propaganda hinters Licht führen lassen.