30. April 2008 12:00; Akt: 30.04.2008 12:33 Print

Rütli-Attentäter: Ein Wiederholungstäter

Der mögliche Urheber des Sprengstoffanschlags auf dem Rütli wird von der Bundesanwaltschaft (BA) verdächtigt, schon vor dem vergangenen 1. August einen Sprengstoffbrandanschlag versucht zu haben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dies geht aus dem Urteil des Bundesstrafgerichts hervor, mit dem das Haftentlassungsgesuch abgewiesen wurde.

Und zwar geht es um einen Attentatsversuch in der Nacht auf den vergangenen 19. Juli im Kanton Zürich. Zum genauen Ort, zum Sachverhalt und zur Person, gegen die sich der versuchte Anschlag gerichtet hatte, wollte sich die Bundesanwaltschaft nicht äussern. BA-Sprecherin Jeannette Balmer erinnerte auf Anfrage aber daran, dass schon bei der Verhaftung des Verdächtigen am vergangenen 29. Januar dringender Tatverdacht in Bezug auf mehrere Delikte bestanden habe. Dabei sei es auch um die im nun veröffentlichten Urteil erwähnten Sachverhalte im Kanton Zürich gegangen. Mit Rücksicht auf die intensiven und auf Hochtouren laufenden Ermittlungen könnten dazu aber keine Einzelheiten bekannt gegeben werden.

Dem Entscheid des Bundesstrafgerichts ist zu entnehmen, dass DNA-Spuren am Tatort des Anschlags vom Juli zum jetzt inhaftierten Verdächtigen führten. Die Spuren wurden an zwei Pet-Flaschen und an einer Roger-Staub-Mütze gefunden. Auf Grund von Fingerabdrücken hält es die BA zudem für möglich, dass damals auch ein Mittäter am Werk war. BA-Sprecherin Balmer sagte auf Anfrage, das Verfahren richte sich nach wie vor gegen den inhaftierten Beschuldigten und unbekannte Täterschaft. Zur Person des Inhaftierten machte die BA unter Berufung auf den Persönlichkeitsschutz weiterhin keine Angaben. Balmer sagte aber, der Inhaftierte verweigere bisher Aussagen kategorisch. Das Haftentlassungsgesuch war vom Bundesstrafgericht wegen anhaltender Verdunkelungsgefahr abgelehnt worden.

Auf dem Rütli war am 1. August 2007 kurz nach Abschluss der Bundesfeier mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ein kleiner Sprengsatz mittels Zeitzünder zur Explosion gebracht worden. Verletzt wurde niemand. Am 4. September detonierten dann an den Wohnorten von drei Verantwortlichen der Rütli-Feier in den frühen Morgenstunden weitere Sprengsätze; auch hier wurde niemand verletzt. Diese drei Anschläge sind ebenfalls Gegenstand des Verfahrens der Bundesanwaltschaft.


(Urteil BH.2008.6 vom 16. April 2008)

(ap)