Kurzfristige Absage

19. Juni 2011 19:24; Akt: 20.06.2011 07:33 Print

Russen blasen Besuch in Atom-Anlage ab

Vertreter der AKW-Betreiberin Axpo dürfen die Uran-Aufbereitungsanlage im russischen Mayak nicht besuchen. Offizieller Grund: Die Anlage befindet sich in einem militärischen Sperrgebiet.

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Sperrzone um Mayak. (Archivbild Greenpeace) (Bild: Keystone)

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Mehrere Schweizer Atomkraftwerke arbeiten mit Brennstäben, deren Uran teilweise in den russischen Anlagen von Mayak und Sewersk aufbereitet wird. Dies wird von Umweltorganisationen seit Jahren kritisiert. Die Region um die Anlage in Mayak ist gemäss Greenpeace sehr stark radioaktiv verstrahlt.

Wie die Axpo Holding AG am Sonntag mitteilte, musste der geplante Besuch von Axpo-Vertretern in Mayak kurzfristig abgesagt werden. Der staatliche russische Energiekonzern Rosatom habe bekannt gegeben, dass ein Besuch der Anlage nicht möglich sei, weil sich diese in militärischem Sperrgebiet befinde.

Kurzfristige Absage

Mitglieder der Axpo-Konzernleitung sowie des Axpo- Verwaltungsrates, unter ihnen der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi (SVP) und der Ausserrhoder Regierungsrat Jakob Brunnschweiler (FDP), wollten Ende Juni die Anlage besichtigen und mit den Vertretern des Betreibers und der Mutterfirma Rosatom Gespräche führen.

Noch bis vor wenigen Tagen seien die Vorbereitungen wie geplant verlaufen, dann aber sei die Absage gekommen, teilte die Axpo weiter mit. «Über diese kurzfristige Absage sind wir sehr verärgert», liess sich Robert Lombardini, Präsident des Verwaltungsrates der Axpo Holding, in der Mitteilung zitieren.

Entscheid bis Ende Jahr

Axpo-Sprecher Rainer Meier sagte, dass der Verwaltungsrat der Axpo bis Ende Jahr entscheiden werde, ob der Konzern weiterhin Uran aus Mayak beziehen soll. Die Axpo werde sich bemühen, die Anlage doch noch besichtigen zu können. «Ein Besuch wäre sehr hilfreich.»

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse sei noch nicht restlos geklärt, ob die heutigen Aufbereitungsprozesse in Mayak zu zusätzlichen Belastungen von Mensch und Umwelt mit Radioaktivität führten, hiess es weiter. Bis Ende Jahr sollten gemäss Meier aber genügend Fakten vorliegen, um einen Entscheid treffen zu können.

Mangelnde Transparenz «muss Konsequenzen haben»

Der Zürcher Regierungsrat Kägi teilte seinerseits mit, dass auch die weiteren Verwalungsratsmitglieder der Delegation, welche die Anlage besuchen wollten, «sehr verärgert» seien über die Verweigerung des Zutritts. «Wenn wir keine Transparenz über die Aufbereitungsprozesse erhalten, muss das Konsequenzen haben.»

Vorerst ist nun ein Arbeitstreffen zwischen Vertretern der Axpo und der Rosatom geplant. Ein Termin steht noch nicht fest.

Auf Grund von Recherchen von Greenpeace hatte die Axpo erstmals im September 2010 bestätigt, dass ihre Brennstäbe zum Teil wiederaufbereitetes Uran aus Mayak enthalten. Der Axpo gehört das AKW Beznau. Zudem hält der Energiekonzern Anteile an den AKW in Leibstadt und Gösgen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno Hochuli am 21.06.2011 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Warum wohl?

    Es würde ihnen die Augen überlaufen. Da würden sogar unsere Axpo Herren zu Atomkraftgegner. Ein schlechtes Zeugnis für Russland.

  • A. Kipfer am 21.06.2011 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wollen wir dies wirklich wissen?

    Ich denke, die Axpo ist eigentlich nicht unglücklich über diese Absage. Bin mir nicht sicher, ob die Verantwortlichen wirklich wissen wollen, unter welchen Bedingungen dort Brennstäbe aufbereitet werde. Da ist "leider wissen wir es nicht genau" ein recht angenehmes Statment

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno Hochuli am 21.06.2011 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Warum wohl?

    Es würde ihnen die Augen überlaufen. Da würden sogar unsere Axpo Herren zu Atomkraftgegner. Ein schlechtes Zeugnis für Russland.

  • A. Kipfer am 21.06.2011 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wollen wir dies wirklich wissen?

    Ich denke, die Axpo ist eigentlich nicht unglücklich über diese Absage. Bin mir nicht sicher, ob die Verantwortlichen wirklich wissen wollen, unter welchen Bedingungen dort Brennstäbe aufbereitet werde. Da ist "leider wissen wir es nicht genau" ein recht angenehmes Statment