Affäre Skripal

14. September 2018 01:10; Akt: 14.09.2018 09:43 Print

Russische Spione hatten Labor in Spiez im Visier

Im Frühling wurden Medienberichten zufolge zwei russische Spione auf dem Weg zum Spiezer Chemielabor in den Niederlanden festgenommen. Nun ermittelt die Bundesanwaltschaft.

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Das Labor Spiez untersuchte auch Proben im Fall des vergifteten Ex-Agenten Skripal. Das Labor wurde bereits Ziel eines Hackerangriffs und sollte nun offenbar von Russen ausspioniert werden. (Archivbild) (Bild: Keystone/Peter Schneider)

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Der «Tages-Anzeiger» und die niederländische Zeitung «NRC Handelsblad» berichteten am Donnerstagabend unter Berufung auf anonyme Quellen, die beiden verhafteten russischen Spione stünden im Verdacht, das vom Bund betriebene Labor Spiez auskundschaften zu wollen. Besonders brisant: Diese Einrichtung untersucht den Angaben zufolge nicht nur mutmassliche Giftgas-Angriffe in Syrien, sondern auch die Vorwürfe gegen Moskau im Fall des Anfang März in England vergifteten russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal.

Der Schweizer Nachrichtendienst des Bundes (NDB) bestätigte dem «Tages-Anzeiger», dass den Behörden «der Fall der in Den Haag entdeckten und dann weggeschafften russischen Spione bekannt ist». NDB-Kommunikationschefin Isabelle Graber schrieb den Angaben zufolge: «Der NDB hat aktiv an dieser Operation teilgenommen, zusammen mit seinen holländischen und britischen Partnern.» Damit habe man zur «Verhinderung illegaler Aktionen gegen eine kritische Schweizer Infrastruktur» beigetragen.

Labor war Ziel von Hackerangriffen

Gemeint ist nach Recherchen der Zeitung das Labor Spiez. Der Kommunikationschef des Labors, Andreas Bucher, sagte, er könne die Informationen des NDB nicht kommentieren. «Bestätigen können wir, dass das Labor Spiez Ziel von Hackerangriffen war. Dafür sind wir gewappnet. Daten sind keine abgeflossen.»

Laut «NRC Handelsblad» hatten die beiden Spione Ausrüstung, um in das Computernetzwerk des Labors eindringen zu können. In Den Haag befindet sich der Sitz der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OCPW), das sich intensiv mit den Ereignissen in Syrien und Salisbury beschäftigte. Eines der wichtigsten Referenzlabore ist Spiez.

Moskau hat bereits mehrfach alle Anschuldigungen zurückgewiesen, dass russische Spione für die Vergiftung von Skripal und seiner Tochter in Salisbury verantwortlich seien. Darüber hinaus streitet Russland ab, dass die syrische Armee Chemiewaffen eingesetzt hat. Moskau unterstützt in dem Bürgerkrieg die syrische Regierung.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.W. am 14.09.2018 03:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armes Väterchen Russland

    Russland hat immer alles abgestritten, sowohl in England, als auch in Syrien und in der Ostukraine und in der Krim und früher in Kuba. Es gab auch nie russische Spione. Es gibt nur den bösen Westen, der solche Behauptungen aufstellt.

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  • Jeffrey Spector am 14.09.2018 02:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Vertrauenswürdig

    Auch wenn es die vielen Russland Versteher nicht wahrhaben wollen: diesem Land unter der Führung Putins kann man nicht vertrauen.

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  • Tom am 14.09.2018 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich?

    Die Spione hätten Ausrüstung dabei gehabt um in das Computernetzwerk des Labors einzudringen! Heisst das einen Laptop? Ich dachte bis jetzt immer Hacker können von überall aus in ein Netzwerk eindringen ohne dass sie alles im Gepäck mitführen müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mk am 14.09.2018 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wacht auf!

    Merkt ihr nicht was hier läuft?ich gebe euch einen Tipp:" bei einem Krieg ist die Wahrheit immer das erste Opfer"! Was läuft an Russlands Grenzen, an der selben Stelle wie damals, und die Medien berichten kaum darüber! Wenn aber Russland in Sibirien eine Militärübung macht, fragen die Medien: " für welchen Krieg üben die Russen?" Merkt ihr nicht wie absurd verdreht das alles dargestellt wird?! Denkt mal darüber nach, was ein Krieg mit Russland für Europa bedeuten würde, wenn die Amis ihre frisch erneuerten Atomwaffen in Deutschland auf Russland gerichtet haben!

  • EMMM am 14.09.2018 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zitat

    ((Oder Putin habe die Operation rund um den Giftangriff tatsächlich nie selbst genehmigt. Das würde allerdings implizieren, dass er seinen mächtigen Sicherheitsapparat nicht unter Kontrolle habe und dessen Mitglieder ihre brutalen Racheakte im In- und Ausland im Alleingang durchführen könnten)) Das wäre für mich, eher eine schlüssige erklärung, denn selbst in USA weiss keiner so genau, was seine Geheindienste so machen. Sie sind quasi, eine Staat im Staate. Oder Deep Staate wäre die richtige Antwort.

  • pfüdi am 14.09.2018 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klarer Fall

    das ist ein klares Schuldeingeständnis der Russen!

  • Zimmerli am 14.09.2018 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das alte Lied.

    Die Anschuldigungen kommen diese von den gleichen Leuten welche Massenvernichtungswaffen im Irak "gefunden" haben?

  • es kommt wies kommt am 14.09.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    KGB Yuri Bezmenov

    Yuri hats schon lange erklärt. Der Westen hat verlernt genau hinzuschauen - gehirngewaschen von der selbsternannten Elite.