Zug-WC

04. November 2019 16:26; Akt: 05.11.2019 11:23 Print

SBB-Kundendienst gibt Tipp, wo es weniger stinkt

Ein Leser beschwerte sich darüber, dass es in der S-Bahn regelmässig nach Fäkalien rieche. Die SBB gibt ihm einen nützlichen Rat.

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«Der Gestank ist kaum auszuhalten. Und dafür zahle ich monatlich 335 Franken für mein GA?», empört sich Leser A. N.* Der Thurgauer ist regelmässig auf der Zugstrecke zwischen Wallisellen ZH und Winterthur unterwegs. Dabei soll es in der S8 bereits mehrmals stark gestunken haben. «Das ganze Zugsabteil riecht nach Fäkalien und Kanalisation. Der Geruch hält seit mittlerweile rund einem Monat an.» Nicht nur im Inneren soll sich die unliebsame Geruchswelle verbreiten, auch auf dem Bahnsteig komme einem der Gestank entgegen.

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Mussten Sie in der SBB schon wegen unangenehmen Gerüchen Platz wechseln?

Daher wandte sich N. an die SBB. In einem Mail an den Kundendienst sprach er die Bahn auf das Problem an – und bekam eine ausführliche Antwort. Im Mail erklärte ein Mitarbeiter ausführlich, unter welchen Bedingungen es auch bei modernen Zug-WCs zu unangenehmen Gerüchen in den Wagen kommen kann. Angefügt hat er eine Illustration, in der jene Sitzplätze markiert sind, auf denen man unangenehmen Gerüchen möglichst entgeht. Dabei handelt es sich um die doppelstöckigen S-Bahn-Züge des Hersteller Siemens.

«Für was zahle ich die hohen GA-Kosten?»

SBB-Sprecher Reto Schärli sagt auf Anfrage: «Was den vom Leser mehrfach wahrgenommenen Geruch verursacht, können wir im Detail nicht nachvollziehen. Hinweise auf ein systematisches Problem bei diesem Zugtyp liegen aber keine vor.» Moderne Zugtoiletten seien so konstruiert, dass unangenehme Gerüche durch kleine integrierte «Kläranlagen» von den Passagieren ferngehalten würden.

Man habe dem Leser individuellen Rat erteilt und ihn darauf hingewiesen, dass unter besonderen Verhältnissen Geruchsrückströme ins Innere des Zugs nicht gänzlich auszuschliessen seien. «Es ist auch nicht zu verhindern, dass Gerüche aus der Umwelt wie etwa frisch ausgebrachte Gülle auf einem Feld in den Zug gelangen», so Schärli.

Tunneldurchfahrt oder Zugbegegnung

Im Mail an N. werden die «besonderen Verhältnisse erläutert»: «Bei schnellen Druckänderungen, wie zum Beispiel einer Tunneldurchfahrt, bei Zugbegegnungen oder aber auch bei nicht ganz geschlossenen Türen lassen sich Rückströme in den Fahrgastraum nicht gänzlich ausschliessen.»

Auch könne das Schwarzwasser, das in die WC-Tanks geleert wird, Fäulnisgase produzieren. «Wird die Toilette gespült, entleert sich das WC mit einem starken Luftdruck in den darunter liegenden Tank. Die Tankanlage gleicht diesen Druck aus, indem sie die Gase ins Freie ausstösst. Bei ungünstigen Umständen – etwa Seitenwindeinfluss, Zugbegegnungen in Tunnels oder geöffneten Wagentüren – können diese Gase mit der Aussenluft vermischt wieder in den Fahrgastraum gelangen», erklärt der Mitarbeiter. Versuche mit Aktivkohle- beziehungsweise Chemieabsorptionsfiltern hätten bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Trotz der ausführlichen Antwort und den gutgemeinten Tipps bleibt Leser A. N.* unzufrieden: «Die Empfehlung, dass ich mich in den hinteren Teil des Zuges setzen soll, kommt mir vor, als wollte man mich abwimmeln.»

* Name der Redaktion bekannt

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 04.11.2019 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zug

    Ich bin Lokführer und nerve mich auch über verstopfte Toiletten, gerade wenn ich lange auf dem selben Zug bin und nur kurze Wendezeiten habe. Aber diese Fäkalien kommen ja nicht von der SBB, sondern von den Kunden. Es ist immer erstaunlich, wie viel Dreck und Ausscheidungen, es am Abend bei der Remisieren des Zuges hat. Und danke vielmal an dieser Stelle an das Reinigungsteam.

  • Anna am 04.11.2019 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft?

    Ist das sein Ernst? "Der Leser bleibt trotz der ausführlichen Antwort unzufrieden". Dann soll er doch einfach sein Auto nehmen und auf der ach so gut riechenden Autobahntoilette aufs Klo. Tut mir leid aber es gibt wirklich gravierende Probleme beim Pendeln.

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  • Max am 04.11.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so tragisch

    Die 335.- bezahlt man für den Transport von A nach B. Was der Betrag für das GA mit dem Gestank zu tun haben soll?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 05.11.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Bahnhof Abzocke am 05.11.2019 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe SBB

    Macht doch einfach in den Bahnhöfen gute und kostenlose Toiletten. Funktioniert am Flughafen ja auch!

  • Eros am 05.11.2019 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja aber

    Es ist aber die Wahrheit. Es stinkt andauernd aufs übelste in und ausserhalb der Züge. Und früher war das nicht so.

  • Peter Vogel am 05.11.2019 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Besser als gar keine Antwort

    Manche Leute glauben tatsächlich sie seien der Mittelpunkt der Welt. Die Säue die das Zug-WC verdrecken sind übrigens die Passagiere. Zum Glück kann ich ohne Zug Pendeln.

  • lokfuehrer71 am 05.11.2019 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir stinkts, dass jeder motzt...

    Bin ich unzufrieden mit den WC's im Zug? Ja, aber nur wenn sie nicht funktionieren... Hört mal liebe Reisende: Mit euerm Billet bezahlt ihr den Transport von A nach B. Da ist weder eine Sitzplatzgarantie noch ein Geruchstopp inklusive. Im Moment scheint es, als ob die SBB zum Urinal geworden ist, auf das jeder seinen Unmut darüber herablaufen lassen kann... Tragisch! Aber mal was anderes zu der Toiletten-Geschichte. Wenn ihr, liebe Fahrgäste, euren Gang aufs WC verschieben könntet bis der Zug fährt, haben wir Lokführer auch die Chance eins zu benützen. Denn wir müssen auch mal...