Ab Ende Jahr

17. Juli 2019 11:37; Akt: 17.07.2019 11:37 Print

SBB informiert künftig mit Push über Verspätungen

Die SBB plant einen sogenannten Pendler-Alarm für ihre App. Ab Ende Jahr sollen Push-Nachrichten Passagiere über Verspätungen informieren.

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Die SBB hat in den letzten Wochen immer wieder mit Verspätungen und Zugausfällen zu kämpfen. Das zeigt die Auswertung der privaten Plattform Puenktlichkeit.ch. Jetzt will die Politik eingreifen. Für SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher ist das ÖV-Netz ausgereizt und anfällig. «Aber dass die SBB bei Verspätungen gewisse Zughalte einfach auslässt oder Ersatzzüge ausfallen, weil keine Lokführer auf Pikett sind, ist schlicht inakzeptabel.» Graf-Litscher will die Verspätungen in der Verkehrskommission thematisieren und pocht auf Antworten von der SBB. Für sie ist klar: «Es braucht Möglichkeiten, dass im Störungsfall mehr Ersatzzüge, Ausweichrouten und Lokführer zur Verfügung stehen.» Laut Graf-Litscher ist der Bund mitschuldig, weil er von der Bahn stets mehr Effizienz verlange. «So agiert die SBB dauernd am Limit und kann es sich gar nicht leisten, Personal auf Pikett in der Hinterhand zu haben.» Für SVP-Nationalrat Manfred Bühler ist der Handlungsbedarf da, aber nicht akut. «Im internationalen Vergleich haben wir ein äusserst erfolgreiches und pünktliches ÖV-System. Über geringfügige Verspätungen von 3 bis 5 Minuten zu jammern, ist ein Luxusproblem.» Wegen der Komplexität des ÖV-Systems seien Anpassungen nicht einfach umzusetzen, so Bühler. «Erhöht man auf Strecken die Zeitreserve der Züge, gibt es dafür weniger Verbindungen. Heisst, man kann nicht gleich viele Passagiere befördern. Und Züge beliebig zu verlängern, geht aufgrund der Bahnhof-Infrastrukturen nicht.» Auch die SBB wird nun aktiv und setzt die «Expertengruppe Pünktlichkeit» ein. Sie prüft Möglichkeiten, um Verspätungen zu vermeiden. Der Tenor: Der Bahnbetrieb brauche wieder etwas mehr Luft und eine bessere Stabilität – auch wenn dies allenfalls zulasten der maximalen Leistung gehe. Laut SBB-Sprecher Reto Schärli wird die Expertengruppe am 14. August ihre Vorschläge präsentieren. Er erklärt zudem die kritisierten Verspätungen im letzten Monat. Der Vorfall am 27. Juni, als unter anderem eine verbogene Schiene bei Bern zu einem Chaos führte und rund 315'000 Kunden von Verspätungen betroffen waren, seien «zum Glück Einzelfälle und auch für die SBB inakzeptabel». Dass auf der Strecke Basel–Zürich im Juni 40 Prozent der Züge verspätet waren, darauf habe man nur bedingten Einfluss: «Diese kamen aus Deutschland schon klar verspätet an», so Schärli. SBB-Sprecher Schärli betont, einen störungsfreien Bahnbetrieb gebe es nicht: «Unsere Fachleute müssen täglich rund 500 Störungen bewältigen. Sie tun alles dafür, die Auswirkungen auf die Kunden zu minimieren.»

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SBB will in Zukunft Passagiere über ihre App mit Push-Meldungen über Zugausfälle, Verspätungen und Gleisänderungen informieren. Wie CH Media schreibt, sei dieser sogenannte Pendler-Alarm ab Ende 2019 oder Anfang 2020 geplant.

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Dieser werde aber vorerst in der sogenannten Preview-App der SBB eingeführt. Hier werden jeweils technische Neuerungen getestet und später dann in der normalen SBB-App integriert.

Mit massiven Verspätungen zu kämpfen

Laut einem SBB-Sprecher sei das Ziel, das Abfragen von Störungsmeldungen und Informationen zu Baustellen zu automatisieren. Man verzichte aber vorerst auf automatische Vorschläge für alternative Reiserouten: «Dafür wären weitergehende Informationen zum genauen Reiseziel und zum vorhandenen Billett oder Abo nötig.»

Zugausfälle, massive Verspätungen, ausgelassene Haltestellen: Die Pünktlichkeit der SBB liess in den letzten Wochen zu wünschen übrig. Wie die Auswertung der privaten Plattform Puenktlichkeit.ch zeigte, kamen auf den Hauptachsen im Juni teils bis zu 40 Prozent der Züge nicht rechtzeitig an.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xari am 17.07.2019 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wird Lustig

    Hoffentlich kann man das auch Ausschalten. Ansonsten hat man alle 2Minuten einen Alarm.

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  • EinLeser am 17.07.2019 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Manfred Bühler fährt offenbar nicht Zug

    Sonst wüsste er nämlich, dass es im internationalen Vergleich auch nirgends so knappe Anschlüsse gibt wie hier. Wenn man den Anschluss verpasst hat, sind es nicht mehr 3 bis 5 Minuten sondern mindestens 15 bis 60 Minuten und das ist kein Luxusproblem sondern ein Ärgernis. Aber als Politiker kann man sich einfach im diesem Fall ein Taxi oder gleich den Helikopter holen.

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  • Ralf am 17.07.2019 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin stolz auf die SBB

    Super! Ich bin stolz auf unsere SBB, ist nicht alles perfekt aber wer schon international geschäftlich im Zug unterwegs war schätzt unseren Service. Weiter so und positiv bleiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 17.07.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wucherpreise

    Herr Bühler. Ja das stimmt mit dem guten ÖV System und Pünktlichkeit. Nicht zu vergessen das wir dafür auch Wucherpreise zahlen. Fast kein anderes Land hat so hohe ÖV Preise wie die Schweiz. Wenn ich soviel zahle will ich auch Pünktlichkeit!

  • pendler am 17.07.2019 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum nicht eher

    endlich.. warum das nicht aus der alten App übernommen wurde weiss ich bis heute nicht..

  • Roger am 17.07.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GA Preise

    Die GA Preise sollten jetzt mal die nächsten Jahre gleich teuer bleiben und nicht jedes Jahr aufschlagen die sind langsam teuer das können sich langsam nur noch die reichen sich leisten und das darf nicht sein. Eines Tages sind sonst halt die Züge leer und dann habt ihr dann keinen Job mehr.

  • schweizer Q am 17.07.2019 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hm

    Es wird nur Info geben, wenn man zuvor nach dieser Verbindung gesucht hat. Alles andere wäre doch für die SBB vorerst zu schwer. ;)

  • BO am 17.07.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat DB schon seit Jahren

    Macht es wie die deutsche Bahn, funktioniert super und es werden sogar Alternativen angeboten.

    • Sarek vom Vulkan am 17.07.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BO

      Naja. Bei der DB macht es schon eher Sinn da ihre Bahn so oder so immer verspätet sind!

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