Putzpersonal

02. Mai 2019 11:23; Akt: 02.05.2019 11:23 Print

SBB krebst bei WC-Lohnzuschlag zurück

Die SBB strich Anfang Jahr die Zulage von 1.45 Franken pro Stunde für das Reinigen von Zug-WCs. Nun sagt die SBB: «Kein Mitarbeiter soll weniger Lohn erhalten.»

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Dreckige Zug-WCs, unzählige Graffiti in den Wagen: Bis anhin erhielten Reinigungsmitarbeiter der SBB für solch besonders unangenehme Arbeiten einen Zuschlag von 1.45 Franken pro Stunde. Seit Anfang Jahr zahlte die SBB diesen Zuschlag nicht mehr aus.

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Wie 20 Minuten Anfang April berichtete, regte sich beim SBB-Putzpersonal Widerstand gegen die Streichung der sogenannten Arbeitserschwerniszulage, die manchen rund 50 Franken pro Monat mehr Lohn einbrachte.

Gewerkschaft machte Druck

Auch die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) konnte den Wegfall dieses Lohnzuschlags nicht nachvollziehen: «Das Reinigungspersonal verdient ohnehin von allen Mitarbeitern am wenigsten. Die SBB spart hier also bei den tiefsten Einkommen», kritisierte Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni. Betroffen seien 510 Personen mit einem Jahreseinkommen zwischen 42'000 und 62'000 Franken.

«Kein Mitarbeiter soll weniger Lohn erhalten»

In einer Medienmitteilung rudert die SBB nun zurück: «Wir halten fest, dass die SBB bei den Reinigern nicht sparen will und keine Löhne senken wird.» Der Reinigungszuschlag werde neu direkt in die Löhne eingebaut, was dessen Auszahlung vereinfache. Für die am meisten belastenden Arbeiten gebe es die «Erschwerniszulage» weiterhin. «Kein Mitarbeiter soll weniger Lohn erhalten.»

Die SBB sei momentan daran, gemeinsam mit den Sozialpartnern eine gute Lösung auszuarbeiten. Die Gespräche liefen.

(mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max König am 02.05.2019 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Hätte sich niemand dagegen gewehrt, wäre es knallhart durchgezogen worden. Erst der Gang an die Öffentlichkeit zwingt die SBB dazu, dies so aussehen zu lassen, als wäre das nie geplant gewesen. Pfui, einfach pfui! Und peinlich!

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  • Seppetoni am 02.05.2019 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unbegreiflich

    Es ist schon bezeichnend, dass immer in den niedrigsten Lohnklassen eine Sparschraube angesetzt wird. Entweder um die Gewerkschaften zu unterhalten oder einfach nur aus mangelnder Wertschätzung von Mitarbeitenden, deren Arbeit sie nicht einmal mit ihrem jetzigen Büro-Gehalt verrichten würden.

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  • Alexa am 02.05.2019 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre ja auch äusserst schäbig gewesen

    den fleissigen Mitarbeitern des Reinigungsdienstes den ohnehin geringen Lohn zu kürzen ....... während die zum Teil äusserst fragwürdigen Bezüge des SBB-Managements von Jahr zu Jahr weiter aufgestockt werden!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bärgbur am 03.05.2019 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jo,derno ..

    gehen sie zuerst mal ins Ausland ,dann singen sie vor freude über ein SBB -WC !

  • Expat am 03.05.2019 04:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ansatz

    Wenigstens ein Lichtblick. Welchen Menschen kommt es überhaupt in den Sinn, bei den untersten Lohnstufen noch geizig zu sein. Die Leute leisten härteste Arbeit, viele von uns könnten das nicht, mich eingeschlossen.

  • Dumby am 02.05.2019 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsympathisch

    Warum braucht es denn zuerst immer so viel Lärm und Medien Rummel bis die SBB dann wegen einem läppischen Betrag einlenkt?!

  • Jeanmarcel am 02.05.2019 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ist halt schon schlimm bei der SBB. Weil das meiste Putz Personal sind temporäre Angestellte mit einem niedrigen Lohn. Und dann wird noch vorgeschrieben wie lange man Zeit hat das WC zu reinigen. Die Zeit wo sie kriegen ist sowieso zu kurz um es sauber zu machen (sichtreinigung). Habe selbst diese Arbeit gemacht bei der SBB.

  • ton ton am 02.05.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    seltsame finanzpolitik

    die sbb hätte ja wahnsinnig viel gespart!! am meisten bei dee morivation der mitarbeiter. sie hätten sicher nicht mehr so sauber gesputzt, was die lunden verärgert hätte, wenn man schon sparen will, soll man das beim kader tun: 10% weniger lohn bringt 10 mal mehr ersparnisse als bei den 510 wenig verdienenden putzkräften. aber soweit ist die bezriebswirtschaft bei der sbb noch nicht, dass sie dort den hebel ansetzt, wo es wirklich etwas bringt, wenn sparen, soll der ceo und sein kader mal als beispiel vorangehen. und wenn der "gewinn" von den subventionen abgezogen würde, wäre es auch billiger