Zweiter Strassentunnel

03. Januar 2016 13:17; Akt: 03.01.2016 17:49 Print

SBB machen sich für zweite Gotthardröhre stark

Das Ja-Lager bekommt im Abstimmungskampf um einen zweiten Strassentunnel unverhoffte Unterstützung: Die SBB stellen sich hinter das Milliardenprojekt.

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Die zweite Röhre soll den Verkehr beruhigen: Stau am Gotthardtunnel. (Archiv) (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

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Die Schweiz stimmt am 28. Februar über eine zweite Röhre im Strassentunnel am Gotthard ab. Nun bekommen die Befürworter im Abstimmungskampf unerwartete Unterstützung: Ausgerechnet die SBB stehen hinter dem Milliarden-Projekt, wie das Unternehmen gegenüber dem «SonntagsBlick»bestätigt.

Die Bundesbahnen wollen sich solange für den Vorschlag stark machen, bis die auf «nationaler und europäischer Ebene» festgeschriebene Kapazitätsbegrenzungen auf bestehendem Niveau fortbestehe, heisst es weiter. Dabei hatte sich die Bahn zuvor mehrfach für die Schiene – und gegen höhere Kapazitäten auf den Strassen ausgesprochen.

Tunnel-Gegner sind schockiert

Die Tunnel-Gegner sind von der Haltung der SBB überrascht. «Ich bin entsetzt», sagt Kurt Schreiber (72) von der Kundenvereinigung Pro Bahn. Es sei ein Eingeständnis, dass die SBB den Verkehr am Gotthard nicht bewältigen könne.

Jon Pult, Bündner SP-Politiker und Präsident der «Alpeninitiative», vermutet, dass das Uvek-Departement von Doris Leuthard die SBB zu dieser Haltung zwinge. «Leuthard setzt die SBB wohl massiv unter Druck», sagt er. «Das ist Unfug», kontert das Departement von Leuthard. Die «Alpeninitiative» wolle damit lediglich von gravierenden Nachteilen ablenken, die eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene mit sich bringen würde.

«Zweite Gotthardröhre ist verfassungswidrig»

Alt-Bundesrat und Verkehrsminister Moritz Leuenberger betonte im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» (zum Artikel), dass der Bau der Neat auch mit der Sanierung das Strassentunnels begründet wurde: «Warum haben wir die Neat gebaut? Sie schafft eine attraktive Verbindung ins Tessin und zurück, gerade auch während der Sanierung des Strassentunnels. Nicht zuletzt mit diesem Argument wurde der Bau der Neat begründet.» Es sei in den längsten Bahntunnel investiert worden, damit Lastwagen von der Strasse wegkommen. Für Leuenberger ist darum die zweite Gotthardröhre verfassungswidrig.

(nab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mike am 03.01.2016 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer alles diskutiere

    hört auf zu diskutieren und fängt mit der röhre an.

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  • Werni am 03.01.2016 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher ist sicher

    Logisch. Ansonsten würden die Grenzen des ÖV und des Bahnverlades jedem offenbar.

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  • Kurt Flückiger am 03.01.2016 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB

    Das finde ich super auch bei der sbb gibt es scheinbar vernünftige personen.kf

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lars am 04.01.2016 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    STEUERGELD-VERSCHWENDUNG FÜR SBB

    Überall, auf allen Medien-Kanälen wie Medien - Schweiz-Aktuell - Tagesschau usw. wird für 2. Gotthard-Röhre Werbung gemacht. Das Volk muss dringend ein Abstimmungs-NEIN in die Urne legen, weil wir uns diese Röhre gar nicht leisten können. Die CH - Finanz- und Wirtschafts-Krise lassen grüssen

    • Chrigi am 04.01.2016 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ Lars

      Wir Autofahrer haben die Röhre schon lange bezahlt. Und leider werden wir dafür nochmals bluten, denn das Geld wurde für vieles andere schon verpulvert. Siehe NEAT und co. merci Moritz.

    • Critical am 04.01.2016 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Filz

      Dieser Meinung bin ich auch. Schon wieder mischelt ein Wirtschaftszweig, die SBB mit. Mir reicht es langsam mit dem Schweizer-Filz, der sich in jede Abstimmung frech einmischt und kräftig die Werbetrommel rührt! C. Pardini meinte im Sonntalk, dass der Bund Druck gemacht habe auf die SBB... Wo sind wir angelangt?

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  • Rudolf R. Blaser am 04.01.2016 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Verfassung anpassen + 3 Röhren bauen

    Verfassung ist keineswegs in Stein gemeisselt + am Baregg ist der Verkehr jedenfalls nur deshalb so flüssig, weil dort 3 Tunnel gebaut wurden. Alpenschutz, Weltklimagipfel + Klimaerwärmung dienen nur dazu, studierte Leute in höchsten Lohnklassen auf unsere Kosten zu beschäftigen + Abzockerei durch Steuern zu legitimieren. Nach gesundem Menschenverstand waren Polkappen aber wohl länger ohne Eis, als MIT Eis. Dafür war der Meeresspiegel um 70m höher, dies zu einer Zeit, als es die Menschheit noch gar nicht gab. Ansonsten wären die Öl- und Gasvorkommen am Nordpol wohl nicht zu erklären.

    • roger am 04.01.2016 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      Der Weg zu einer

      Anpassung der Verfassung führt über eine Initiative und der steht jedem offen.

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  • Rolf am 04.01.2016 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Quer-Subvention Wahlen bezahlen

    das geht schon gar nicht. Die verantwortlich BR Doris Leuthard muss entlich der Marsch gemacht werde, da sie auf Kosten der Steuerzahler Wahl-Werbung macht.

  • Nein zur unnötigen röhre am 04.01.2016 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Die NEAT ist noch nicht einmal fertig un man will schon wieder auf die Strasse setzen. Unverständlich das man wegen ein paar Tagen Stau eine zweite Röhre bauen will. Fahre etwa 10 mal jährlich ins Tessin und habe NIE Stau. Das mit der Sanierung ist ohnehin eine oberfaule Ausrede. Die Milliarden können anderweitig viel besser eingesetzt werden.

    • Steinwerfer am 04.01.2016 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      Wovor haben Sie denn Angst?

      Sie müssen sich keine Sorgen machen. Wir Stimmbürger werden mit Sicherheit genug naiv sein, den Bau der zweiten Röhre erneut abzulehnen. Es gibt X-Argumente für den Bau und genauso viele gegen den Bau. Herzig sind einfach die Bahnverlade-Träumchen und die Mär vom verursachten Mehrverkehr .... Wenn eine Konstante im ganzen Gewusel bestand hat, dann die, dass der Verkehr so oder so zunehmen wird. Das ist eine ganz einfache Kausalität zwischen der Anzahl Menschen und der Anzahl der Fahrzeuge (Weltweit).

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  • Nick am 04.01.2016 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Die Milchkuh-Initiative will...

    "Die Einnahmen aus dem Strassenverkehr sollen konsequent in die Strasseninfrastruktur investiert werden." Die SBB kriegt offensichtlich langsam Angst vor der anstehenden Abstimmung und dass sie dadurch die Milliarden aus dem Strassenverkehr verlieren könnte.

    • roger am 04.01.2016 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Richtigstellung

      wenn die Einnahmen aus dem Strassenverkehr vollständig für die Strasseninfrastruktur verwendet werden würden, dann bliebe etwas mehr als 1 Milliarde vor. Denn ich erwarte dann, dass sämtliche Strasseninfrastruktur (inkl. Kantons- und Gemeindestrassen) plus sämtliche Nebenkosten (Reinigung, Schneeräumung, Beleuchtung, etc.) aus diesem Topf bezahlt wird....

    • Petra Wyler am 04.01.2016 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      @roger

      Dann würde ich aber auch erwarten, dass Fussgänger, Velofahrer, etc. zur Kasse gebeten würden...

    • roger am 04.01.2016 13:17 Report Diesen Beitrag melden

      Ach...

      die werden - in der Strassenrechnung (die ich für relevant erachte) werden Kantonsstrassen zu 80% und Gemeindestrassen zu 60% den Autofahrern angelastet. Heute bezahlen Gemeindestrassen überwiegend die Steuerzahler unabhängig vom benutzten (oder nicht benutzten) Verkehrsmittel und beim Kanton ist es zu einem grossen Teil nicht anders.

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