Sachen im Zug vergessen

22. August 2016 18:23; Akt: 22.08.2016 20:33 Print

SBB optimieren ihr Fundbüro

Zwischen Mai und Juli verzeichnete die SBB eine Rekordmenge an Fundstücken. Mit einem neuen System sollen künftig 60 Prozent der Gegenstände zurückgeben werden können.

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Mit steigenden Passagierzahlen, steigt auch die Zahl der verlorenenen Gegenstände: Zugreisende in einem Intercity Richtung Bern. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Im Oktober führt die SBB ein neues Informatiksystem für ihr elektronisches Fundbüro ein. Die Betroffenen können dann präziser nach ihren verlorenen Gegenständen suchen. Damit sollen die Chancen erhöht werden, dass die Fundstücke wieder zu ihren Besitzern zurückfinden.

Zwischen Mai und Juli dieses Jahres erreichte die Zahl der Gegenstände, die in den Zügen liegengelassen oder verloren wurden, einen neuen Rekord: 33'000 Meldungen registrierte die SBB während dieser drei Monate, wie Sprecher Jean-Philippe Schmidt auf Anfrage sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «La Liberté».

Mit den steigenden Passagierzahlen nehme auch die Menge an Fundstücken zu. Doch zwischen Mai und Juli verzeichnete die SBB jeweils Spitzenwerte. Vor allem liegen gelassene Kleidungsstücke hätten die Zahl in diesem Jahr in die Höhe getrieben, sagte Schmidt. Er führt den Anstieg auch auf die wechselhaften Wetterbedingungen zurück.

Zeichnung malen

Im Durchschnitt fanden im letzten Jahr 54 Prozent der Fundstücke wieder zu ihren rechtmässigen Besitzern zurück, 2002 waren es noch 30 Prozent gewesen. Das Bahnunternehmen hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, 60 Prozent der Gegenstände zurückgeben zu können. Dazu hat es ein neues Informatiksystem entwickelt, das eine detailliertere Erfassung ermöglicht.

Bei verlorenen Kleidern zum Beispiel können die vergesslichen Besitzer ihren Suchauftrag in Zukunft mit Zeichnungen und Farbtönen ergänzen, während früher nur Beschreibungen möglich waren. Auch der Inhalt von Taschen und Koffern soll von nun an minutiös erfasst werden, damit die Reisenden ihre Besitztümer genauer identifizieren können.

82 Prozent der Portemonnaies

Der Anteil an wiedergefundenen Gegenständen variiert von Objekt zu Objekt: Von 14'000 verlorenen Handys konnten 68 Prozent an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Bei den Portemonnaies ist der Anteil mit 82 Prozent noch höher. Kleider hingegen werden mit 23 Prozent relativ selten wieder gefunden.

Doch die SBB sammelt nicht nur in ihren eigenen Zügen verlorene Taschen, Velos oder Portemonnaies zusammen. Sie hat mit rund 15 anderen Transportunternehmen einen Vertrag abgeschlossen, um den Fundservice zu zentralisieren. Darüber hinaus koordiniert die SBB ihre Stelle mit rund 30 anderen Fundbüros wie zum Beispiel denjenigen auf den Flughäfen.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Random am 22.08.2016 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toller Service

    Ich habe letzen Mai mein Portemonnaie im Zug liegen lassen. innerhalb einer Woche konnte ich es am Bahnhof meiner Wahl abholen. Alles Bargeld war noch drin. Der Kondukteur hatte es nach meiner Vermisstmeldung sofort gefunden. Die SBB ist nicht immer über alle Zweifel erhaben aber dieser Service hat grosses Lob verdient.

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  • Pitsch am 22.08.2016 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat's vergessen

    Wer den Kopf nicht bei der Sache hat, darf der SBB keine Vorwürfe machen.

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  • LostInSpace am 22.08.2016 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaube keiner Statistik, die ...

    Diese Statistik hinkt. Bei einem verlorenen Handy oder Porte-Monnaie wenden sich die Besitzer fast zu 100% an die SBB. Bei einem verlorenen Hut macht man sich die Mühe gar nicht erst.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Janina am 23.08.2016 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Unehrlicher Finder

    Habe vor knapp zwei Wochen mein Natel im Zug liegen lassen. Bis jetzt hat SBB es nicht gefunden. Sind also auch nicht alle freundlich, ehrlich und hilfsbereit wie man denkt. Hoffe, dass der Finder es doch noch an SBB zurückbringt anstelle fremdes Gegenstand zu behalten.

  • Not satisfied am 23.08.2016 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB nicht wirklich hilfreich

    Also ich habe selbst sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Bin mit dem letzten Zug aus Paris in Zürich angekommen die Putzkolone war schon im Zug als wir ihn verließen. Mein Kollege aus Amerika hatte Souvenirs unter dem Sitz vergessen. Selbst 15mim später als ich die Sachen als vermisst gemeldet hatte wurden diese NIE gefunden, komisch.... Da hier auch ein zwei wertvollere Dinge dabei waren.

  • Musikerin am 23.08.2016 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Service ist top

    Habe schon meine Bratsche im Zug vergessen... Waren schlimme 2 Stunden, bis die SBB angerufen hat und mit mitgeteilt hat, dass der Kondukteur sie gefunden hat. Dank GA habe ich nicht einen Franken bezahlt...

  • Leona Weiss am 23.08.2016 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Contra

    Ich habe meinen Schirm im Zug vergessen und sollte 15.- Bearbeitungsgebühr bezahlen für meinen alten verlorenen Schirm! Ich habe ihn bis jetzt nicht abgeholt.

    • Ton Mg am 23.08.2016 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leona Weiss

      Das geht mir genauso..Service fuer die früher noch echt wertgeschätzten Besitzer eines GA 1. klasse wird immer mehr abgebaut...zum Ausgleich steigt der Preis und der Lohn der Geschäftsleitung der SBB kontinuierlich an.Merci Viu nou

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  • Spyy83 am 23.08.2016 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tipp

    Wer ein ÖV-Abo hat, sollte unbedingt seine Handynummer aktuell hinterlegen. Wir versuchen zumindest bei uns, die Personen persönlich direkt zu erreichen. Oft kann dann relativ unkompliziert und zeitnah eine Übergabe organisiert werden. Auch muss ich da ein Lob an Swisscom aussprechen. Sie sind die einzigen, die anhand der SIM-Referenz die Kunden ausfindig machen und für uns den Kunden auf dem Postweg informiert, wo sie das Handy abholen können. Alle anderen Anbieter tun sich extrem schwer damit oder haben kein Interesse daran.