«Umstrittener Wirkstoff»

27. Juni 2019 09:48; Akt: 27.06.2019 12:33 Print

SBB setzen auf heisses Wasser statt Glyphosat

Glyphosat ist stark umstritten. Die SBB versprühen jährlich zwei bis drei Tonnen des Wirkstoffs. Nun wollen sie auf eine umweltschonende Methode setzen.

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Die SBB setzt für die Unkrautbekämpfung so viel Glyphosat ein wie kein anderes Schweizer Unternehmen. Auf ihrem über 7600 Streckenkilometer langen Schienennetz versprühen sie jährlich zwei bis drei Tonnen des Wirkstoffs. Das entspricht einer Menge von rund 5500 Litern.

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Dabei ist der Wirkstoff stark umstritten. Die Internationale Agentur für Krebsforschung, eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, bezeichnete das Pflanzengift 2015 als «wahrscheinlich krebserregend für Menschen». Im Wasser, in Pflanzen und sogar im menschlichen Urin lassen sich Rückstände davon finden.

Einsatz von heissem Wasser

Nun reagieren die SBB – auch auf zunehmenden politischen Druck hin – und wollen bis 2025 ganz auf den Einsatz von Glyphosat verzichten. Wie Sprecherin Ottavia Masserini zum «Tages-Anzeiger» sagt, möchte man in Zukunft auf den Einsatz von heissem Wasser setzen.

Bei dieser umweltschonenden Methode wird das Wasser einem Tankwagen entnommen, mit Durchlauferhitzern auf 100 Grad erwärmt und mittels Düsen auf Unkraut und Moos gesprüht. Diese sterben danach ab.

Dafür haben die SBB in den letzten Monaten ein neues Heisswasserspritzfahrzeug entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Art Tankwagen auf Schienen. Dieser hat eine spezielle Funktion und kann so die Pflanzen erkennen.

Einen Nachteil hat diese neue Methode mit heissem Wasser. Sie tötet kleine Tierchen. Wie es auf der Internetseite der SBB heisst, würden «aufgrund der Vielfalt der natürlichen und baulichen Gegebenheiten entlang der Bahnstrecken» deshalb mehrere Ersatzlösungen zu Glyphosat zum Einsatz kommen.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MinnieMaus am 27.06.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Warum erst 2025?

    Warum brauchen sie dazu nochmals 6 Jahre? Bis dann hat es keine Bienen mehr. Sofort umsteigen, wäre eine Leistung und würde Engagement zeigen. Oder müssen sie zuerst ihr Lagerbestände versprühen?

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  • Ruedi am 27.06.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schade....

    brauchts immer (politischen) Druck bis etwas passiert.... Eigentlich ganz erbärmlich....

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  • Fred am 27.06.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Mal eine wirklich gute Neuigkeit von Seiten SBB, das darf auch mal gesagt werden. Stänkerer werden jetzt sagen: Warum nicht früher? Ich sage: Besser spät als nie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Benno Steinmann am 27.06.2019 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem für Bienen

    Glyphosat hat auf Bienen keinen direkten negativen Einfluss...

  • Death Parade am 27.06.2019 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    nachteil es sterbeb kleine tierchen? und durch das glyphosat sterben mehr als nur kleine tierchen

  • Adam Smith am 27.06.2019 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfrei

    Die Frage ist doch, wieso überhaupt das "Unkraut" weg muss. Auf häufig gefahrenen Strecke erledigt der Zug das Unkraut doch selbst: Geht es hier nur um einen falsch verstandenen Sinn für Ordnung?

    • Felix am 27.06.2019 20:54 Report Diesen Beitrag melden

      Es heisst bei uns

      sinnlos, nicht sinnfrei.

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  • Simon am 27.06.2019 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nikotin und Kaffe ist schädlicher

    nd ich super.Wird Glyphosat sowie alle anderen Herbizide auf unbewachsenen Boden versprüht(Kiesplätze schotter usw...)kann der wirkstoff nicht von den Bodenorganismen abgebaut werden.Gelangt somit ins grundwasser.Genau diese Mittel welche auch von privaten auf ihrem Vorplatz zwischen den Steinplatten verwendet wird,werden der Landwirtschaft in die Schuhe geschoben,welche die Mittel korrekt und Umweltschonend anwendn...

  • Kenner am 27.06.2019 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch, erst jetzt?

    Naja, wenn die SBB Glyphosta auf die Schotterflcähen bei Ihren Schienen sprüht, verstossen Sie gegen den Gewässerschutz. Herbizide und andere FPlanzenschutzmittel dürfen nur auf Bewachsene Flächen ausgebracht werden, also Flächen auf denen Pflanzen wachsen. Kies-, Schotter und Belagsflächen sind strengstens Verboten.

    • Idi am 27.06.2019 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kenner

      Da kenn Mal einer wieder die Gesetze nicht....haha

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