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14. Oktober 2019 03:25; Akt: 15.10.2019 11:21 Print

Busse wegen Lokführer-Mangel bei der SBB

Auf einer Nebenlinie zwischen Solothurn und dem Baselbiet ist am Wochenende kein Zug gerollt.

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Den SBB fehlt es an Lokführern. (Symbolbild) In den vergangenen Wochen wurde noch ein anderes Problem bekannt: Trotz Platzreservierung mussten Passagiere den Intercity nach Lugano vor dem Gotthardtunnel verlassen. Der Zug war völlig überfüllt. Aus Sicherheitsgründen darf der Zug dann nicht durch den Gotthardtunnel fahren. Deshalb mussten Passagiere in Arth-Goldau aus dem Zug aussteigen. Auch am Sonntag, 13. Oktober war der Intercity von Mailand nach Zürich total überfüllt, weil drei Wagons fehlen, wie Leser S.B, berichtet. In Lugano und Bellinzona seien die stehenden Passagiere aufgefordert worden den Zug zu verlassen, «doch die meisten sind einfach nicht ausgestiegen», so S.B. Als Entschuldigung verteilte die SBB 6-Franken-Gutscheine an die stehenden Personen. Bereits am Samstag, 5. Oktober, waren die Züge von Zürich ins Tessin überfüllt. Mehrere Personen wurden gebeten, den Zug zu verlassen, wie Leser-Reporter berichteten. «Kurz vor der Haltestelle Zug wurden wir darüber Informiert, dass alle Reisenden ohne gültige Reservierung dort aussteigen müssen und den nächsten Zug eine halbe Stunde später nehmen müssen», berichtete eine genervte Leserin. «Bei Arth Goldau kam die Durchsage, dass 30 bis 40 Leute aussteigen müssen. Der Zug fahre sonst nicht weiter», berichtete ein weiterer Leser. «Der erste Zug ab Zürich HB ist bumsvoll», so Leserin A. B. In mehrere Kantonen haben die Herbstferien letzte Woche begonnen. Viele zieht es darum in den Süden – beispielsweise nach Como (Bild) ... ... oder Lugano. Auch A. D.* klagte, dass der Intercity nach Lugano vergangene Woche überfüllt gewesen sei. Die SBB begründet die Aufforderungen zum Aussteigen mit Sicherheitsbestimmungen für den Gotthardtunnel.

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Die SBB hat wegen Lokführermangels auf einer Nebenlinie zwischen Solothurn und dem Baselbiet am Wochenende einen Tag lang den Zugverkehr eingestellt und anstelle Busse fahren lassen. Betroffen war die «Läufelfingerli»-Linie Olten-Läufelfingen-Sissach am Samstag.

Die SBB informierte die Kunden am späten Freitagabend per Bahnverkehrsinformation über den Busbetrieb und nannten als Grund eine «kurzfristige Änderung im Personaleinsatz». Eine SBB-Sprecherin erklärte gegenüber «CH Media»-Zeitungen vom Montag, dass der Grund der aktuell angespannte Personalbestand bei den Lokführern sei.

Lokführer fehlten den Angaben zufolge nicht zuletzt wegen des erwarteten hohen Passagieraufkommens am Wochenende im Freizeitverkehr und entsprechenden Massnahmen. Statt die lokale Verbindung zwischen dem Bahnknoten Olten und dem Baselbiet sicherzustellen, wurde Personal auf die Regio- und Fernverkehrslinien verschoben. Die SBB-Sprecherin bedauerte die Unannehmlichkeiten und bat die Passagiere um Entschuldigung.

Schweizweites Problem

Vergangene Woche wurde bekannt, dass auch Reisende der Matterhorn-Gotthard-Bahn im Wallis wegen Personalmangels zwischen Brig und Fiesch zu Randzeiten auf das Postauto umsteigen müssen.

Der Mangel beim Lokpersonal ist ein schweizweites Phänomen. So fehlen im SBB-Personen- und -Gütervekehr pro Tag rund 30 Lokführer. Die SBB richtet eine Sonderzulage von 80 Franken für Lokführer aus, die an ihren freien Tagen einspringen. Die BLS zahlt ihren Lokführern bis April 2020 eine Prämie von 100 Franken, wenn sie eine zusätzliche Schicht übernehmen. Die Bahnen wollen zudem mit neuen Kampagnen auch ältere Quereinsteiger für den Lokführerberuf gewinnen.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MrG am 14.10.2019 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstgemacht

    Die Lokführer halt mal besser bezahlen dann findet man auch wieder welche. Bei den Ticketpreisen der SBB sollte das ja locker drin liegen.

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  • Daniel am 14.10.2019 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einstiges Vorzeigeunternehmen

    Das einstige Vorzeigeunternehmen wurde zu tode gemanagt! Da kann es noch tiefer sinken?

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  • M. D. am 14.10.2019 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ältere Quereinsteiger

    LiebeSBB, was heisst ältere Quereinsteiger? Wie alt darf ich noch sein? Auch Ü 60 ? Wenn wir schon bis 70 arbeiten sollen...bitte um genaue Altersangabe .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ü-Fünfzig am 14.10.2019 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    man kann auch warten...

    ...bis die Babyboomer pensioniert sind. Wenn es soweit ist, können mich die Arbeitgeber auch. Habe mich vor 2 Jahren zum 4ten mal beworben. Ich könnte schon längst fahren. Unterdessen bin ich schon 56. weiterschlafen?

  • Benno am 14.10.2019 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Reaktion vom CEO

    und wieder mal eine Glanzleistung der Geschäftsleitung der SBB. Es ist so komisch still, Noch-CEO Meyer fühlt sich wahrscheinlich wie gewohnt nicht verantwortlich für diese Fehlplanung; oder ist seine letzte Aufgabe, den goldenen Fallschirm vorzubereiten?

  • Fritz am 14.10.2019 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    SBS

    Früher wurden die Lokführer auf allen Zügen eingesetzt und heute gibt es durch Trennung von G & P viele Leerläufe. Zum Lohn ist es leider so dass durch halb Privatisierung der SBB, die höheren Kaderlöhne in unanständige Dimensionen stets gestiegen sind und die Löhne der Büezer z.B. Lokführer stagnierten oder bei Neuanstellungen der Grundlohn viel tiefer ist und das Lohn Maximum kaum jemals erreicht werden kann.

  • christian am 14.10.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Lohn von 110'000chf

    Lokführer verdienen bis zu 110000chf

  • Edgar Amsler am 14.10.2019 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Missmanagement

    Das war nur der Anfang! 13 Jahre Missmanagement von Hrn. Meyer zeitigen immer grössere Folgen! Der grosse Knall kommt dann vermutlich beim Fahrplanwechsel im Dezember.