Zigi auf dem Perron

01. November 2017 20:08; Akt: 02.11.2017 10:44 Print

SBB testen komplett rauchfreie Bahnhöfe

Ab Ende 2018 könnte Rauchen beim Warten auf dem Perron nicht mehr erlaubt sein. In einer Testphase sollen drei verschiedene Nichtraucher-Regelungen ausprobiert werden.

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Die SBB erwägen ein Rauchverbot in sämtlichen Schweizer Bahnhöfen ab Ende 2018. Bis zum definitiven Entscheid der Konzernleitung Mitte des nächsten Jahres sollen die rauchfreien Zonen an fünf bis sechs verschiedenen Standorten getestet werden.

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Dies geht aus einem Papier hervor, aus welchem das Onlineportal der «Neuen Zürcher Zeitung» am Mittwochabend zitiert hat. Das Dokument liegt der Nachrichtenagentur sda vor.

Pilotprojekt aufgegleist

Unter dem Titel «Rauchfreier Bahnhof. Pilot.» stellt Christian Fricker, SBB-Fachspezialist im Gebiet Bahnhofmanagement, die Ziele der Bundesbahnen vor. Demnach sollen die SBB mit dem Fahrplanwechsel 2018 die Nichtraucherregelung an den Bahnhöfen einführen.

Zuvor wird ein Pilotprojekt aufgegleist, mit welchem verschiedene Optionen getestet werden. Damit wollen die SBB auch zu «einer öffentlichen Diskussion über die Nichtraucherregelung an den Bahnhöfen» anregen. Weiter soll der Verschmutzungsgrad durch Zigarettenstummel in den typischen Raucherbereichen gemessen werden.

Basel, Nyon und Stadelhofen

Konkret sieht das so aus: In einer Testphase von zwölf Monaten sollen drei verschiedene Nichtraucher-Regelungen ausprobiert werden: ein komplett rauchfreier Bahnhof (Basel SBB, Nyon VD und Zürich Stadelhofen); Raucherzonen auf den Perrons (Bellinzona) sowie Raucherlounges in Zusammenarbeit mit Swiss Cigarette (Neuenburg).

Dazu werden Kunden befragt, Presseberichte ausgewertet und Leserkommentare analysiert. Auch der Austausch mit verschiedenen Organisationen ist geplant. Über das Pilotprojekt soll an den verschiedenen Bahnhöfen «intensiv und fokussiert» kommuniziert werden.

Entscheid noch nicht definitiv

SBB-Sprecherin Franziska Frey bestätigte auf Anfrage der SDA die Pläne der SBB, «im Verlauf des Jahres 2018 an fünf bis sechs Standorten einen Praxistest mit erweiterten rauchfreien Bereichen durchzuführen». Entscheide über die genauen Standorte wie auch über die genaue Umsetzung des Versuchs seien aber noch nicht gefallen.

«Ebenso wurde kein Entscheid gefällt, die Bahnhöfe der SBB generell rauchfrei umzugestalten.» Klar sei nur, dass die Bundesbahnen regelmässig prüften, wie die Aufenthaltsqualität an Bahnhöfen erhöht werden könne. Dazu gehöre auch die Frage des Rauchens und der durch wegggeworfene Zigarettenstummel verursachte Aufwand für die Reinigung der Bahnhöfe.

Dass die SBB über eine Anpassung der Raucherregelung diskutierten, machte das Unternehmen in einem Blogbeitrag vom März 2017 öffentlich. Markus Streckeisen, Leiter Bewirtschaftung bei SBB Immobilien, schrieb in diesem Beitrag: «Und darüber, ob die bestehende Raucherregelung noch zeitgemäss ist, werden wir sicher auch noch intensiv diskutieren.»

Ausland als Vorbild

Die Raucherregelung an den Bahnhöfen ist laut den SBB ein konstantes Thema bei den Kundenanfragen. Der Schutz vor Passivrauchen sei für die SBB ein wichtiges Thema, heisst es im Papier weiter.

Mit dem Fahrplanwechsel Dezember 2005 wurde ein Rauchverbot in den Zügen umgesetzt. Im europäischen Vergleich sind die Raucherregelungen an den SBB-Bahnhöfen sehr liberal. In den vergangenen Jahren habe der Druck aber zugenommen, schreiben die SBB.

Beispielsweise in Frankreich, Italien, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Spanien herrscht ein komplettes Rauchverbot auf Bahnhöfen. In Deutschland und Norwegen darf nur in markierten Raucherzonen auf den Perrons geraucht werden.

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Many H. am 01.11.2017 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Heute erlebt...

    Sass in der Mittagspause rauchend auf einem öffentlichen Platz, ca. 20m entfernt von anderen, weil ich die nicht mit Rauch belästigen wollte. Eine Mutter kam mit ihrem Kleinkind und setzte sich direkt neben mich (keine 2m Abstand). Ich wäre nie direkt neben eine nichtrauchende Person gesessen, geschweige denn neben ein Kind. Aber als sie in diesem Szenario provokativ anfing zu husten und mich böse anschaute, konnte ich einfach nicht anders als zu lächeln und friedlich weiter an meiner Zigi ziehen. Sorry aber ächt!

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  • Max König am 01.11.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Finde ich in Ordnung (bin auch Raucher), aber klar gekennzeichnete Raucherzonen mit genügend Aschenbechern wären schon auch eine Lösung.

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  • Sasiendo am 01.11.2017 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    Find ich gut. Mich stört vor allem die liegengelassenen Zigis, paffen bis kurz vorm Einsteigen und dann auf den Boden schmeissen, obwohl der Abfall 2m neben dran wäre. eine alternative wären ggf. Raucherzonen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hugo am 03.11.2017 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Strafen und sauber ists.

    Guckt mal nach Singapur! Hohe Strafen und der Bahnhof ist sauber - so einfach ist das.

  • Nichtraucher am 03.11.2017 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Leben und Leben lassen

    lasst doch die leute rauchen, besser als im Zug laut zu telefonieren.

  • EinLeser am 03.11.2017 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ernst nehmen

    Gerade am Bahnhof sollte man doch Rauchen können: Der Feinstaub von bremsenden Zügen, der CO2 aus dem Atem der vielen Leute und die Bakterien aus dem Gestank der Zug-WCs sind doch in der Summe ähnlich schädlich. Wer sich da Sorgen macht muss ohnehin mit Atemschutzmaske und Sauerstoffflasche kommen.

  • Petzi am 03.11.2017 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rauchfreie Bahnhöfe und Haltestellen

    würden mir glatt ermöglichen, wieder den ÖV zu nutzen. Ich habe nichts gegen Raucher. Nur leider Asthma mit einer Überempfindlichkeit gegen Rauch und Tabak. Ich kann nicht atmen, wenn jemand innerhalb der letzen 2-3 Minuten dort, wo ich langlaufe, geraucht hat - selbst wenn der auch gelaufen ist. Auch Rauchgeruch von Kleidung von starken Rauchern kann zu Atemdepression und Ohnmacht führen. Nicht lustig.

  • Petra Schlau am 03.11.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Handy auch verbieten

    Vorausgesetzt man verbietet in der Oeffentlichkeit auch die Handys und verschont uns künftig mit diesem unsäglichen "coolen, mega, geil" Geschwätz-Gerede-Gequasel bin ich voll beim Rauchverbot dabei. Wobei das Gequasel wesentlich mehr stört, als die Raucher (bin NR).