Angst vor Randale

12. Oktober 2018 11:02; Akt: 12.10.2018 11:16 Print

SBB vermiest der SVP die Party im Zürcher HB

Die SVP wollte ihre Delegiertenversammlung im Zürcher Hauptbahnhof feiern. Doch die SBB zögert. Denn 2015 kam es zu Ausschreitungen.

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Die nächste SVP-Delegiertenversammlung vom 27. Oktober hätte in der Halle des Zürcher Hauptbahnhofs stattfinden sollen. Unter dem Motto «Wir wollen frei sein, wie die Väter waren» wollte die grösste Partei der Schweiz mitten im urbanen Zürich über 500 Delegierte begrüssen. Doch daraus dürfte nun nichts werden, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, denn aus Sicherheitsgründen zeigt die SBB grosse Bedenken.

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Bereits im Juli 2015 kam es in der gleichen Halle zu Scharmützeln, als die SVP in einer vorgezogenen 1.-August-Feier zu «SVP bi de Lüüt» einlud. Linksautonome versammelten sich, warfen Nebelpetarden und beschimpften SVP-Exponenten als fremdenfeindlich. Es kam zu Tumulten, eine Besucherin der Veranstaltung wurde verletzt. Die Polizei musste Reizstoffe einsetzen, damit die Lage nicht weiter eskalierte.

SBB rechnen mit Scharmützeln und Ausschreitungen

Aus Angst vor erneuten Ausschreitungen zögert die SBB und verlangt einen Versicherungsnachweis über 5 Millionen Franken oder alternativ die Übernahme allfälliger Personen- und Sachschäden durch die SVP selbst, wie die Zeitung weiter schreibt. Bis Ende September wollte die SBB keine konkrete Zusage machen.

Daran stört sich Benjamin Fischer, Präsident der Jungen SVP, der mit der Organisation der Veranstaltung betraut ist. «Die haben ganz bewusst auf Zeit gespielt», ist der Zürcher Kantonsrat überzeugt, der sich nun entschieden hat, die Delegiertenversammlung samt Jubiläumsfeier (die JSVP feiert ihr 50-jähriges Bestehen) ins Sportzentrum Gries nach Volketswil zu verlegen.

Wahlkampf im HB bewusste Provokation?

Bereits Anfang September hatte man die gesamte Bahnhofshalle provisorisch reserviert. «Natürlich würden wir die Halle mit einer Abschrankung abtrennen», so Organisator Fischer im «Tages-Anzeiger». Die Jungpartei habe ihr Jubiläum ohne Hintergedanken an einem «zentralen, urbanen Ort» feiern wollen, um sich als «moderne Partei im Zentrum der Gesellschaft zu präsentieren».

Für Fischer ist es «skandalös, dass die grösste Partei des Landes aus dem öffentlichen Raum verdrängt wird». Jede andere Partei, glaubt Fischer, hätte ihre Delegiertenversammung im Hauptbahnhof durchführen dürfen. Und auch die Zürcher Kantonspolizei hätte «grosse Bereitschaft gezeigt, alles zu tun, um die Veranstaltung zu schützen».

(bee)