Reise in den Süden

05. Oktober 2019 08:32; Akt: 02.12.2019 14:17 Print

Zug fährt erst weiter, wenn 40 Passagiere aussteigen

von B. Zanni - Aus Sicherheitsgründen bittet die SBB Dutzende Passagiere, in Arth-Goldau auszusteigen. Bei den Passagieren ist der Ärger gross.

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Vielerorts starteten am Samstag die Herbstferien. Leser-Reporterin A.B.* wollte mit einem Tagesausflug ins italienische Como dem tristen Wetter in der Nordschweiz entfliehen. Als der Eurocity in Arth-Goldau hielt, überraschte sie die darauffolgende Durchsage. «Der Zug war bumsvoll, sodass die Durchsage kam, der Zug fahre nicht weiter, falls hier nicht 30 bis 40 Leute aussteigen», berichtet die 59-Jährige 1.-Klass-Passagierin.

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Als Alternative sei diesen Passagieren ein Zug angeboten worden, der eine Stunde später in Lugano eintreffen sollte. «Ich empfand diese Durchsage als Nötigung. Ich hätte erwartet, dass die SBB auf den Ferienverkehr vorbereitet ist», sagt B. Da der Zug weitergefahren sei, nehme sie an, dass genügend Passagiere ausgestiegen seien. «Aber liebe SBB, gute Planung sieht anders aus. Wie wär es mit Entlastungszügen?», kritisiert die Leser-Reporterin.

«Es hat uns abgelöscht»

Y.Z.* erlebte eine Stunde später in Arth-Goldau dieselbe Durchsage. «Es hiess, dass 30 bis 40 Leute aussteigen müssen, ansonsten könne der Zug aus Sicherheitsgründen nicht durch den Gotthard Basistunnel fahren», sagt Z. Sie und ihre Begleiterin seien der Aufforderung gefolgt.

Eigentlich hätten sie einen Ausflug auf den Monte Brè in Lugano machen wollen, so die 51-Jährige. «Mit dem Chaos hat es uns aber abgelöscht. Wir fahren nun wieder nachhause und verdauen den Frust mit einem Fondue.» Sie sei enttäuscht. «Ich fahre seit 40 Jahren ÖV – sowas habe ich noch nie erlebt!»

«Die Stimmung ist angespannt und aggressiv»

Auch S.R.* ist vom Zug-Chaos betroffen. «Eine Frau diskutierte heftig mit dem Kontrolleur und gab ihm die Schuld an der Überfüllung des Zuges. Die Stimmung momentan im Zug ist angespannt und agressiv. Es wird gedrängelt, geschubst und lautstark diskutiert», erzählt die 16-Jährige.

In Rotkreuz ZG war den Reisenden laut R. mitgeteilt worden, dass mindestens 30 Personen pro Waggon den Zug verlassen müssten. Da offenbar nicht genügend Passagiere der Durchsage gefolgt seien, habe der Zug nicht durch den Basistunnel fahren können. «Unser Zug fährt nicht bis nach Lugano. Bellinzona wird unsere Endstation sein.» Vor allem für Gruppen, die reserviert hätten, sei dieser Zugausfall ein Problem.

Auch A.D.* klagt, dass der Intercity nach Lugano überfüllt sei. «Das Restaurant und die erste Klasse sind sind voll. Leute müssen auf dem Boden sitzen.»

Reservierungen seien nötig

Die SBB begründet die Aufforderungen zum Aussteigen mit Sicherheitsbestimmungen für den Gotthardtunnel. «Wir riskieren keine Menschenleben. Unser Zugpersonal ist verpflichtet, jederzeit alle Durchgänge und Notausgänge freizuhalten. Das ist nur bis zu einer Belegung von 140 Prozent möglich», sagt Mediensprecher Daniele Pallecchi. Die Passagiere, die den Zug verlassen, erhielten einen Konsumationsgutschein von fünf Franken.

Die SBB ruft Reisende dazu auf, in der Ferienzeit wie auch an Feiertagen und Wochenenden die Auslastung der Züge mit einer Fahrplanabfrage zu kontrollieren und allenfalls Platzreservierungen zu tätigen. Die Reservationsgebühr könne beim Service-Personal im Speisewagen an Zahlung gegeben werden, wenn ein Platz im Speisewagen reserviert werde.

Der Einsatz von Entlastungszügen in den Süden ist laut Pallecchi nicht unendlich möglich. «Jedes verfügbare Rad rollt an diesem Wochenende. Doch länger als 400 Meter kann ein einzelner Zug leider nicht werden.»

*Name der Redaktion bekannt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • VR 70 am 05.10.2019 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Info

    Ich finde schon, dass man die SBB informieren müsste, dass Ferienbeginn ist. ;-)

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  • Peter Meier am 05.10.2019 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sbb

    Entlastungszüge?? Ist ja alles kaput.!

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  • Tanner Egon am 05.10.2019 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbereitung

    Wenn ich ins Tessin fahre, dann nie ohne Platzreservation. Damit ist man fein raus.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Maurer am 13.10.2019 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    chillt doch mal

    Ich weiß gar nicht was das Gemeckere soll.Ich fahre immer gerne mit der SBB. Man muss halt eben gelassen seit und seine Zeit vorher vernünftig planen. Jammern auf hohem Niveau ist das doch.Leute seid doch froh dass es die SBB überhaupt gibt. Die können auch nix dafür, wenn alle meinen an einem Tag zur selben Uhrzeit fahren zu wollen. Wer an Ferienbeginn fährt, ist selber schuld.

  • Willi Huber am 13.10.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Warum hängt man nicht einen Waggon weniger dran sodass gar nicht erst so viele Leute einsteigen können? Und warum schickt man nicht 2 Züge hintereinander, um die Menschenmenge zu entlasten. Alles eine Sache der Organisation oder? In Deutschland ist es ähnlich. Da kommen die Züge mit stundenlangen Verspätungen oder gar nicht mehr. Einzelfall ja nee is klar !!!!

  • Erstfeld am 08.10.2019 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB Saft Laden P

    16.19 Erstfeld wider Aussfall Dubblis SBB es Reicht lsngsam eine Hürra Saurrei.Von Häne und Meyerli

  • Der Linke am 08.10.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel Geld und Zeit...

    Die Schweizer haben zuviel Geld und sie wissen nichts zumachen ausser ins Tessin schnell reisen ..für ein Kaffee man gönnt sich sonst nichts..wenn man nicht sparen.. muss das Geld irgend wie weg...oder

  • Kenner am 08.10.2019 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Jeden Tag Storungen ist eine Saurrei......