Krimiserie

13. Februar 2011 00:30; Akt: 13.02.2011 12:36 Print

SF zieht erste Folge des «Tatorts» zurück

Der erste Schweizer «Tatort» ist ein Reinfall: Einige Passagen sind offenbar derart misslungen, dass sie überarbeitet werden müssen.

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Das Schweizer Fernsehen ist überzeugt, dass man sich mit der ersten Schweizer Folge vom «Tatort» blamieren würde: Stefan Gubser und Mona Petri in einer Serie der Folge «Wunschdenken». (Bild: Keystone)

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Noch unter Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre hatte das Schweizer Fernsehen entschieden, dass wieder Schweizer «Tatort»-Folgen gedreht werden sollen. Die Serie hat 88 Millionen Zuschauern im deutschsprachigen Raum - jetzt ziehen die Fernseh-Verantwortlichen die Notbremse, um eine Schlappe vor dem Publikum zu vermeiden.

Nathalie Wappler, Kulturchefin des Schweizer Fernsehens (SRF), hat entschieden, dass die erste schon abgedrehte Folge vorerst nicht gesendet werden darf: «Mit diesem Tatort sehen wir schlecht aus», sagte sie gegenüber der «SonntagsZeitung». Einzelne Passagen der Eigenproduktion seien derart misslungen, dass sie überarbeitet werden müssen.

SF will plumpe Schweizer Klischees entschärfen

Der Sendetermin der Folge mit dem bezeichnenden Namen «Wunschdenken» müsse verschoben werden. Die «plumpen Schweizer Klischees» sollen entschärft werden. Als Beispiel wird genannt, dass der TV-Kommissar in eine Sammlung von Kuhglocken stürzt und ohnmächtig wird. Dazu fehle es an «Witz, Spannung und Lokalkolorit».

Regisseur Markus Imboden versteht die Vorwürfe nicht: «Ich finde den Krimi ganz ordentlich, wobei er vielleicht etwas konstruiert wirkt.» Die Kritik, Luzern komme zu wenig gut weg, weist er von sich: «Die Geschichte spielt im Luzerner Wahlkampf, eine reiche Familie wird erpresst.» Drei Mal sei die Kapellbrücke im Bild, zehn Minuten sei der Luzerner Bahnhof im Bild und die Szenen von Luzern an einem strahlenden Tag seien wie auf der Postkarte.

Sofia Milos eine «Fehlbesetzung»

Kritisiert wird vom Schweizer Fernsehen auch der «CSI Miami»-Star Sofia Milos, deren schauspielerische Leistung im «Tator» offenbar nicht überzeugt. In diesem Punkt sind sich SF und der Regisseur einig. Wobei Imboden es in der «SonntagsZeitung» etwas deutlicher formuliert: «Milos ist eine Fehlbesetzung.»

(ske/ast)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F. Weimann am 13.02.2011 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück zum Bodensee

    Tja, da wär der Kommissar Flückiger wohl besser am Bodensee geblieben anstatt sich versetzen zu lassen.

  • Carmen Kaiser am 13.02.2011 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlbesetzung

    Imboden verbockt Tatort und Milos ist schuld? Fehlbesetzung ist wohl eher bei Regie und Drehbuch zu suchen. Ganz billige Ausrede.

  • Paul Meier am 14.02.2011 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist doch

    wohl eher so, dass sich die neue TV Leitung hier profilieren will. wesshalb sonst nimmt sie einen Film aus dem Programm der noch von der vorgängigen TV Leitung als für ok befunden wurde.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sonja am 18.02.2011 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst Zuschauer entscheiden!

    Also echt, eine Frechheit von SF. Lasst doch das Publikum entscheiden! Wir sind mündig genug, zu sagen ob uns der neue Tatort gefällt oder nicht. Und ansonsten gäbe es noch einige doofe Sendungen am TV, auf die man gut & gerne verzichten könnte...

  • Mark am 16.02.2011 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nathalie Wappler ist eine Fehlbesetzung

    Dass die Schweizer dem Druck aus Deutschland nicht standhalten können war eigentlich von Anfang an klar. Vor einem Jahr war noch von einem "großen Coup" die Rede und jetzt ist der Star aus CSI plötzlich eine Fehlbesetzung und der Film angeblich zu schlecht um gesendet zu werden. Wers glaubt wird selig.

  • Beat Roth am 15.2.11 am 15.02.2011 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    SF "Basching"

    Was nicht erwähnt wird... man hat das SF beim herstellen nicht mit einbezogen. Es wurde von privaten produziert... SF "basching" ist einfach cool. Man weiss es halt besser und hat ja auch eine Videokamera zu hause. Das ist ein Notstop und sehr nötig.

  • Paul Meier am 14.02.2011 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist doch

    wohl eher so, dass sich die neue TV Leitung hier profilieren will. wesshalb sonst nimmt sie einen Film aus dem Programm der noch von der vorgängigen TV Leitung als für ok befunden wurde.

  • peter winkler am 14.02.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    gubser auswechseln

    die fehlbesetzung ist wohl eher gubser!