Kindesentführungen

01. Februar 2011 10:49; Akt: 01.02.2011 11:16 Print

SMS-Alarmsystem der Polizei gestartet

Bei Kindesentführungen können die Schweizer Polizeikorps die Bevölkerung neu auch via SMS alarmieren. In den SMS wird ein Internetlink mit Zugriff auf ein Foto des Opfers angegeben.

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Der Versand der Entführungsalarm-SMS durch die Mobilfunkanbieter sind gratis. (Bild: Keystone)

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Vermisste Minderjährige können seit dem 1. Januar 2010 via Radio und Fernsehen, Autobahn-Anzeigetafeln sowie Durchsagen an Bahnhöfen und Flughäfen gesucht werden. Die Nachrichtenagentur SDA ist ebenfalls an dem national koordinierten Alarmsystem beteiligt.

Ab sofort werden Alarmmeldungen zusätzlich auch durch die Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Orange auf die Handys der dafür registrierten Benutzer übermittelt.

Anmeldung, Abmeldung und Veränderungen bei der Postleitzahl sind kostenpflichtig, der Versand der Entführungsalarm-SMS durch die Mobilfunkanbieter sind gratis, wie die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) am Dienstag mitteilte.

In 30 Minuten aufgebaut

Den Alarm lösen die kantonalen Strafverfolgungsbehörden aus. Sie sind für den Inhalt der Meldung zuständig, die in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfasst wird. Die Meldungen aus der Bevölkerung werden von einem Call-Center entgegengenommen, das im Bundesamt für Polizei innert 30 Minuten aufgebaut werden kann.

Den Anstoss für das Alarmsystem hatte die Entführung der fünfeinhalbjährigen Ylenia am 31. Juli 2007 in Appenzell gegeben. Der Nationalrat überwies im April 2009 stillschweigend eine parlamentarische Initiative vom damaligen Ständerat und jetzigen Bundesrat Didier Burkhalter (FDP/NE).

(sda)