Warnsystem

05. Februar 2014 11:39; Akt: 05.02.2014 11:39 Print

SMS statt Sirene im Katastrophenfall?

Die Schweizer Bevölkerung könnte in Zukunft per Kurzmitteilung vor AKW-Unfällen, Erdbeben und Hochwasser gewarnt werden. Der Bund prüft ein SMS-Alarmsystem.

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Diese Sirenen über den Dächern von Zürich könnten in Zukunft von SMS abgelöst werden. Der Bund prüft derzeit ein Katastophen-Warnsystem über Handys. (Bild: Keystone)

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Heute Nachmittag werden ab 13.30 Uhr schweizweit rund 7800 Sirenen getestet. Der ohrenbetäubende Lärm könnte aber bald einem Piepston weichen: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) prüft die Einführung eines SMS-Alarmsystems.

Wann die ersten Alarm-Kurzmitteilungen verschickt werden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Noch sind viele Fragen offen. «Die Einführung eines SMS-Alarms ist schwieriger, als sich das ein Laie vorstellen kann», erklärte Babs-Sprecher Kurt Münger gegenüber der «Aargauer Zeitung».

Es bestehe die Gefahr, dass das Netz im Notfall überlastet werde und zusammenbricht. Eine weitere Hürde stellen die Grundeinstellungen der diversen Handys dar. Die nötigen Anpassungen liessen sich gemäss Münger nicht leicht kommunizieren und erklären. Finanzielle und rechtliche Fragen kommen hinzu. So muss geklärt werden, ob sich jemand aus Datenschutzgründen dem Service entziehen kann.

Holländer erhalten Warn-SMS

Bei der Umsetzung ist der Bund auf die Telekommunikationsfirmen angewiesen. Erste Gespräche laufen gemäss der Swisscom bereits.

Erste Efahrungen mit Warn-SMS gibt es schon: Im Kanton Basel-Stadt werden Hörbehinderte mit einer Kurzmitteilung alarmiert. In Holland kann die Bevölkerung seit zwei Jahren per SMS vor Gefahren gewarnt werden. Allerdings erreicht der Dienst weniger als 30 Prozent der Holländer – für Münger ein ungenügender Wert.

Bis die erste Warn-SMS in der ganzen Schweiz verschickt wird, könnte es noch Jahre dauern. Ein anderes Projekt hat Priorität: Der Bund will bis 2015 rund 5000 stationäre Sirenen umrüsten lassen – sie sollen über Funk- statt wie bisher über Kabelnetz gesteuert werden.

(pat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • liatia am 05.02.2014 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    ungerecht

    super, und dann hat man kein Handy, Akku ist leer oder man liest es nicht gleich, weil man nicht zu den Dauer-Handy-Süchtigen gehört. Was dann?

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  • Peränggel am 05.02.2014 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Beide Systeme verwenden

    SMS ist ja schön und gut. Jedoch hat nicht jeder sein Handy immer dabei, oder schaut alle 2 min ob was angekommen ist. Viele Personen besitzen ja auch gar kein Handy. Am besten beides, denn Redundanz schafft Sicherheit.

  • Giusy am 05.02.2014 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SMS statt Sirene

    Nicht alle besitzen ein Handy

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Feuerwehrmann am 06.02.2014 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Zusätzliches Hilfsmittel

    Das wäre sicher günstiger. Voraussetzung wäre aber, dass der Sendemast in der Nähe auch noch Funktioniert und die SMS Zentrale technisch eine einer Massen SMS Übermittlung zulässt. Ich denke Sirenen sind zuverlässiger. SMS sind aber ein gutes zusätzliches Hilfsmittel. So können gewisse Bevölkerungsgruppen, z. B. bei Hochwasser, direkt alarmiert werden ohne, dass ein Grossalarm ausgelöst werden muss.

  • DaveK am 06.02.2014 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut durchdacht

    In der Nacht schalten viele Leute ihr Handy aus. Wenn da eine SMS kommt wars dann wohl Pech!?

  • Berner Bär am 06.02.2014 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    SMS-Alarm untauglich

    Was kollabiert zu allererst im Katastrophenfall? Richtig: Das Natelnetz, weil jeder versucht, seine Bekannten in der betroffenen Region zu kontaktieren. Somit darf auch gerechnet werden, dass ein SMS-Alarm nicht nur diejenigen nicht erreicht, die kein Natel oder dieses abgestellt haben. Zur allgemeinen Alarmierung gehört die gute alte Sirene!

  • zelda am 05.02.2014 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht beides?

    Ist doch nicht zu teuer die Sirenen zu unterhalten. Man könnte beides betreiben um im Notfall die Bevölkerung zu informieren. Zudem finde ich es immer aufregend wenn die Sirenen zu Testzwecken aufheulen.

    • Robert am 06.02.2014 05:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Meine Meinung

      Schön gesagt, einfach und effizient.

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  • Ich Natürlich am 05.02.2014 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfff

    Ich bevorzuge e-mail, Sirenen sind mir zu altmodisch!