3 pro Person und Jahr

06. Oktober 2019 14:26; Akt: 06.10.2019 18:00 Print

SP-Nationalrat will Zahl der Flüge limitieren

SP-Fraktionschef Roger Nordmann will Flugkontingente einführen. Festgelegt wären diese auf drei Flüge pro Jahr und pro Schweizer Bürger.

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Schweizer sind Vielflieger: Etwa 9000 Flugkilometer legen sie im Schnitt jährlich zurück. SP-Nationalrat Roger Nordmann fordert deshalb Kontingente für Flugreisen und damit eine Maximalzahl an Flugkilometern, welche im Gleichschritt mit der Entwicklung der internationalen Bahnverbindungen gesenkt würde.

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Laut dem Fraktionschef der Sozialdemokraten genüge die Flugticketabgabe alleine nicht: «Es kann so nicht weitergehen.» Zwar führe die ständerätliche Lenkungsabgabe gemäss den Berechnungen des Bundes zu einem leichten Rückgang der Flüge, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Doch das reiche nicht aus, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Drei Flüge pro Jahr

Daher will der Waadtländer Politiker ein System überprüfen, das ähnlich wie der Handel mit CO2-Zertifikaten in der Industrie funktioniert. Dabei hätte jeder Bürger und jede Bürgerin ein Kontingent an Flügen – festgelegt wären diese auf drei Flüge pro Jahr. Ungenutzte Flüge könnte man weiter verkaufen.

Die Haltung, dass es so nicht weitergehen kann, werde, wie die Zeitung schreibt, inzwischen auch von bürgerlichen Politikern vertreten: «Ohne Massnahmen ist der Flugverkehr in ­wenigen Jahren das grösste Klimaproblem der Schweiz», sagte etwa FDP-Ständerat Damian Müller während der Debatte zur Flugticketabgabe in der kleinen Kammer.

Dass die Kontingentierung von Flügen ein interessanter Vorschlag sei, findet auch Anders Gautschi, Geschäftsführer beim Verkehrsclub der Schweiz (VCS): «Denn die Flugticketabgabe, wie sie der Ständerat vorschlägt, deckt nur einen Teil der Klimakosten ab.»

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ramses1407 am 06.10.2019 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bevormundung

    Alles und jedes soll einem in diesem Land vorgeschrieben werden. Was ist wenn ich einen Beruf habe der mich dazu zwingt mehrere Flüge pro Jahr zu tätigen? Sei es Spezialist auf einem Gebiet oder auf Montage oder, oder, oder...es gibt genug Fälle wo Vielfliegerei ein Bestandteil des Jobs ist. Vorschlag: bevor man wieder solche Ideen blauäugig herausschiesst, vielleicht einmal überlegen ob das überhaupt durchsetzbar ist und mit welchen Kosten das verbunden ist. Dies gilt auch für alle anderen vorgeschlagenen Bevormundungen aus anderen Bereichen. Aber es ist halt Wahlkampf...

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  • info am 06.10.2019 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht zu Ende gedacht

    Bürger und Bürgerinnen sind also die Bundesräte auch miteinbezogen. Das wird lustig. Und dann alle international tätigen Sportler, die müssten dann in der Nacht spielen, weil sie am Tag dauernd am Reisen sind.

  • Johnny am 06.10.2019 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Klartext

    Würde ich super finden, wenn sich jeder daran halten muss. Aber wir wissen alle, dass die Reichen, Politiker, Manager etc. dann wieder Sonderflüge habe, die sie durch Geld oder Tricks "kompensieren" können, während die Armen dann wieder nicht fliegen können. Ausserdem würde das das Ende für den Wirtschaftsstandort Schweiz bedeuten, wenn nur die Schweiz dies umsetzt. Daher wird dies nicht passieren, solange nicht global so eine Lösung umgesetzt wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl Ommerli am 07.10.2019 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fliegen

    Die Fliegerei trägt rund 2% zum Weltweiten CO2 bei! Man sollte von einem Nationalrat intelligentere Vorschläge erwarten können.Es ist kaum noch auszuhalten,was für stumpfsinnige Ideen von diversen Politikern verbreitet werden!

  • Der Vordenker am 07.10.2019 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Mit gutem Beispiel vor machen

    Gute Idee! Und die schweizer Regierung inkl. Bundesräte, National und Ständeräte, Kantons und Regierungsräte gehen mit gurem Beispiel voran und fleigen nur 2 mal pro Jahr. Natürlich gilt die Summe der Flüge aus Berufs, Geschäfts und Privatleben. Ausgenommen sind natürlich Berufspiloten die Chargo und Passagiermaschienen fliegen und die Flugbegleiter.

  • Dietmar Nigsch am 07.10.2019 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenig Flieger

    wenn die politik nicht schaut das man ein gerechten Lohn bekommt können sich die meisten nicht mehr als drei Flüge leisten, u d was machen die CEO s und Abzocker mit drei Flügen im jahr, die rufen bravo SP

  • Peter Sturzenegger am 07.10.2019 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    das ist einfach Quatsch

    Der ehemalige FDP Präsident Müller hat bei einem Abschiedsinterview auf die vielen unsinnigen Vorschläge hingewiesen, die es nie zur Abstimmung bis ins Parlament gebracht haben. Als Beispiel hätte er sicherlich auch diesen Nordmann Vorschlag benennen können.

  • Wie zu bewältigen am 07.10.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Piloten braucht's

    Wenn nur noch 3x/Jahr geflogen werden darf. Dann bräuchte aber auch mehr Piloten. Oder ist es dann nur noch für ausländische Piloten möglich, regelmäßig in die Schweiz zu fliegen? Und die Schweizer Piloten müssen ins Ausland arbeiten gehen?