«Skandal»

18. November 2019 13:11; Akt: 18.11.2019 13:30 Print

SP-Stöckli flippt nach Frauen-Frage aus

Hätte er nicht einer Frau Platz machen müssen? Auf diese Frage reagierte der gewählte Ständerat Hans Stöckli allergisch.

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Hans Stöckli (67) konnte am Sonntag triumphieren: Er wurde als SP-Ständerat im Kanton Bern wiedergewählt. Neben ihm zieht der SVPler Werner Salzmann in die kleine Kammer ein. Kaum waren die Resultate bekannt, stellte ein Journalist Stöckli eine Frage, die Stöckli aus der Fassung gebracht habe, berichtet der «Tages-Anzeiger». Der Journalist habe gefragt, ob Stöckli nicht zugunsten der Grünen-Kandidatin Regula Rytz hätte verzichten müssen, da er die Frauenwahl nun faktisch ausgebremst habe. Das erklären Sie mir jetzt», zitiert der «Tages-Anzeiger» Stöckli. Denn schliesslich habe er über 16'000 Stimmen mehr erhalten als Regula Rytz, und nun müsste er sich sagen lassen, er hätte zugunsten seiner Konkurrentin verzichten sollen? Die Frage sei ein «Skandal» und der Spass höre jetzt auf. Auch seine Kinder hätten Stöckli unterstützt und die Frage eine Frechheit gefunden, sie als diskriminierend bezeichnet, schreibt der «Tages-Anzeiger». Schliesslich habe ihr Vater zweimal das beste Resultat erlangt. Bereits im Wahlkampf war die Frauenfrage das grosse Thema. Gerade bei den Sozialdemokraten, wo der Druck, Frauen zu portieren, besonders gross war. Stöckli selbst hatte sich in Interviews während des Wahlkampfs immer wieder erklären müssen. Auf Anfrage sagte Stöckli, dass der «Bund»-Journalist MacKenzie ihm im Interview tatsächlich eine in diesem Moment unangebrachte Frage gestellt habe. «Ich habe ihm gesagt, dass ich die Frage unangebracht finde, und er hat sich dafür entschuldigt.» Die Sache sei also bereinigt.

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Hans Stöckli (67) konnte am Sonntag triumphieren: Er wurde als SP-Ständerat im Kanton Bern wiedergewählt. Neben ihm zieht Werner Salzmann (SVP) in die kleine Kammer ein. Seine Freude wurde jedoch kurz getrübt. Denn kaum waren die Resultate bekannt, stellte ein Journalist Stöckli eine Frage, die ihn aus der Fassung brachte, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

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Der Journalist hatte gefragt, ob Stöckli nicht zugunsten der Grünen-Kandidatin Regula Rytz hätte verzichten müssen, da er die Frauenwahl nun faktisch ausgebremst habe. «Das erklären Sie mir jetzt», zitiert der «Tages-Anzeiger» Stöckli. Denn schliesslich habe er über 16'000 Stimmen mehr erhalten als Regula Rytz, und nun müsste er sich sagen lassen, er hätte zugunsten seiner Konkurrentin verzichten sollen? Die Frage sei ein «Skandal» und der Spass höre jetzt auf.

Rechtfertigungsdruck

Auch seine Kinder hätten Stöckli unterstützt und die Frage eine Frechheit gefunden, sie als diskriminierend bezeichnet, schreibt der «Tages-Anzeiger». Schliesslich habe ihr Vater zweimal das beste Resultat erlangt. Stöckli habe sich im Vorfeld immer wieder anhören müssen, dass er ein alter, weisser Mann sei, was ihm auch medial Nachteile gebracht habe.

Bereits im Wahlkampf war die Frauenfrage das grosse Thema gewesen. Gerade bei den Sozialdemokraten, wo der Druck, Frauen zu portieren, besonders gross war. Stöckli selbst hatte sich in Interviews während des Wahlkampfs immer wieder erklären müssen. Eines Tages soll er entnervt gesagt haben: «Ich kann ja nicht als Frau kandidieren.»

«Die Sache ist bereinigt»

Auf Anfrage sagte Stöckli, dass der «Der Bund»-Journalist ihm im Interview tatsächlich eine in diesem Moment unangebrachte Frage gestellt hätte. Diese möchte er allerdings nicht nochmals ausbreiten. «Ich habe ihm gesagt, dass ich die Frage unangebracht finde und er hat sich dafür entschuldigt.» Die Sache sei also bereinigt.

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jonas müller am 18.11.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Fähigkeiten vor

    Richtig, dieses Mann/Frau künstliche Problem nervt schon lange. Es gibt nur geeignet oder nicht geeignet..fertig

  • Perikles am 18.11.2019 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    heisst gleiche Rechte. Unabhängig ob Mann oder Frau! Der Druck Frauen zu wählen widerspricht der Idee der Gleichberechtigung ja voll!

  • Melch am 18.11.2019 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht fähige Leute

    in der Politik und nicht des Geschlechtes wegen...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wähler am 19.11.2019 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Erkenntnis

    Schön, dass langsam auch die roten Brüder merken, dass sie von ihren Schwestern diskriminiert werden.

  • Kien R. Nellen am 19.11.2019 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Warum ist sie ins Stöckli gezogen ?

    Wenn sie eine richtige Rote wäre, hätte sie die Wahl ablehnen müssen. Dann hätte sie sich auf die gestellte Frage gar nicht einlassen müssen. Und dann wäre sie auch nicht rot geworden.

  • Heinz am 19.11.2019 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Eine unreflektierte Frage

    Ich verstehe Stöckli. Wieso kommen denn bitte manche Menschen auf die Idee, dass die politische Landschaft die Geschlechterverteilung repräsentieren müsse. Berufsgruppen sollten nach Qualifikation und Arbeitswillen eingestellt werden. In dem Fall entscheidet das Volk frei wen es für kompetent genug hält. Eine Quote in einem demokratischen System entzieht immer Wahlfreiheit und ist immer diskriminierend.

  • Frau Müller am 19.11.2019 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kanton Bern hat gewählt

    Egal oder Mann oder Frau. Es kommt auf die Fähigkeit an. Wennn die Männer besser sind, sollen sie die Posten auch bekommen. Ich wähle keine Frau wenn ich sie für unfähig halte. Ich würde nie eine Frau wählen, damit die Frauenquote stimmt.

  • Eva Maria am 19.11.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Königreich

    Hätte gern die Schweiz als Königreich König und Königin sollten weise Philosophen Sein und mit viel Liebe unser Land regieren :-))Schluss mit Abstimmungen man muss das Volk vor sich selber schützen:-)) hi hi