«Jenny-Wanessa»

14. Januar 2017 22:02; Akt: 14.01.2017 22:02 Print

SRF-Kunstfigur verärgert Transgender-Gemeinde

SRF-Blondine Jenny-Wanessa will berühmt werden – um jeden Preis. «Und dies auf unsere Kosten», sagt ein empörter Transgender-Aktivist.

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Dank Katzenvideos oder mithilfe eines Porno-Castings will eine grossbusige Blondine mit Männerstimme das Netz erobern. Wie das gehen soll, zeigt die neue SRF-Figur Jenny-Wanessa in einer Web-Serie. «Wir haben eine möglichst überspitze Kunstfigur ins Leben gerufen, die die heutige Klick-Geilheit humorvoll und satirisch wiederspiegelt», sagt Stefano Semeria, der Bereichsleiter für die junge Zielgruppe.

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Doch Alecs Recher von Transgender Network Switzerland (TGNS) ist beim Betrachten der Clips überhaupt nicht zum Lachen zumute. Dass für die Figur eine Art Transfrau gewählt worden ist, sei kein Zufall. «Hier soll Quote auf Kosten einer ohnehin schon benachteiligten Minderheit gemacht werden.» Die Sendung «Jenny-Wanessa» sei für Transmenschen verletzend und auch sexistisch. «Dass SRF als öffentlicher Sender mit plumpen Klischees erneut für Lacher sorgen will, ist verantwortungslos» so Recher.

Erst kürzlich gab's Rüge für Giacobbo und Müller

So gibt es gleich weitere Rüge für den Staatssender: «Es ist nicht das erste Mal, dass SRF Transphobie schürt», so Recher. Erst letzten Sommer hagelte es etwa für Giacobbo und Müller heftige Kritik, weil sie über die «Toilettenbesuche von Transen» Witze rissen.

Die Vielschichtigkeit der Sendung

Die aktuellen Vorwürfe weist SRF zurück: Mit der Sendung «Jenny-Wanessa» habe man nicht auf Transsexualität angespielt. Die Idee der Kunsfigur – «die äusserst selbstbwuste Jenny-Wanessa»– sei als Konzept aus einem internen Ideenwettbewerb bei SRF entstanden. «Jenny-Wanessa soll bewusst etwas sehr Künstliches darstellen», sagt Semeria.

Viele positive Rückmeldungen würden zudem zeigen, dass die Aussagen der Protagonistin verstanden werden. «Wer die Vielschichtigkeit der Sendung versteht, merkt, dass Jenny-Wanessa sehr sympathisch ist.»

Billag-Gegnerin Rickli ebenfalls empört

Doch die satirische Sendung ruft auch weitere Kritiker auf den Plan. An SRF-Direktor Roger de Weck gerichtet fragt Billag-Gegnerin Natalie Rickli (SVP) auf Facebook: «‹Jenny-Wanessa› ist nun ernsthaft Ihre Vorstellung von Service public...?»

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jvk am 15.01.2017 00:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwach

    Wenn man nicht über Witze über sich selber oder Nahestehende lachen kann fehlt einfach der Humor.

  • Expat am 15.01.2017 04:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nehmt es mit Humor

    Am Schluss ist auch bei der Satire nichts mehr erlaubt, weil sich immer eine Randgruppe benachteiligt fühlen wird. Wenn eine Mehrheit des Publikums diese Figur gut findet und darüber lachen kann hat sich die Minderheit damit abzufinden. Das nennt man dann Demokratie liebe Frauen, Männer, liebe Transgender, liebe usw.

  • davidhu_01 am 14.01.2017 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Extrem

    Ich finde man kann auch überreagieren. So ist es zum Beispiel ein Unterschied, ob man sich über eine Gruppe lustig macht, oder ob man auf diese Gruppe anspielt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • antonzum am 15.01.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach köstlich!

    Eben schaue ich ein paar Clips von der blonden Jenny an. Ich finde sie richtig amüsant und weit besser, als Berichte über Kim Kardashian! Jenny hat ein sehr hübsches Gesicht, sollte sie ein Boy sein, ist er/sie hervorragend geschminkt.

  • Sven Glinz am 15.01.2017 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lachan statt schmollen

    Man solls doch mit Humor nehmen finde ich. Nicht immer alles zu ernst nehmen, lachen ist ja bekanntlich gesund!

  • Nicole. am 15.01.2017 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh mein gott

    Die armen leutchen. Man nimmt nicht immer alles so persönlich. Man kann sich das leben auch selbst schwer machen. Naja wer keine anderen probleme hat, macht sich offenbar gerne selber welche

  • james mc'neil am 15.01.2017 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig übertrieben

    Ich hoffe die LGBT+ Aktivistem der Schweiz nehmen sich nun nicht die USA zum Vorbild und machen aus absolut allem ein Skandal. Wäre der Witz den in Ordnung wenn es eine klar heterosexuelle Frau wäre? Wieso sollte die Sexualität eine Rolle spielen? Wenn Sie sexualität permanent zum Thema machen und nicht einfach jeden machen lassen wie er oder sie will, ohne dies in den Mittelpunkt zu stellen, so grenzen Sie sich selber aus. Ein Witz oder eine Parodie soll und darf alles parodieren. Wer nicht über sich selbst lachen kann hat eine schwache Persönlichkeit!

  • Tomco am 15.01.2017 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entspannt Euch :-)

    Es ist unfassbar. Wenn über mich als Heteromann über meine sexuelle Ausrichtung eine Satiresendung gemacht wird ist es ganz egal ob die Witze unter die Gürtellinie gehen. Da heisst es, man soll sich nicht so haben oder gar humorlos sein. Bin ich heute allerdings homosexuell oder transgender dann bin ich sofort Opfer irgendeiner Diskriminierung sobald über die jeweilige Sexualität eine Satire gemacht wird. Seid doch bitte so wie ihr seid und gut aber bitte hört auf die ganze Zeit rumzuheulen und aus jeder Kleinigkeit ein Staatsdrama zu machen.