Studie

16. Februar 2018 09:49; Akt: 16.02.2018 11:19 Print

SRF berichtet negativ über No Billag

Laut einer Analyse der Uni Zürich herrscht in den meisten Medien ein negativer Tonfall gegen No Billag vor – auch bei SRF-Sendungen.

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Das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Uni Zürich hat erneut untersucht, wie kritisch die Medien über die No-Billag-Initiative berichten. Die Analyse von 1049 Beiträgen, die zwischen dem 30. Oktober 2017 und dem 4. Februar 2018 veröffentlicht wurden, zeigt: Bei fast allen Medien überwiegt die Ablehnung.

Die Forscher haben die Anzahl der negativen, positiven und kontroversen Artikel verglichen. Laut dem fög ist die Tonalität bei den Westschweizer Zeitungen «Le Matin» und «Le Temps» sowie bei der «Südostschweiz», beim «Blick» und beim «Tages-Anzeiger» am negativsten.

Negative Tonalität beim SRF

Bei der SRG wurden insgesamt 50 Beiträge von «Tagesschau», «10vor10» sowie Srf.ch ausgewertet. Auch hier ist der Tonalitätswert mit -32 auf einer Skala von +100 (ausschliesslich positiv) bis –100 (ausschliesslich negativ) klar im negativen Bereich. Noch etwas kritischer berichtet RTS in der Westschweiz. Insgesamt liegen die SRG-Angebote ungefähr im Durchschnitt aller Medien.

Weniger einseitig berichten laut der Analyse die «NZZ» (-20), die «Aargauer Zeitung» (-15), 20 Minuten (-14) und die «Basler Zeitung» (-12). Die «Weltwoche» von SVP-Nationalrat Roger Köppel hebt sich von den übrigen Medien ab. In der Berichterstattung der Zeitschrift erntet die Abschaffung der Empfangsgebühren vor allem Zustimmung (+40).

Gegner erhalten mehr Raum in den Berichten

Wie der Abstimmungsmonitor weiter zeigt, bekommen die Aussagen der Gegner deutlich mehr Raum in der Berichterstattung der Schweizer Medien. Im Schnitt kommt rund ein Viertel der Aussagen von Akteuren, welche die Initiative befürworten. 62 Prozent der Aussagen enthalten eine klare Kritik, 12 Prozent sind ambivalent. Vergleichsweise viel Raum erhalten Aussagen von Pro-Akteuren bei SRF.

Markus Horst vom Verein No Billag sagt: «SRF verdreht die Fakten nicht, aber die Agenda der Gegner bestimmt die Berichterstattung.» So würden bestimmte Argumente der Initianten lieber nicht ausgestrahlt.

SRF: «Redaktionen beachten die Ausgewogenheit»

SRF-Sprecher Stefan Wyss betont, dass es sich bei der Analyse der Universität Zürich um eine Momentaufnahme handelt. SRF berichte sachgerecht, transparent und ausgewogen über Abstimmungsvorlagen, zeige aber die Folgen einer Annahme auf. «Die Redaktionen beachten die verlangte Ausgewogenheit über den Zeitraum der gesamten Berichterstattung zu einer Vorlage, indem sich die Pro- und Kontra-Beiträge die Waage halten müssen.»

Einzelne Sendungen wie zum Beispiel «Arena» oder auch «10vor10» würden gar den Sprechanteil von Befürwortern und Gegnern stoppen. Laut Wyss erhalten «die Befürworter von No Billag mit eigenen Statements überdurchschnittlich viel Resonanz bei SRF». Das zeige auch die Studie.

Laut Studienautor Linards Udris widerspiegelt das Ergebnis die Kräfteverhältnisse der beiden Lager:«Es gibt nur wenige Akteure, die die Initiative befürworten. War es anfänglich vor allem ein Konflikt zwischen der SRG und den Initianten, kommen inzwischen immer mehr Gegner aus der Zivilgesellschaft und der Politik zu Wort.»

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G. Perez am 16.02.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Für das braucht es keine Studie. Das ist jedem mit offenen Augen und Verstand schon lange bewusst und klar.

    einklappen einklappen
  • Dandelion am 16.02.2018 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    offensichtlich

    Die Mär der 'Unabhängigkeit' ist nun auch mit Fakten widerlegt. Bestätigt mich, mit meinem JA das Richtige gestimmt zu haben.

    einklappen einklappen
  • Chris am 16.02.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mein JA ist definitiv

    Und mein Stimmzettel ist bereits eingeworfen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jamaika Jamal am 18.02.2018 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja zu No-Billag

    Man beisst nicht dir Hand die einem füttert. Macht der SRF auch nicht.

  • Monica am 16.02.2018 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super geniales und neutrales SRF

    SRF macht genial gute und neutrale Sendungen. Wenn das so ist, warum haben die Gegner so Angst um ihr SRF? Dann ist diese Abstimmung ja kein Problem, denn all diese SRF Liebhaber würden dann alle liebend gerne freiwillig ein Abo bezahlen und müssten sich nicht über die Befürworter aufregen. Ich finde es heuchlerisch der Gegner, die Befürworter so zu bashen, aber das Geld wollen sie trotzdem von uns. Mein JA ist schon auf der Gemeinde. Nicht wegen dem Geld, sondern weil ich kein neutrales TV für mein Geld bekomme.

  • Jdarc am 16.02.2018 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Ich steh zu meinem JA, aus den bereits bekannten Gründen. Ich befürchte jedoch, dass die Initiative scheitern wird. Denn in meinen Augen wurde von Anfang an, den Befürwortern systematisch Steine in den Weg gelegt. Und von Beginn an, hatten die Gegner das Bundeshaus plus die Medien fast ausschliesslich hinter sich. Und wenn man so gewinnt, kann ich NICHT mehr von einer Demokratie sprechen.

  • Akinom am 16.02.2018 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen ist gut

    Ganz am Anfang war ich gegen No Billag. Jetzt bin ich dafür , weil in unserem Betrieb wurde auch gespart wir bekamen alle weniger Lohn. Seht ich lebe noch.

  • Chris am 16.02.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mein JA ist definitiv

    Und mein Stimmzettel ist bereits eingeworfen.