Katastrophe von Halifax

14. September 2011 13:05; Akt: 14.09.2011 14:42 Print

SRF will «keine Spekulationen verbreiten»

Ein vom Schweizer Fernsehen (SRF) mitproduzierter Dokumentarfilm stellt die These auf, dass der Swissair-Absturz vor Halifax im September 1998 Folge eines gezielten Anschlags war. SRF will den Film aber nicht ausstrahlen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die bisherigen Recherche-Ergebnisse würden eine Ausstrahlung zum jetzigen Zeitpunkt nicht rechtfertigen, erklärte Chefredaktor Diego Yanez auf Anfrage. Er bestätigte einen entsprechenden Artikel im «Blick» vom Mittwoch, gemäss dem SRF deshalb auf eine Publikation verzichtet.

Umfrage
Ist der Entscheid des Schweizer Fernsehens richtig, den Dokumentarfilm über den Absturz des Fluges SR 111 bei Halifax nicht zu zeigen, weil die darin vertretene These eines Brandanschlags zu wenig gesichert ist?
28 %
72 %
Insgesamt 384 Teilnehmer

Nach heutigem Erkenntnisstand würden die Ergebnisse nicht über Indizien und Spekulationen hinausgehen. «Es kann nicht unsere Aufgabe sein, Spekulationen zu verbreiten.» Zeigen würde SRF den Film erst dann, wenn eigene Recherchen zu Ergebnissen führen würden, die über einen Indizienstatus hinausgehen würden.

Unfalluntersuchung manipuliert?

Der Film wurde zusammen mit dem kanadischen Staatssender CBC produziert und vertritt die These, dass Beweisstücke im Zusammenhang mit dem Absturz unterschlagen und die Ergebnisse der vier Jahre dauernden Unfalluntersuchung manipuliert wurden.

Die Flugzeugkatastrophe sei demnach nicht auf einen Kabelbrand im Bord-Unterhaltungssystem zurückzuführen, sondern auf einen gezielten Anschlag mit einem Brandsatz. Die Untersuchungsbehörden hätten einen Anschlag aber von vornherein ausgeschlossen.

Beatrice Tschanz, damalige Swissair-Sprecherin, hatte gemäss einem Interview im «Blick» Einblick in einige Dokumente, welche diese These stützen. «Es war ein Schock», sagte sie. Sie sei sehr beunruhigt. Damals sei sie beeindruckt gewesen von der Kompetenz des Untersuchungsleiters. «Was er sagte, war unantastbar.»

Untergang der Swissair beschleunigt

Der Swissair-Flug 111 startete am 2. September 1998 von New York in Richtung Genf. Knapp eine Stunde nach dem Start bemerkten die Piloten Rauch im Cockpit, kurz darauf stürzte die Maschine vor dem kanadischen Halifax in den Atlantik.

215 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder starben. Es war das schwerste Unglück in der Geschichte der Swissair.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Von Salis am 14.09.2011 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    Feiglinge an der Spitze

    In der Führung vom SF sitzen einfach nur Feiglinge, die dem Volk lieber so wichtige Dinge enthalten, als einmal im Leben soviel Mut zu zeigen und diesen Beitrag zu bringen.

  • Harald Schroter am 17.09.2011 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    keine Beweise

    Der Film behauptet nicht, dass der Absturz die Folge eines Anschlags war, wie Artikel geschrieben. Es wird lediglich aufgezeigt, dass einige Untersuchungsergebnisse ignoriert wurden, und auf die Ermittler Druck ausgeübt wurde. Das ist tatsächlich erstaunlich, ist aber keineswegs ein Beweis für die Anschlags-Theorie. Aus diesem Film kann man keine Schlüsse ziehen über die Unglücksursache. Aber heutzutage gibt es ja zu jedem Ereignis eine Verschwörungstheorie

  • L.S. am 18.09.2011 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Indizien unterschlagen

    Ich habe mir gerade den Beitrag angesehen. Laut mehreren Ermittlern wurde eine hohe Dosierung von Magnesium gefunden. Im abschliessenden Report stand jedoch nirgends etwas von Magnesium. Zudem hat man sich von Anfang darauf festgelegt, das es kein Anschlag sein kann. Da fragt man sich doch: Wieso wurden Informationen unterschlagen und warum schloss man einen Anschlag von Anfang an aus? Ein Anschlag hätte auf der ganzen Welt Panik ausgelöst. Die Fluggesellschaften hätten Einbussen gemacht und die Sicherheitskontrollen hätten aufgerüstet werden müssen. Ein Unfall ist da eine viel komfortabler

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • L.S. am 18.09.2011 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Indizien unterschlagen

    Ich habe mir gerade den Beitrag angesehen. Laut mehreren Ermittlern wurde eine hohe Dosierung von Magnesium gefunden. Im abschliessenden Report stand jedoch nirgends etwas von Magnesium. Zudem hat man sich von Anfang darauf festgelegt, das es kein Anschlag sein kann. Da fragt man sich doch: Wieso wurden Informationen unterschlagen und warum schloss man einen Anschlag von Anfang an aus? Ein Anschlag hätte auf der ganzen Welt Panik ausgelöst. Die Fluggesellschaften hätten Einbussen gemacht und die Sicherheitskontrollen hätten aufgerüstet werden müssen. Ein Unfall ist da eine viel komfortabler

    • yannick am 19.09.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Sicherheitskontrollen

      hmm ja ev hätte diese massnahme dazu geführt das am 11.09.2001 nicht so viele menschen ums leben gekommen währen. ( 9/11 WTC )

    einklappen einklappen
  • Christian Etzensberger am 18.09.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Katz und Maus Spiel

    Die wirklichen Vasallen rechtfertigen sich mit der Heraufbeschwörung einer Verschwörungstheorie, um der Wahrheit nicht ins Gsicht zu sehen zu müssen, das diese Spielchen nun durchschaut sind.

  • M.K. am 18.09.2011 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten?

    Weiss denn einer mit wieviel sich die SRF an der Produktion beteiligte? So wie manche hier rumheulen müssen das ja Millionen sein. und ich finde es sollte nicht ausgestrahlt werden. Ist wirklich ein bischen dünn was da der Ex-RCMP rauslässt. Da sollte schon mehr kommen.

  • Rico am 18.09.2011 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Meinung

    Man sollte sich eine eigene Meinunb bilden. Und das geht nur wenn man den Film/Bericht gesehen hat. Wir sind mündig genug uns diese Meinung zu bilden. Wenn es dann Leute gibt an eine Verschwörung glauben so ist das ihr ganz persönliches Recht.

  • Realist am 17.09.2011 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Einzelkämpfer will keine Ruhe geben

    Mal googlen ---> NZZ Einzelkämpfer will keine Ruhe geben. Auszüge: " Tony Judy war bei der Polizei, nicht bei der TSB, die den Unfall untersuchte". "Judy widmete sich jahrelang seine privaten Nachforschungen". "Judy ist ein verbitterter Mann". "in seiner Datensammlung findet sich nichts ausser einer erhöhten Magnesium Konzentration, die aus den im Flugzeugbau verwendeten Legierungen stammt"."Die kanadischen Filmmacher nehmen in einer Art Schlussbilanz auch ihre Kernthese mindestens zur Hälfte zurück".