Frauenquote

11. Juli 2019 04:47; Akt: 11.07.2019 04:47 Print

SRF will 50 Prozent Frauen in den Sendungen

Vorbild ist die britische BBC: In den SRF-Sendungen sollen künftig mindestens so viele Frauen wie Männer auftreten. Ein SVP-Mann spricht von «linkem Firlefanz».

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Der Männeranteil in SRF-Sendungen liegt gemäss ersten Stichproben zwischen 60 und 94 Prozent. Das soll sich nun ändern: SRF will nach Vorbild der «50:50»-Initiative der britischen BBC eine 50-prozentige Vertretung der Frauen in allen Sendungen erreichen. Das schreibt TV-Chefredaktor Tristan Brenn in einem internen Newsletter.

Für Brenn ist eine bessere Vertretung der Frauen keine Frage der Gleichberechtigung, sondern der «journalistischen Qualität». Er teilt die Ansicht der BBC-Verantwortlichen, dass der öffentliche Diskurs verengt werde, wenn immer nur Männer befragt würden, weil diese an der Spitze von Unternehmen oder Regierungen stünden.



«Berichten, was ist»

Von der Frauen-Offensive in Leutschenbach hält SVP-Nationalrat und SRG-Kritiker Claudio Zanetti nichts: «Das ist linker Firlefanz. Wichtiger wäre eine ausgewogene Vertretung der politischen Positionen.» Das Schweizer Fernsehen solle nicht die Bevölkerung erziehen, sondern «berichten, was ist».

Statt sich mit «Nebensächlichkeiten» wie der Frauenquote zu beschäftigen, solle sich das Medienhaus auf die Inhalte konzentrieren und die kompetentesten Experten befragen: «Es ist mir doch egal, ob das nun eine Frau oder ein Mann ist.» Denke man die Forderung weiter, werde es absurd: «Genauso gut könnte man verlangen, dass Blondinen und Brünette, Junge und Alte angemessen repräsentiert sind.»

Schwierige Frauensuche

SRF-Sprecher Andrea Di Meo betont, dass sich das Projekt noch im Anfangsstadium befinde. Die Teilnahme am Projekt basiere für die Sendungen wie bei der BBC auf freiwilliger Basis. Man sei überzeugt, dass ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in den Sendungen die Qualität des publizistischen Angebots noch weiter steigern könnte. Einfach dürfte das Ziel aber nicht zu erreichen sein: «Es entspricht der Realität, dass es oft schwierig ist, weibliche Gäste oder Expertinnen für Sendungen zu gewinnen», sagt Di Meo.

Dies beschrieb «Club»-Moderatorin Barbara Lüthi kürzlich in einer Kolumne. In ihrer Sendung ist nur gut jeder vierte Gast eine Frau. Frauen seien etwa in der Politik oder an der Spitze von Unternehmen untervertreten. Würden sie in Sendungen eingeladen, sagten sie häufiger ab. «Dennoch zählen wir die Arbeitsstunden längst nicht mehr, die wir in die Frauensuche investieren. Denn es ist eine gute und notwendige Investition.»

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne am 11.07.2019 05:54 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt drehen die durch

    Offensichtlich haben die immer noch zuviel Geld. Ist doch völlig egal, ob Mann oder Frau, der Inhalt muss stimmen. Und wenn man jetzt mit der Mann/Frau Quoten anfängt, kann man gerade auf weitere Gruppierungen warten, die Auch eine Quote haben wollen. Also doch 200.- sind genug.

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  • Kelvin am 11.07.2019 05:40 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Biegen und Brechen

    Was haben wir für Probleme! Es wird nicht mehr auf die Kompetenz geschaut, sondern aufs Geschlecht. Ich finde eine ausgewogene Vertretung auch gut, doch wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Oder sollen in Sendungen irgendwelche inkompetente Frauen auftreten? Damit tut man den Frauen auch keinen Gefallen! Was ist im übrigen mit der Frauenquote im Militär? Oder auf dem Bau?

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  • MB am 11.07.2019 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht mal einen Punkt.

    Naja, ich hab gar nichts gegen Frauen. Aber ich schau lieber ein Programm wo Personen eingeladen sind die Sachkundig sind in diesem Thema. Das Geschlecht sollte keine Rolle spielen. Da schau ich aus Protest keine Sendung mit erzwungener 50:50 Frauenquote. Ganz ehrlich, ich hab echt langsam genug von dem Thema. So langsam wirds kontraproduktiv. So stellt ja bald keiner mehr eine Frau ein. Und wie gesagt, ich bin defintiv pro Gleichberechtigung. Aber klar gegen Quoten, Gejammer, Rosinenpickerei, Streiks etc. Nach einer Frauenquote im Strassenbau hat z.B. noch keine gefragt. Wieso nicht?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Felix am 11.07.2019 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Ich als Unternehmer werde in Zukunft alle Arbeiten pauschal vergeben.... so spielt es keine Rolle ob sie von Mann oder Frau ausgeführt wird. Erwarte einfach dass die Arbeit zu meiner Zufriedenheit ausgeführt wird....

  • Wodoomaster am 11.07.2019 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsam aber Sicher

    habe ich genug von diesem Theater. Der kleinste Teil der Frauen wünschen sich solche Veränderungen. Wenn ihr das nicht glaubt, macht doch mal eine gescheite Umfrage bei den Frauen. Viele von denen Rehen sich mittlerweile fürchterlich auf ab diesem mimimi

  • Hutbürger am 11.07.2019 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    jeder Rappen TV-Gebühr

    ist rausgeschmissenes Geld!

  • SVP Wähler am 11.07.2019 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Gilt diese Gleichberechtigung auch für die SVP?

    Gilt diese "Gleichberechtigung" auch für die Parteien? Das heisst, anstatt 5 Linke (inkl. Moderator und Experte sowie FDP, CVP, BDP, GLP etc.) gegen 1 SVP neu 3 Linke und 3 SVPler?!?!?!

    • AFD Wähler am 11.07.2019 18:41 Report Diesen Beitrag melden

      @SVP Wähler

      Oder wie wäre es, wenn nach 5 linken Arenamoderatoren Roger Köppel das Amt übernehmen würde.

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  • Dänu am 11.07.2019 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    50% Linke

    Mein Alternstivvorschlag: eine Reduktion auf 50% linke Kommentatoren und Gäste!