Politiker üben Kritik

24. Dezember 2017 06:52; Akt: 24.12.2017 11:12 Print

«SRG droht Swissair-Grounding-Effekt»

In 70 Tagen stimmt die Schweiz über die No-Billag-Initiative ab. Gemäss Umfragen ist eine Mehrheit dafür. Das ruft nun die CVP- und SP-Parteispitzen auf den Plan.

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Auch etwas mehr als zwei Monate vor der Abstimmung über die No-Billag-Initiative muss die SRG die Abschaffung der Radio und TV-Gebühren befürchten. Eine neue Umfrage von Marketagent.com Schweiz zeigt gemäss «SonntagsZeitung»: Eine Mehrheit von gut 56 Prozent will die Billag-Gebühren abschaffen.

Noch beunruhigender für die gebührenfinanzierten Radio- und Fernsehstationen: Eine Bewegung hin vom Ja- zum Nein-Lager ist laut der Zeitung nicht auszumachen. Sie hatte bereits vor einem Monat die erste Online-Befragung vom Marketagent.com Schweiz publiziert. Die Gegnerschaft ist zwischen den beiden Umfragen lediglich von gut 34 auf 38 Prozent gewachsen. Das von der SRG vorgebrachte Argument, das Ende der Billag bedeute auch das Ende der SRG, verfängt offenbar nicht.

Swissair-Grounding-Effekt droht

Laut der Umfrage glauben 68 Prozent nicht daran. Das ruft nun die Parteispitzen von CVP und SP auf den Plan. CVP-Chef Gerhard Pfister und SP-Präsident Christian Levrat üben massive Kritik an der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft. Sie verlangen einen Strategiewechsel und sie möchten, dass SRG-Leute sich bis zur Abstimmung zurücknehmen.

SRG und «No Billag»

«Die SRG und ihre Alliierten sollten sachlicher kommunizieren, denn die Fakten sprechen klar für ein Nein», sagt Levrat. Er befürchtet einen einen «Swissair-Grounding-Effekt»: «Niemand hat geglaubt, dass die Swissair untergehen könnte, bis es dann passiert ist.»

Eignen sich nicht für Abstimmungskampf

Noch härter geht Pfister mit der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft ins Gericht: «Nur wenn die SRG Kritik zulässt, anstatt panisch darauf zu reagieren, wird eine Mehrheit der Schweizer die Initiative ablehnen».

Faktisch will er den SRG-lern einen Maulkorb verpassen: «Die Mitarbeitenden der SRG sind viel zu offensiv.» Das Untergangsargument werde als Drohung von den Stimmbürgern nicht ernst genommen. SRG-Mitarbeiter eigneten sich deshalb nicht für den Abstimmungskampf. Das beste Argument wäre aus Sicht des CVP-Chefs, wenn diese Leute bis zum Abstimmungssonntag vom 4. März einen guten Job machten «und sich zurückzuhalten».

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frohe Weihnachten am 24.12.2017 05:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Schiff ist am sinken

    CVP und SP verlangen einen Strategiewechsel von der SRG. Wie in Gottes Willen, soll so ein mit Arroganz überladner möchte gern Dampfer die Strategie innerhalb der nächsten 70 Tage zu Gunsten der Abstimmungsbefürworter ändern und diese noch glaubwürdig rüberbringen? Die Zeit dafür ist definitiv abgelaufen.

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  • Lupo am 24.12.2017 05:13 Report Diesen Beitrag melden

    Arroganz rächt sich

    SP und CVP die zwei Chamäleons Parteien bekommen kalte Füße. Der Verlust ihrer Gratiswerbung durch die SRG Mitarbeiter würde sie wohl schwer treffen. Zuspät keine Chance mehr!

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  • Maximilian Rhomberg am 24.12.2017 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    JA zu Nobillag!

    Ich werde Ja stimmen! Nachher wird garantiert eine neue, schlankere, bessere SRG Light entstehen, die die Bedürfnisse der Bevölkerung viel besser abdeckt! Schluss mit der täglichen Polit-Propaganda aus dem Leutschenbach!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Elisabeth am 30.12.2017 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    No Billag JA, JA

    Hoffentlich wird es ein JA zur No-Billag! Die CH-Sender lassen ja zu wünschen übrig. Es wäre von Vorteil, dass man nur für die Sender bezahlt, welche man sehen möchte!!

  • Fausto Frisella am 29.12.2017 00:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nein zu No Billag

    No Billag ist eine schädliche, staatsfeindliche Initiative. Die Gebühr ist günstig. Als Vergleich: Ich zahle im Monat 340 Stutz Krankenkasse (an irgendeine vom ganzen Kartell) und muss nie zum Arzt. Deshalb kann ich problemlos 1 Fr. am Tag für die Tagesschau ausgeben, die ich nicht schaue. Der gleiche Mob, der jetzt gegen die SRG marschiert, war auch gegen die Einheitskasse. Also ums Sparen geht es nicht. Die Initianten wollen in den Trümmern der SRG einen Medienwirrwarr aufbauen, der viel Geld generiert und Gehirnwäsche im Sinne des Geldadels betreibt. Das dürfen wir nicht zulassen.

  • Sternengucker am 27.12.2017 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Srf

    Ich habe meine Sender über den Satelliten. Wo und weshalb muss ich Billag bezahlen. Bekomme ohne die spezielle Karte kein Schweizer Fernsehen. Und wenn ich Sherlock bin vermisse ich dies auch nicht. Deshalb bitte die Billag und andere eintreibet abschaffen

  • You Porn am 27.12.2017 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Grounding droht den Initianten

    95% aller Kommentare hier sind für die Initiative. 51% dann nur noch bei der Befragung des Stimmvolkes. Jetzt stellt sich heraus, dass Männer und SVPler für die Initiative sind und dem Volk vorschreiben wollen, die SRG abzuschaffen. Das häufigste Argument hier gegen die SRG war, man könne sich anderswo informieren. Wie dass nach Feierabend oder während der Arbeitszeit aussieht stelle ich mir gerade vor.

  • Des guten zu viel am 27.12.2017 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    SRF wird bleiben

    Die No-Billag Initiative steht aus meiner Sicht eher stellvertretend für all die zunehmenden Gebühren, Steuern, Versicherungen, Ämter, Behörden, die als Summe den einzelne Bürger so ohnmächtig und machtlos werden lässt.