Live aus Malta

09. Februar 2011 15:44; Akt: 09.02.2011 16:29 Print

SRG probt Konvergenz mit fünf Mikrofonen

Wenn Blerim Dzemaili in Malta den Medien Auskunft gibt, ist er von fünf Mikrofonen der SRG umzingelt. Dennoch setze man voll auf Synergien, beteuern die Verantwortlichen.

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Trotz Zusammenarbeit war die SRG am Montagabend in Malta mit fünf Mikrofonen vertreten, als Blerim Dzemaili Auskunft gab. (Bild: Screenshot 20 Minuten Online)

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Das Interesse der Medien an Blerim Dzemaili war gross. Der Zürcher Fussballer ist am Mittwochabend gegen Malta das erste Mal seit knapp zwei Jahren wieder im Kreis der Schweizer Nationalmannschaft dabei. Deshalb berief der Fussballverband am Montag in Malta kurzfristig eine improvisierte Medienkonferenz ein, bei dem die Journalisten Dzemaili Fragen stellen konnten. Sechs Mikrofone zeichneten seine Aussagen auf. Erstaunlich dabei war, dass neben 20 Minuten Online die SRG gleich mit fünf Mikrofonen vor Ort war: das Schweizer Fernsehen (SF), Schweizer Radio (SR DRS), Radio Suisse Romande (RSR) - und gleich zweimal Radiotelevisione Svizzera Italiana (RSI). Und das, obwohl bei der SRG die Zeichen auf Konvergenz stehen.

Die SRG will durch Zusammenarbeit von Radio und Fernsehen Synergien nutzen. Dazu gehören auch gemeinsame Abteilungen, beispielsweise beim Sport. In der Deutschschweiz gilt die neue Organisation seit dem 1. Januar. In der Westschweiz wird die Konvergenz seit Anfang 2010 und in der italienischsprachigen Schweiz gar seit 2008 umgesetzt. Dass diese Änderungen noch keine Auswirkungen in Malta haben, erstaunt SRG-Sprecher Daniel Steiner nicht: «Es kann nicht alles auf einen Schlag zusammengelegt werden.» Für die Umsetzung der Konvergenz sei ein Zeitrahmen von maximal fünf Jahren vorgesehen.

Fernsehkommentator arbeitet fürs Radio

Dass es auch effizienter geht, zeigt sich gerade bei Sport-Grossproduktionen. So arbeiten aktuell bei der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen die Unternehmenseinheiten der SRG auch sprachenübergreifend eng zusammen, wie Steiner sagt. Und das nicht nur bei der Nutzung der Infrastruktur oder dem Austausch von Bild- oder Tonmaterial: «Fernsehkommentatoren holen wie bei den Überseeveranstaltungen des Ski-Weltcups oder jüngst bei den Australian Open nach dem Wettkampf auch Stimmen fürs Radio ein.» Bei der Nationalmannschaft in Malta hat dies offensichtlich nicht funktioniert. Warum, kann niemand genau erklären. Konvergenz bedeute nicht, dass in allen Fällen nur noch ein Journalist vor Ort sei, heisst es bei der SRG. Immerhin hat das Fernsehen kooperiert: «Die SRG hatte an der Pressekonferenz mit Blerim Dzemaili lediglich eine Kamera im Einsatz», sagt Steiner. Diese habe die Fernsehbilder für alle drei Sprachregionen geliefert.

Dass die RSI gleich mit zwei Mikrofonen vor Ort war, erklären die Verantwortlichen mit den besonderen Umständen. «Wir hatten je einen Live-Berichterstatter für das Radio und für das Fernsehen, die nicht mit der gleichen Technik arbeiten», sagt RSI-Kommunikationschefin Stefania Verzasconi. Deshalb habe es zwei Mikrofone gebraucht. Es sei aber nur ein Team im Einsatz gewesen. Ohne Live-Kommentar sei die Situation eine andere, sagt Verzasconi: «Dann arbeiten wir mit Radio und Fernsehen der anderen Sprachregionen zusammen.»

(mdr)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 09.02.2011 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    5 Landessprachen?

    Haben wir jetzt etwa schon 5 Landessprachen? Kein Wunder, kommen die mit den Gebührengeldern nicht klar!

    einklappen einklappen
  • MatSO am 09.02.2011 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Kann mich den Kommentaren bisher nur anschliessen; Das ist halt mal service public! - So etwas bringen andere Stationen nicht fertig, darum auch die über 400.-!!! Ich würde ja sogar sagen, dass wenn man die aufgeblasenen "Führungsgremien" dieser Anstalten schrumpft, dass sogar 150.- pro jahr durchaus drin liegen. Hier haben offenbar 5 "Chefs" einen Reporter entsandt; dies sind ja dann schon mal 4 die man einsparen könnte.....

  • Wegzapper am 09.02.2011 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Warum nicht auf Kunstkopf-Sterefonie setzen? Dann könnten noch mehr Mikrofone angeschafft werden. Toll. Und die jammern, dass sie überall sparen müssen? Das ist der blanke Hohn! Pfui

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 11.02.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    WM Garmisch - Sport + Tagesschau dabei

    Die Tagesschau hat nun mal wirklich nicht's in Garmisch zu suchen, dafür hat es extra gut bezahlte Sport-Moderatoren - muss das Geld wirklich so verschleudert werden, oder werden so auch noch Winterferien für SF-Angestellte bezahlt.

  • Beobachter am 11.02.2011 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei und Abzockerei!

    Frage an die Prüfer von 20Min: Liest Herr de Weck eigentlich 20Minuten? Wenn Sie es nicht wissen senden Sie ihm doch die Kommentare zu damit er spürt was die Leute denken - zumindest die die sich noch getrauen! Und eine Kopie an BILLAG (Swisscom Zweigstelle VR) dazu. Wie ist Swisscom mit der SRG verknüpft?

  • Helmut Zahler am 10.02.2011 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    1,6 Milliarden Zwangsgebühren verschleudern

    irgendwie muss man ja das Geld der Zwangszahler verschleudern. Es wird Zeit, dass alle unnötigen Sender abgestellt werden (1 pro Sprache reicht). Der aufgeblasene linke Staatssender muss drastisch gesund geschrumpft werden und und der ursprüngliche Leistungsauftrag soll wieder erfüllt werden. Das geht locker für 100 - 200 Fränkli Gebühren.

  • Nina am 10.02.2011 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Frechheit. Ich bin für genau 1 Fernsehsender pro Landessprache. Dann, und nur dann, machen die vielen Mikrofone Sinn. Noch mehr ärgert mich, dass wir jeden der Journies, der hinter diesen Mikrofonen steht, auch noch bezahlen. Am liebsten würde ich SF boykottieren. Die Berichterstattung ist ohnehin überhaupt nicht ausgeglichen. Herr De Weck: schlagen Sie mal "Konvergenz" im Wikipedia nach.

  • Bergli am 10.02.2011 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Geldsegen zum Brauchen

    Nachdem die BILLAG spart und das Eingesparte der SRG und nicht den Kunden übergibt hat die SRG offenbar wieder genug Geld um Reporter für jede Landessprache in der Welt herum reisen zu lassen. Qua vadis SRG?