Durchsetzungsinitiative

28. Februar 2016 09:31; Akt: 28.02.2016 10:17 Print

SVP-Gegner sammelten 1,2 Millionen Franken

Gegner der Durchsetzungsinitiative haben die erfolgreichste politische Crowdfunding-Aktion der Schweiz lanciert. Sie rüsten sich für weitere Abstimmungskämpfe.

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Über Online-Spenden finanziert: Die Abstimmungsplakate gegen die Durchsetzungsinitiative im Zürcher Hauptbahnhof – darunter die SVP-Werbung. (8. Februar 2016) (Bild: Keystone/Ennio Lanza)

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Der «Dringende Aufruf» gegen die Durchsetzungsinitiative hat in nur rund fünf Wochen 1,2 Million Franken Online-Spenden eingebracht. Noch nie ist in einem Abstimmungskampf so viel Geld übers Internet zusammengekommen, schreibt die «NZZ am Sonntag». Die Gegner haben Menschen aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten mobilisiert – 52'614 Leute haben den Aufruf unterschrieben.

Auch an politikferne Menschen richten

Und die aus unterschiedlichen Lagern kommenden Gegner der SVP-Initiative sollen besser vernetzt sein, als bisher angenommen. Sie hoffen, den Erfolg für weitere Kampagnen nutzen zu können. «Es könnte auch bei künftigen Abstimmungen funktionieren», sagt der Mitinitator der Aktion Peter Studer zur «Schweiz am Sonntag». Laut dem ehemaligen SRF-Chefredaktor habe man ein «neues Modul, das Widerstand zum Tragen bringt» gefunden. «Engagement der Zivilgesellschaft statt der Parteien, dezentrale Kampagnen, die sich auch an politikferne Menschen richten, kluge Verbreitung über klassische und soziale Medien» habe zum Erfolg beigetragen, sagt Studer.

«Eine Aktion wie der Dringende Aufruf klappt nur einmal. Deshalb ist es wichtig, dass jetzt Regelstrukturen aufgebaut werden, um das geknüpfte Netz auch künftig nutzen zu können», sagt auch der Berner SP-Ständerat Hans Stöckli der «NZZ am Sonntag».

Von der Kultur in die Politik

Das Sammeln von Spenden über das Internet, sogenanntes Crowdfunding, nutzten bisher vor allem Kulturschaffende. Doch nun zeigen die DSI-Gegner, dass es hierzulande auch für politische Aktionen genutzt werden kann.

Eine solche Aktion bringe Geld und mobilisiere, indem man kostengünstig viele Leute erreiche, sagt Laura Curau, Kampagnenleiterin bei der CVP. Vergangenen Herbst hatte der Student Donat Kaufmann bereits vorgelegt: Er sammelte im Internet Geld, um die Frontseite von «20 Minuten» zu kaufen.

Nein der Wirtschaft hat Gegner beflügelt

Allerdings müsse der Absender glaubwürdig sein, das Anliegen bewegen und die Betroffenheit gross genug sein, so der Politologe Laurent Bernhard zur «NZZ am Sonntag». Das treffe auf die Kampagne der DSI-Gegner zu. Dass die Wirtschaft kein Geld für den Abstimmungskampf bereitstellen wollte, habe die Aktion beflügelt, vermutet ein Kampagnenleiter. «Als wir starteten, glaubten viele nicht, dass wir die vermeintlich übermächtige SVP schlagen können. Doch wir haben etwas bewegt. Ob es reicht? Ich weiss es nicht?», sagt Studer.

(ij)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ultico am 28.02.2016 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voila...

    ... diesen Betrag gönne ich den DSI-Gegnern doch. Aber sie sollen den Bürgerlichen nie mehr vorwerfen, nur über das Geld Abstimmungen zu gewinnen. Sonst ihre Nein-Stimmen auch sogenannt erkauft!

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  • CptMcROFLcopter am 28.02.2016 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlinvestition 

    Tja, die Leute werden wohl ihr Geld nie wieder sehen.

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  • Manfred Landolt am 28.02.2016 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Bdp ade

    Es geht nicht mehr um die Sache, es geht nur noch um Macht. Alle gegen SVP. Dies ist nebenbei ganz gut, denn dann werden die unnötigen Mitteparteien noch mehr verschwinden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hell Seher am 29.02.2016 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zufrieden

    Freut mich,dass es geklappt hat.

  • Blödsinn am 29.02.2016 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber denken

    Was solche Werbungen bringen habe ich noch nie verstanden. Dem Einzigen dem ich glaube ist dem Verstand und der wird gefüttert von Gesetztestexten und nicht von vorgekautem Parteigelaber.

  • iPat am 28.02.2016 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Perfide

    Wie tief ist die Gesellschaft gesunken, um mit solch perfiden Mitteln Abstimmungen zu beeinflussen? Bachab, mehr kann man dazu einfach nicht mehr sagen.

  • Cartman1993 am 28.02.2016 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alea iacta est

    Das Volk hat entschieden und diesen Entscheid muss man akzeptieren. So wie ich es aktzeptiere, dass wir die Mei umsetzten müssen, müssen die Rechten und die SVP ihre Niederlage eingestehen und akzeptieren, dass das Volk was anderes will als sie. Man kann nicht immer gewinnen, aber wenn man verliert, sollte man dies mit Würde tun.

  • Mundtod am 28.02.2016 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte Klartext:

    Sind die gegen die SVP oder gegen die SVP-DSI?