«Display»

24. November 2019 04:53; Akt: 24.11.2019 09:30 Print

SVP-Inserat in Gay-Magazin sorgt für Aufruhr

Aids-Hilfe Schweiz hat die Kooperation mit dem Magazin «Display» gekündigt. Dem Magazin droht das Aus - und der Organisation Ärger.

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Ein Inserat in der aktuellen Ausgabe von «Display», einem Magazin für Homosexuelle, hat die Aids-Hilfe Schweiz (AHS) derart erzürnt, dass der Verband per sofort die Zusammenarbeit mit dem Lifestyle-Magazin gekündigt hat. Das berichtet die «SonntagsZeitung».

Das Inserat, das sich mit dem Slogan «Wir wollen Gleichstellung, keine Sonderrechte» gegen eine Erweiterung der Rassismus-Strafnorm auf die sexuelle Orientierung ausspricht, wurde vom Komitee «Sonderrechte Nein» geschaltet. Die Gruppierung besteht aus schwulen Politikern, wie beispielsweise dem Präsidenten der Stadt-Berner SVP und Alt-Nationalrat Thomas Fuchs.

Boykott existenzbedrohend

Das Inserat torpediere die Präventionsarbeit der Aids-Hilfe, weshalb die vom Bund mitfinanzierte Nonprofit-Organisation im «Display» ab sofort keine Inserate mehr schalten oder Kolumnen schreiben wird. Für das Gay-Magazin mit einer Leserschaft von 40'000 ist der Boykott der AHS existenzbedrohend.

Das SVP-Vorstandsmitglied des Bezirks Dielsdorf ZH, Michael Frauchiger, der als Co-Präsident des Komitees das Inserat in Auftrag gegeben hat, spricht von «Zensur» und «linkem Gesinnungsterror». Für SVP-Nationalrat Erich Hess handelt es sich um Unterdrückung der Meinungsäusserungsfreiheit. Hess will deshalb, dass die finanzielle Unterstützung des Bundes an die Aids-Hilfe Schweiz aus dem Budget gestrichen wird. Das Bundesamt für Gesundheitswesen, das der AHS jährlich 1,5 Millionen Franken zahlt, erklärt, dass es alleinige Sache des Vereins sei, in welchen Magazinen er Werbung schalte und wo nicht.

Der Chefredaktor des Magazins, Beat Stephan, bedauert in der «SonntagsZeitung» den Vorfall. «Wir standen immer für die Erweiterung der Rassismus-Strafnorm ein und werden es auch weiterhin tun.» Besagtes Inserat entspreche nicht der Meinung von «Display». Man habe es «contre coeur gedruckt».

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P. Cunia-Nonolet am 24.11.2019 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist da der Zusammenhang

    Kann mir jemand erklären, warum 'Gleichstellung statt Sonderrechte' die AIDS-Präventionsarbeit torpedieren soll????? Mir fehlt da jegliches Anzeichen für einen causalen Zusammenhang. Das IST Gesinnungszensur. Und das geht nicht bei einer staatlich unterstützten Institution.

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  • Heuchler am 24.11.2019 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder mal

    die Intoleranz der achso toleranten. Aber nur wenn euch passt, gäll ;)

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  • Spender am 24.11.2019 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsäusserungfreiheit

    Ich habe bis dato immer wieder Spenden an AHS einbezahlt. Nach dem geschilderten Vorfall werde ich andere Organisationen berücksichtigen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Detlev K. am 24.11.2019 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft und Subventionen

    Wenn Display ohne Inserate der AHS nicht überleben kann, dann braucht es Display offenbar nicht. Hier von "Gesinnungsdiktatur" zu schwafeln entbehrt jeder Grundlage. Das AHS ist eigenständig und kann Inserate dort schalten wo es will. Sollte der Bund ein Interesse am Weiterbestehen von Display haben, dann kann das Parlament zbsp. Gelder von der AHS zu Display umlagern. Die Opferpose der Rechten ist (wie immer) was es ist - eine Pose oder noch treffender: eine Posse.

  • champedissle am 24.11.2019 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    schändliches Benehmen

    Da missbraucht eine Organisation (Aids Hilfe Schweiz) ihren Einfluss. Das ist bedenklich. Wir haben in der Schweiz die Rede- und Meinungsfreiheit, wer diese in Frage stellt hat in der Schweiz nichts zu suchen. Dies gilt auch für die Aids Hilfe Schweiz

  • Gustav am 24.11.2019 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Tread zeigt...

    Das Gesetz ist nötig, um zu Definieren, wo Meinungsfreiheit aufhört und Diskriminierung Beginnt. Den die Meinungsfreiheit man müsse Intolleranz Tollerieren zeigt mir, das man diese Leeren Worte noch Richtig zu Definieren braucht. Ich frage mich, ob die gegner auch noch mühe damit haben, dass ihre Freie meinung, Frauen und Juden zu Diskriminieren vor ein paar Jahrzehnten Verboten wurde...

  • Kaa73 am 24.11.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...,

    Es ist immer so eine Sache mit der Forderung nach Toleranz; es rutscht irgendwann in die entgegengessetzte Richtung ab verfehlt sein eigentliches Ziel komplett. Scheint mir allmählich so zu sein, bezügl. dem gesamten Genderwahnsinn und den unaufhörlichen Diskusionen der Gleichberechtigung....

  • Beasty Treeman am 24.11.2019 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Alles okay

    Leute! Niemand verbietet hier jemand den Mund. Niemand zensiert. Die Aidshilfe ist ja nicht verpflichtet, Werbung im Display zu schalten. Sie hört jetzt einfach damit auf. Freie Marktwirtschaft. Die SVP darf ja gerne weiterhin dort Inserate schalten...