Thomas Matter

17. Januar 2020 04:41; Akt: 17.01.2020 04:41 Print

SVP-Mann spottet über Grüne, weil sie dünn ist

Nationalrat Thomas Matter lästert über die Ernährung einer Nationalrätin der Grünen. Die lädt ihn nun auf eine Bergtour ein.

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SVP-Nationalrat Thomas Matter verbreitet in sozialen Medien seine Sendung «In den Sümpfen von Bern». Dort macht er sich über die Berufe von neuen linken und grünen Nationalräten lustig. «Ein beruflicher Leistungsausweis ist offenbar nicht mehr gefragt», sagt er. Er kritisiert auch Grüne-Nationalrätin Meret Schneider. Sie nenne sich «Co-Geschäftsleiterin einer Organisation namens Progressive Politik für Tiere», wo sie Projektleiterin für nachhaltige Ernährung sei. Dazu blendet er ein Bild von Schneider ein, die eine dünne Figur hat. «Wie nachhaltig ihre eigene Ernährung ist, überlasse ich dem Urteil des Publikums.» Auf Anfrage äussert sich Matter nicht weiter zur Aussage. Er glaube, dass jeder Parlamentarier in erster Linie einen Beruf haben und finanziell auf eigenen Beinen stehen müsse. Die angegriffene Meret Schneider sagt, sie sei Co-Geschäftsleiterin des Verein Sentience Politics. «Wieso sollte das kein Beruf sein?» Dass Matter ihre Figur ins Spiel bringe, sei unangebracht. «Ich bin Bergläuferin und topfit. Ich esse ganz normal und bin nun mal wie andere in meiner Familie einfach dünn.» Sie lade Matter gerne zu einem gemeinsamen Lauf ein. «Dann sehen wir, wer wirklich Saft hat und wer eher heisse Luft auf Youtube produziert.» Matter sagt, das könne er sich «durchaus vorstellen». Seinerseits lade er Schneider an die Schneefussball-WM ein: «Es würde mich ausserordentlich freuen, wenn sie beim nächsten Mal dabei wäre.» Es ist nicht das erste Mal, dass Matter eine Politikerin für ihr Äusseres kritisiert. 2017 hatte er schon SP-Nationalrätin Tamara Funiciello in seiner Sendung angegriffen.

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Der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter ist Anwärter aufs Präsidium der grössten Partei der Schweiz. In seiner Sendung «In den Sümpfen von Bern» spricht er über Themen, die ihn beschäftigen. Verbreitet wird das Magazin in den sozialen Medien. In der neuesten Ausgabe macht sich Matter vor allem über die Berufe von linken und grünen Nationalräten lustig. «Da kann ich nur staunen», leitet Matter ein, «ein beruflicher Leistungsausweis ist offenbar nicht mehr gefragt.»

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Das Äussere von Politikern ...

Keine Freude hat Matter an der Zürcher Grüne-Nationalrätin Meret Schneider. Sie nenne sich «Co-Geschäftsleiterin einer Organisation namens Progressive Politik für Tiere», wo sie Projektleiterin für nachhaltige Ernährung sei. Dazu blendet er ein Bild von Schneider ein, die eine sehr dünne Figur hat. «Wie nachhaltig ihre eigene Ernährung ist, überlasse ich dem Urteil des Publikums», so Matter. Er ist nicht der erste SVP-Politiker, der auf die Frau spielt. Schon SVP-Politiker Claudio Zanetti hatte Schneider in Verbindung mit «Magermodels» gebracht.

«Inhaltlich macht Video keinen Sinn»

Auf Anfrage will sich Matter nicht weiter zu dieser Aussage äussern. Man könne sich anhand des Videos eine eigene Meinung bilden. Zu seinem Video sagt Matter, er sei der Meinung, dass jeder Parlamentarier im Milizparlament «in erster Linie einen Beruf haben und finanziell auf eigenen Beinen stehen muss». Die Arbeit im Parlament solle nebenberufliche Tätigkeit sein. «Zudem finde ich, dass man eine abgeschlossene Ausbildung und zumindest einige Jahre Berufserfahrung haben sollte.»

Die angeschossene Meret Schneider sagt, es gebe Politiker, die inhaltlich arbeiteten, und solche, die «sinnlose Youtube-Videos produzieren». Inhaltlich mache Matters Video keinen Sinn: «Ich bin Co-Geschäftsleiterin des Verein Sentience Politics, der wie alle anderen eine Geschäftsleitung hat. Wieso sollte das kein Beruf sein?» Dasselbe gelte auch für andere Politiker, die Matter kritisiere.

Überparteiliche Bergtour?

Dass er ihre Figur ins Spiel bringe, sei unangebracht. «Funiciello ist laut ihm zu dick, ich bin zu dünn und andere wahrscheinlich zu gross», so Schneider. «Das kann ich nicht ernst nehmen. Ich bin Bergläuferin und topfit. Ich esse ganz normal und bin nun mal wie andere in meiner Familie einfach dünn», sagt die 28-jährige Grüne-Politikerin. «Ich sehe nicht, warum Thomas Matter daraus ein Thema macht.»

Sie lade den SVP-Nationalrat aber sehr gern zu einem gemeinsamen Lauf oder einer Bergtour ein, so Schneider. «Dann sehen wir, wer wirklich Saft hat und wer eher ein bisschen heisse Luft auf Youtube produziert.»

Der überparteiliche Ausflug könnte Realität werden: «Eine Bergtour könnte ich mir durchaus vorstellen», sagt Thomas Matter. Seinerseits würde er Meret Schneider gerne einladen, an der Schneefussball-WM in Arosa teilzunehmen, für die er ein Promiteam zusammenstelle. «Es würde mich ausserordentlich freuen, wenn Frau Schneider beim nächsten Mal Teil von unserem Team wäre.»

(ehs)