Spott auf Twitter

26. Juni 2019 14:51; Akt: 26.06.2019 14:57 Print

Grünen-Politiker lässt Klimaanlage einschalten

In einer Sitzung habe der Grüne Bastien Girod als Einziger gefordert, dass die Klimaanlage eingeschaltet werde, so SVP-Nationalrat Claudio Zanetti.

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«Wer forderte in der Kommissionssitzung wohl zuerst, dass die Klimaanlage eingeschaltet werde?», fragt SVP-Nationalrat und Klimaskeptiker Claudio Zanetti auf Twitter seine Follower. Dazu liefert er gleich eine Auswahl an Antwortmöglichkeiten: Bastien Girod (Grüne), Martin Bäumle (GLP), Silva Semadeni (SP) oder Stefan Müller (CVP).

Für seine Anhänger ist der Fall klar: Nach einigen Stunden liegt Bastien Girod mit 67 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz. «Die Mehrheit hat richtig vermutet: Es war Girod», löst Zanetti auf Twitter das Rätsel auf. Der Vorfall habe sich gestern an einer Kommissionssitzung in einem Lausanner Hotel abgespielt, sagt der SVP-Nationalrat auf Anfrage. «Als wir ankamen, war der Raum vorgekühlt. Auch mir war kühl. Mein Parteikollege Christian Imark hatte darum die Klimaanlage ausgeschaltet», sagt Zanetti.

Als «Klimaanlagen-Girod» dann eingetreten sei, habe er als Erstes gleich gefordert, sie wieder einzuschalten. «Das zeigt wieder einmal, wie inkonsequent die Grünen im eigenen Umgang mit Umweltbelastungen umgehen», echauffiert sich Zanetti. Für die «Klima-Jakobiner» würden die Regeln nur für Andere gelten, nicht für sich selbst.

«Ablenkungstaktik der SVP»

Grünen-Nationalrat Bastien Girod lässt die Kritik nicht gelten. «Die Grünen behaupten nicht, dass man keine Klimaanlagen benützen darf», sagt Girod. «Wir setzen uns aber dafür ein, dass Hitzewellen wie diese nicht zur Normalität werden und es auch wieder Sommer gibt, die man ohne Klimaanlage überstehen kann.»

In der Frotzelei von SVP-Zanetti sieht Girod eine typische Ablenkungstaktik – gerade auch, weil an der besagten Kommissionssitzung über Massnahmen gegen den Klimawandel abgestimmt worden sei. «Wir mussten uns dafür entscheiden, ob wir die Klimaschutzmassnahmen verlängern oder nicht», sagt Girod. «Sie können sich ja überlegen, wie Zanetti abstimmte.»

(dk)