«Strategie 51 Prozent»

19. Februar 2011 23:55; Akt: 20.02.2011 19:56 Print

SVP als Alleinherrscherin

Nicht nur 30 oder 40 Prozent – nein: 51 Prozent Wähleranteil will die SVP gemäss einem Konzept von Nationalrat Ulrich Schlüer. Laut Bundesrat Ueli Maurer wäre das gefährlich.

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Die SVP wolle «irgendwann 40 Prozent Wähleranteil gewinnen», hatte SVP-Stratege und Nationalrat Christoph Mörgeli vor zwei Wochen im «Sonntag» gesagt. Das ist untertrieben, wie das interne Konzept «Strategie 51 Prozent» von SVP-Nationalrat und Historiker Ulrich Schlüer zeigt. Es sagt im Wesentlichen: Wenn sich die anderen Parteien nicht mehr für die Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz einsetzen, muss die SVP eine Mehrheit anstreben.

Schlüer gehört zum innersten Kreis der SVP und zum Konzept-Team um Chefstratege Christoph Blocher. Das Konzept hatte er 2003 entwickelt und 2006 dem Vorstand der SVP des Kantons Zürichs präsentiert. «Die Konkordanz war für die Schweiz so lange eine erfolgreiche Staatsform, als alle Parteien hinter der Klammer Unabhängigkeit und Neutralität standen», sagt Schlüer.

«Diese Situation hat sich aber geändert. Mehr und mehr sind wir zur Einsicht gelangt, dass nur noch eine Partei für diese Werte steht: die SVP. Wenn wir aber die Einzigen sind, welche die Unabhängigkeit wollen, und es damit auch wirklich ernst meinen, dann müssen wir um eine Mehrheit in diesem Land kämpfen. Wir müssen in eine Mehrheitsposition kommen.» Seine «Strategie 51 Prozent» werde parteiintern aufgrund der Entwicklung Auftrieb erhalten, glaubt Schlüer. «Unser Wahlslogan ‹Schweizer wählen SVP› hat einen direkten Bezug dazu. Dass einzig die SVP für die Selbstbestimmung der Schweiz kämpft.»

Maurer: Partei mit 40 Prozent gefährlich

Damit kommt es in der SVP zum Konflikt zwischen dem engsten Kern und Realpolitikern. Zu Letzteren gehört auch Ueli Maurer. In der «Tribune de Genève» und «24 heures» auf Mörgelis 40-Prozent-Aussage angesprochen, warnte der Bundesrat gestern: «Eine Partei mit 40 Prozent wäre gefährlich für die Schweiz: Die anderen würden marginalisiert. Das ist nicht wünschbar für unsere politische Kultur, die auf Gleichgewicht und Konsens basiert.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Barbara am 21.02.2011 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kampf um Macht, Machterhalt - statt Probleme lösen

    Tja, jeder will Macht, Machterhalt und Machtgewinn. Machen gelingt es besser, manchen weniger (kommt auch auf die Volksnahe sprache (nicht täuschen lassen). Doch um als Volk die Geschicke der Schweiz zu lenken braucht es jede Stimme. Deshalb einfach wählen und abstimmen gehen..... Doch bitte sich vorher gut informieren, wer sich echt für die Bürger (Sozialversicherungen, gerechte Löhne, gerechte Steuern u.a.m. - sprich, was ein Büezer braucht) einsteht. Noch hat man genug Zeit um sich korrekt und vollständig zu informieren, wer was dafür gemacht hat und wer dagegen gekämpft hat.

  • Martin am 20.02.2011 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Totalitär!

    na, da zeig sich mal wieder der totalitäre Ansatz dieser Partei..!!! sehr gefährlich!! Sollte bei den nächsten Wahlen beachtet werden..!

    einklappen einklappen
  • Felix am 20.02.2011 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wehret den Anfängen!

    Mit anderen Worten: Die SVP will eine Diktatur. Das soll ein schweizerischer Wert sein? Wehret den Anfängen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Barbara am 21.02.2011 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kampf um Macht, Machterhalt - statt Probleme lösen

    Tja, jeder will Macht, Machterhalt und Machtgewinn. Machen gelingt es besser, manchen weniger (kommt auch auf die Volksnahe sprache (nicht täuschen lassen). Doch um als Volk die Geschicke der Schweiz zu lenken braucht es jede Stimme. Deshalb einfach wählen und abstimmen gehen..... Doch bitte sich vorher gut informieren, wer sich echt für die Bürger (Sozialversicherungen, gerechte Löhne, gerechte Steuern u.a.m. - sprich, was ein Büezer braucht) einsteht. Noch hat man genug Zeit um sich korrekt und vollständig zu informieren, wer was dafür gemacht hat und wer dagegen gekämpft hat.

  • Laredo am 21.02.2011 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Entwicklung

    Jede Partei hat gute wie schlechte Ansichten und wie überall in den demokratisch regierten Staaten, wüncht sich jede Partei mit ihrem Gusto die Gunst möglichst vieler Wähler zu erzielen. Daran ist nichts verwerfliches u entspricht einer typischen Demokratie. Die Ziele von über 51% allerdings entsprechen auch angesichts der Argumentationen und Propaganda schon dem Grössenwahn und lassen an die dunkle Vergangenheit erinnern, wo aus Demokratie Diktatur wurde. Das darf nicht sein und entspricht auch nicht meinem Rechtsgedanken.

  • Susi am 21.02.2011 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Herz schlägt höher bei SVP

    Also auch der Herr Maurer ist so ein sympathischer Mann. Ich weiss jetzt gar nicht, was ich denken soll. 50,1% oder doch nicht? Also am besten ist einfach alle wählen die SVP. Dann sehen wir ja wer jetzt recht hatte, der Herr Bundesrat oder der Herr Schlüer. Bald sind es dann vier SVP Bundesräte. Vielleicht auch der sympatische Herr Schlüer! Darauf freue ich mich schon!!!

    • alex steiner am 09.03.2011 08:12 Report Diesen Beitrag melden

      Unglaublich...

      Das so ein Kommentar zugelassen wird... Susi will uns eine Diktatur schönreden und es wird auch noch publiziert...

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  • motzi am 21.02.2011 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Mehrheitsposition

    Dieses Wort lässt aber auf einiges schliessen .....

  • m_c-moosmann@yahoo.com am 21.02.2011 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    SVP Illusion

    In Hamburg (BRD) hat die SPD die absolute Mehrheit der Sitze errungen (über 50 %) und ist somit "Alleinherrscherin". Ist sie jetzt eine "Führungspartei", eine "Diktatur"? Oder gilt das nur bezüglich der SVP? Uebrigens: was hat Schlüer wirklich gesagt? Rolf Moosmann, 8700 Küsnacht