Landwirtschaft

21. Februar 2011 13:44; Akt: 21.02.2011 13:48 Print

SVP will Bauern vor dem Ausland schützen

Die SVP lehnt ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU ab. Sollte die Schweizer Landwirtschaft in den «Bilateralen III» «geopfert» werden, werde man das Paket bekämpfen.

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Die SVP steht für Schweizer Bauern ein: Aufzug zur Viehschau in Wald-Rehetobel im Herbst 2010. (Bild: Keystone)

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Die SVP will die Schweizer Bauern vor Landwirtschaftsprodukten aus dem Ausland schützen. Sie bekräftigt ihren Widerstand gegen den Agrarfreihandel mit der EU. Wenn ein Agrarabkommen Teil eines Pakets von bilateralen Abkommen sein sollte, will die SVP das Paket bekämpfen.

«Wir lehnen ein Agrarfreihandelsabkommen ab, egal ob einzeln oder in einem Paket», sagte SVP-Präsident Toni Brunner am Montag vor den Medien in Bern. Die SVP werde ein «wie auch immer geschnürtes» Paket mit der EU, bei dem die Schweizer Landwirtschaft «geopfert» werde, mit dem Referendum bekämpfen.

SVP verlangt Klärung

Der Bundesrat hatte vor kurzem bekannt gegeben, dass er die Verhandlungen über verschiedene bilaterale Abkommen mit der EU bündeln möchte und ein Paket «Bilaterale III» für denkbar hält. Was dieses genau beinhalten würde, ist noch offen. Die SVP verlangt dazu eine rasche Klärung.

Der Bundesrat habe widersprüchlich kommuniziert, kritisierte Brunner. Die SVP sehe allerdings generell keine Notwendigkeit für ein Paket von bilateralen Abkommen. Interesse habe die Schweiz einzig an einem Stromabkommen.

Moratorium bei Cassis-de-Dijon-Prinzip

Ein Dorn im Auge ist der SVP auch das Cassis-de-Dijon-Prinzip, das seit vergangenem Sommer in Kraft ist. Nach diesem Prinzip können EU-Lebensmittel ohne zusätzliche Kontrollen in der Schweiz vertrieben werden, wenn das Bundesamt für Gesundheit eine Bewilligung erteilt.

Die SVP fordert ein Moratorium für solche Bewilligungen, bis die Beschwerden des Bauernverbandes behandelt sind. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass die Schweizer Qualität «auf dem Altar der Beziehungen mit der EU geopfert» werde, findet die Partei.

Wässriger Schinken sei nun im selben Regal zu finden wie Schweizer Qualitätsprodukte, ohne dass der Unterschied für die Konsumenten ersichtlich sei.

Kein neues Direktzahlungssystem

Weiter bekämpft die SVP das vom Bundesrat geplante neue Direktzahlungssystem. Neu sollen Bauern mehr Direktzahlungen erhalten, wenn sie einen Beitrag an die Versorgungssicherheit, die Biodiversität, das Tierwohl oder den Landschaftsschutz leisten. Ohne solche Verdienste sollen sie weniger erhalten.

Das neue Modell bestrafe die «produzierende Landwirtschaft», kritisierte die Berner SVP-Grossrätin Béatrice Struchen-Schwab. Es gehe nicht an, dass Bauern, welche sich hauptsächlich um Artenvielfalt kümmerten, finanziell besser dastünden als jene, welche sich der Ernährung der Bevölkerung annehmen würden. Die Schweiz habe bereits jetzt einen sehr tiefen Selbstversorgungsgrad.

In ihrem landwirtschaftspolitischen Rundumschlag beklagte die SVP auch den Ausstieg aus der Milchkontingentierung. Für die Bauernfamilien sei dieser ein Desaster. «Dem Bauernstand gilt es Sorge zu tragen», stellte Brunner fest. «Industrieminister» Johann Schneider-Ammann habe dies noch zu lernen.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eva Wälti am 23.02.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld ist nicht der Bauer

    ich merke, viele wissen gar nicht, wie's wirklich läuft mit unseren Esswaren. Es sind nicht die Bauern die absahnen! Es ist der Zwischenhandel!!! Es kann ja nicht sein, dass der Bauer für eine Kiste Salat 2-5 Fr. erhält,je nach Saison, und wir im Laden pro Stück Fr. 1.50 bezahlen. Warum spriessen wohl die Hofläden wie Pilze aus dem Boden - mal überlegen! Der Bauer verdient mehr und ich bezahle weniger und habe erst noch tagesfrisches Gemüse. Alle fahren mit dem Auto aufs Land, kauft doch einfach in den Hofläden ein - aber bitte mit bezahlen und nicht einfach - man nehme.

  • Tom am 21.02.2011 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Erwachsen

    Ich brauche keine Partei die mir sagt was ich kaufen soll und was nicht. Es gibt sehr gute CH sowie auch hervorragende EU Produkte. Wenn ich bock auf "Wässriger Schinken" habe kauf ich den ,wenn nicht lasse ich es bleiben. Wenns um die Bauern geht gibts für die SVP nur "Planwirtschaft ala Sovietunion." Der Agrarfreihandel wird eh kommen sei es mit der EU oder der WTO. Also passt euch den neuen Situationen an.

  • Laredo am 21.02.2011 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz einig Bauernalnd

    Gibt es soviele stimmberechtigte Bauern in der CH, dass sie damit 51% erreichen wollen? So sehr ich auch viele Themen der SVP gutheisse, doch hier sage ich, haltet den Ball flach und spielt ohne Fouls!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heliamphora am 17.03.2011 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Subventionshöhe

    Der Bauer erhält im Schnitt über 50'000.- in Form von Subventionen, wenn ich mich recht entsinne. Das ist in etwa mein BRUTO-JAHRESLOHN! Zieht man noch die ca. 14% Steuern ab...ich muss Bauer werden!

    • Bäuerin am 22.03.2011 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte mal rechnen...

      Nur leider vergisst man bei den Beiträgen, dass davon noch Maschinenservice, Futter, Tierarzt, Stroh, Mineralstoffe, Versicherungen für Gebäude und Maschinen, AHV Beiträge, Samen etc. weggehen. Dann reichen nicht einmal diese 50'000. Darum arbeiten wir auch noch auswärts... Auch ich als Frau... Werde Bauer dann kommt bei einer Uebernahme schon mal fast plus minus 1'000'000 Fr. Schulden je nach Grösse des Hofes auf dein Konto.... Viel Spass beim abzahlen und nicht vergessen investieren wegen Vorschriften usw. Und das mit 50'000 Fr. Beiträgen. Also bitte vorher überlegen....

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  • Eva Wälti am 23.02.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld ist nicht der Bauer

    ich merke, viele wissen gar nicht, wie's wirklich läuft mit unseren Esswaren. Es sind nicht die Bauern die absahnen! Es ist der Zwischenhandel!!! Es kann ja nicht sein, dass der Bauer für eine Kiste Salat 2-5 Fr. erhält,je nach Saison, und wir im Laden pro Stück Fr. 1.50 bezahlen. Warum spriessen wohl die Hofläden wie Pilze aus dem Boden - mal überlegen! Der Bauer verdient mehr und ich bezahle weniger und habe erst noch tagesfrisches Gemüse. Alle fahren mit dem Auto aufs Land, kauft doch einfach in den Hofläden ein - aber bitte mit bezahlen und nicht einfach - man nehme.

  • Bäuerin am 22.02.2011 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Schuld der Bauern

    Glaubt ihr wirklich dass das Fleisch wegen den schweizer Bauern so teuer ist? Fragt Euch doch mal wer dazwischen noch so alles absahnt bevor ihr Kommentare schreibt. PS. Kauft doch im Ausland euer Fleisch, aber jammert nie mehr über Massenhaltung wie sie im Ausland noch erlaubt ist. Esst doch Eier von Käfig Hühnern weil das billig ist. Ich sage lieber ja zum schweizer Fleisch.

    • Rohrer Martin am 17.03.2011 16:53 Report Diesen Beitrag melden

      Nie Schuldig?

      Nur im Sozialgelder beziehen seit ihr Spitze!! Wen man sich nicht Marktkonform verhält, sollte man die Suppe selber usessen.Nicht den Steuerzahler anrufen. Aber man wird ja von der SVP in Watte gepackt und gehätschelt. Ein Schulkind muss weniger kosten als eine Kuh den Steuerzahler. Was ist hier falsch?

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  • Sparfuchs am 22.02.2011 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu teure Lebensmittel in der Schweiz

    Die schweizer Bauern sollen endlich das produzieren, was der Konsument will, siehe Milchschwemme. Wir wollen gutes, günstiges Fleisch, günstige Milchprodukte und die Lebensmittel zu zahlbaren Preisen. Ich kaufe momentan lieber im Ausland ein, da sind die Preise echt Konsumentenfreundlich. Mit den Bilateralen 3 kommen wir endlich auch in der Schweiz in den Genuss dieser super Preise.

  • Michael am 22.02.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wir müssen die CH-Wirtschaft unter-

    stützen und nicht die EU, das ist die Realität die man beachten muss. Alles andere ist dummes geschwätz, das sollte eigentlich allen Parteien von Links bis Rechts einläuchtend / klar sein, das man sich für Schweizer-Werte einsetzt sollte. Schweizer - Qualität ist gefragt auch in der Politik.