Geistes- und Sozialwissenschaften

12. März 2015 09:05; Akt: 12.03.2015 12:00 Print

SVP will Numerus clausus für Psychologie-Studenten

In der Schweiz gibt es zu viele Studenten der Geistes- und Sozialwissenschaften, findet SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz. Er fordert einen Numerus clausus.

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Zu viele Studenten wollen Psychologen, Ethnologen, Soziologen, Historiker und Kulturwissenschaftler werden: Ein Numerus clausus soll ihre Zahl halbieren. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Rund 45'000 Studenten waren 2013 für Studiengänge in den Geistes- und Sozialwissenschaften eingeschrieben. Für SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz ist diese Zahl deutlich zu hoch. Es würden «viel zu viele Psychologen, Ethnologen, Soziologen, Historiker und Kulturwissenschaftler ausgebildet», findet er. Das will er jetzt ändern. «Wir wollen diese Zahl so schnell wie möglich halbieren», sagt Amstutz zum «Blick».

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Sein Vorschlag: Ein Numerus clausus für die betroffenen Studiengänge. «Es ist schliesslich auch Studenten gegenüber unfair, wenn sie sich Mühe geben und nach dem Abschluss auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht gebraucht werden», sagt er. Deshalb hat er einen Vorstossentwurf erarbeitet, den er mit den anderen bürgerlichen Parteien diskutieren will. Anschliessend soll der Vorstoss eingereicht werden.

«Politische Grundsatzdiskussion ohne Scheuklappen»

Von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz erhält Amstutz Unterstützung. Obschon die Schweiz auf die freie Studienwahl stolz sein könne, «darf die Realität des Arbeitsmarktes nicht aus den Augen gelassen werden», sagt deren Präsident Christian Amsler (FDP) zur Zeitung.

In erster Linie seien es die Geisteswissenschaften, die von der erhöhten Maturitätsquote profitiert hätten. Momentan gebe es 1100 Ethnologie-Studenten und 8600 Psychologie-Studenten. Im Gegensatz dazu würden lediglich 700 Mikrotechniker und Materialwissenschaftler ausgebildet. Amsler fordert deshalb eine «politische Grundsatzdiskussion ohne Scheuklappen».

Abschaffung des Numerus clausus fürs Medizinstudium

Doch die Idee eines Numerus clausus stösst auch auf Ablehnung. Gewerbeverbands-Direktor Hans-Ulrich Bigler stellt sich grundsätzlich gegen staatliche Interventionen und appelliert vielmehr an die Flexibilität der Studenten. Und auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hält von einem Numerus clausus in den Sozial- und Geisteswissenschaften wenig. Das Problem liege vielmehr in der Zulassungsbeschränkung zum Medizinstudium. Präsident Heinz Karrer fordert deshalb die Abschaffung des Numerus clausus in diesem Bereich. «Das wäre zwar teuer, aber eine wichtige Investition in die Zukunft», sagt er zur Zeitung.

In diesem Punkt pflichtet ihm die SVP bei: Anstatt den Schweizern den Zugang zum Medizinstudium zu erleichtern, hole der Staat die Leute, die man brauche, aus dem Ausland. Amstutz macht deshalb eine klare Ansage: «Bildungsminister Johann Schneider-Ammann ist gefordert und muss Tempo machen!»

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guscht am 12.03.2015 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sehe ich nicht

    Wie wär es mal einfach die Bereiche Medizin zu öffnen??

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  • Hans Müller am 12.03.2015 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bildung

    Geld für die Bildung ist nie falsch investiert. Egal welches Studienfach. Weniger Thaiboxtraining für Straftäter wäre gut fürs Staatsportemonnaie!

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  • hofstadter am 12.03.2015 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Eine böse Unterstellung

    Ich unterstelle mal: die meisten, die hier gegen Unis wettern, habe noch nie einen Hörsaal aus der Nähe gesehen und haben keinen blassen Schimmer, ob es zuviele Studierende gibt, oder nicht. Es wird munter alles nachgeplappert, was in den SVP Parteiblättern geschrieben wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reinhard Schmid am 17.03.2015 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berufs- und Studienwahlvorbereitung für alle!

    Freie Studienwahl ja, und ab sofort eine professionelle Berufs- und Studienwahlvorbereitung für alle Mittelschüler/innen!

  • Franz Meier am 14.03.2015 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Allzuviel ist ungesund...

    ...vielleicht gibt es ja auch zuviel Bauern, Banker oder auch Politiker. Warum immer auf andere zielen?

  • manago am 14.03.2015 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Blinde Gläubigkeit

    Die Forderung belegt die blinde Gläubigkeit in den technischen Fortschritt. Das geht auf Kosten der nächsten Generationen. Der Durchschnittsmensch ist abhängig von der Technik. Er hat sich von ihr versklaven lassen. Es sind die Geistes- und Sozialwissenschaftler, die aufzeigen, dass es sich um eine Scheinwelt handelt - Matrix. Von ihnen kann man lernen, was es heisst zu verzichten und Frust auszuhalten.

  • Edi Schuldner am 14.03.2015 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NM in Medizin?

    Numerus clausus in Medizin ist ein Fehler. ... und gemein: Die CH lässt das Ausland investieren, um selber zu profitieren. Auch das ist Rosinenpickerei!

  • Chrüsi - Müsi am 14.03.2015 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Heute hat bald jeder einen persönlichen

    Sozialpädagogen, Soziologen und Psychologen. Überall werden die Kriterien gesenkt und somit hat man viel Arbeit für diese. Ich habe in der Primarschule in fast jeder grossen Pause "gekämpft" und wir hatten den Plausch. Heute würde man uns von irgendwelchen unreifen "Meitschi" massregeln lassen, irgendwelche Therapien verschreiben und einen grossen Elternrat einberufen. Dafür haben wir dann bald Jungs, die mit Puppen spielen und Wattebäuschchen werfen.

    • Edi Schuldner am 14.03.2015 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genderismus

      Ist das nun Degeneration oder Dekadenz? Oder beides? Die grossen Kulturen sind daran eingegangen.

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