Sondermülldeponie

11. März 2011 08:53; Akt: 11.03.2011 11:08 Print

Sanierung in Kölliken wird massiv teurer

Die Gesamtsanierung der Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) im Kanton Aargau kostet bis zu 770 Millionen Franken. Das ist rund die Hälfte mehr als vor sieben Jahren geplant.

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Die Sanierung der Sondermülldeponie Kölliken kostet 770 Millionen Franken.

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Das SMDK-Konsortium, das vor allem aus den Kantonen Aargau und Zürich besteht, muss für Mehrkosten von 120 Millionen Franken aufkommen, wie der Aargauer Landammann Peter C. Beyeler am Freitag vor den Medien in Aarau mitteilte.

Mehrmengen an eingelagerten Abfällen, eine längere Rückbauzeit als erwartet sowie verstärkte Sicherheitsvorkehrungen führen zur Kostensteigerung. Der Rückbau der ersten öffentlichen Sondermülldeponie der Schweiz gilt als «Pionierprojekt». Erfahrungen mit einer ähnlich grossen Deponie fehlen.

Der im Herbst 2007 gestartete Rückbau wird voraussichtlich 770 Millionen Franken kosten. Das Konsortium, das die Deponie von 1978 bis 1985 betrieben hatte, sprach ursprünglich von 445 Millionen Franken.

Zusammen mit den weiterhin bestehenden Projektrisiken sowie der Mehrwertsteuer rechnet das Konsortium nun mit eigenen Aufwendungen in der Höhe von 600 Millionen Franken.

Bund bezahlt mit

Der Bund wird aus dem Altlastenfonds weitere 170 Millionen Franken beisteuern. Er überweist die Gelder gemäss Verordnung über die Abgabe zur Sanierung von Altlasten.

Dem Konsortium gehören die Kantone Aargau und Zürich (je 41,6 Prozent) sowie die Stadt Zürich und die Basler Chemie (je 8,3 Prozent) an. Als ehemalige Betreiber der Deponie müssen diese vier Partner gemäss ihren Beteiligungen den grössten Teil der Sanierungskosten tragen.

Das Konsortium kann die Aufwendungen nicht abwälzen. Es musste wegen eines Beweisnotstands auf rechtliche Schritte gegen die Lieferanten aus der Schweiz und Deutschland verzichten.

Aus der 1978 eröffneten SMDK müssen 608 000 Tonnen Einlagerungen abgebaut werden - 82 000 Tonnen mehr als zu Beginn der Arbeiten geschätzt. Die Deponie war 1985 nach massiven Umweltproblemen und Bürgerprotesten geschlossen worden.

Ein Viertel zurückgebaut

In der ersten, abgeschlossenen Etappe wurde ein Viertel der Deponie zurückgebaut. Der Giftmüll wurde fachgerecht entsorgt. Der Rückbau fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in einer riesigen Manipulationshalle statt.

Ein Brand auf der Deponie im Juni 2008 bedingte einen Arbeitsunterbruch von einem halben Jahr. Dieser Brand und die Explosion in der Deponie in Bonfol im Kanton Jura im letzten Jahr hätten gezeigt, dass der Rückbau in kleineren Chargen mit erhöhtem Aufwand für die Analytik durchgeführt werden müsse, hiess es.

(sda)