Suchtverhalten

29. März 2011 12:28; Akt: 29.03.2011 14:52 Print

Saufen, kiffen, abstürzen

Mit 15 leeren sie Flasche um Flasche, doch das Kiffen kommt in ihrem Leben erst später - wenn überhaupt; Jugendliche in der Schweiz konsumieren viele Suchtmittel.

storybild

Die Jugend in der Schweiz hat eine grosse Auswahl an Alkoholika. Gross ist auch die Suchtgefahr. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Jugendliche greifen immer noch ausgiebig zu Flasche und Zigarette: Laut einer Studie blieb der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis unter den 15-jährigen Schülerinnen und Schülern im letzten Jahr etwa gleich hoch wie vor vier Jahren.

Nach wie vor konsumierten die befragten Jugendlichen viele Suchtmittel, stellten die Vertreter von Sucht Info Schweiz am Dienstag anlässlich der in Bern präsentierten Schülerstudie fest. «Diese Situation macht uns Sorgen, da einige Jugendliche beträchtliche Risiken eingehen», sagte Direktor Michel Graf.

Die befragten 15-Jährigen tranken im Jahr 2010 - wie schon bei der Befragung vor vier Jahren - etwas weniger Alkohol und rauchten weniger Cannabis als im Rekordjahr 2002. Seit einem Jahrzehnt rückläufig ist das Rauchen.

Viele hatten schon Rauscherfahrungen

Rund ein Viertel (27 Prozent) der 15-jährigen Knaben trinkt immer noch mindestens wöchentlich Alkohol (2006: 25 Prozent). Bei den gleichaltrigen Mädchen ging dieser Wert 2010 von 17 auf etwa 13 Prozent zurück. Etwa ein Drittel der Knaben (35 Prozent) und Mädchen (30 Prozent) hatten im Monat vor der Befragung mindestens einmal fünf oder mehr alkoholische Getränke hintereinander getrunken.

Weiter ergab die Befragung, dass 79 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 72 Prozent der gleichaltrigen Knaben nicht rauchen. Nach wie vor sei der Anteil rauchender Jugendlicher aber relativ hoch, heisst es in der Studie.

Beim Kiffen haben die meisten der 15-Jährigen noch keine Erfahrung. Zwei Drittel der Jungen und drei Viertel der Mädchen gaben an, noch nie in ihrem Leben Cannabis konsumiert zu haben. Von den kiffenden Jugendlichen tun die meisten dies nur unregelmässig. Nur 4 Prozent der Jungen und 1 Prozent der Mädchen gaben an, im Monat vor der Befragung mindestens zehnmal gekifft zu haben.

Keine Entwarnung

Trotz Stagnation des Konsums will Sucht Info Schweiz aber keine Entwarnung geben. «Die Präventionsarbeit muss weitergeführt werden», sagte Graf. Die Situation müsse noch weiter verbessert werden.

Graf kritisierte den zu einfachen Zugang zu Alkohol und Tabak für Unter-16-Jährige. Insbesondere der Verkauf von Zigaretten sei kantonal sehr unterschiedlich geregelt: «Wir fordern eine nationale Regelung, welche den Verkauf von Tabak erst an über 18-Jährige erlaubt.» Auch müssten Testeinkäufe von Alkohol und Tabak vermehrt durchgeführt werden.

Bei der Studie wurden 10 000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 15 Jahren und aus allen Landesteilen anonym befragt. Die erhobenen Daten sollen zeigen, wo bei der Präventionsarbeit Handlungsbedarf besteht.

Die Untersuchung wird alle vier Jahre im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) durchgeführt. Dieselbe Studie wird alle vier Jahre unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation in über 40 Ländern gemacht.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vogel am 29.03.2011 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Vater Staat selbst schuld

    Hab auch schon mit 15 angefangen zu trinken (bis heute - 23 - so ziemlich jedes Wochenende bis zum leichten Rauschzustand) und rauchen tu ich seit 5 Jahren. Kein Wunder, wird man doch mit 15 bereits in die Berufswelt geschickt (obs dir passt oder nicht) und man wir überall als erwachsener behandelt - Kindheit fehlanzeige. Wenn Vater Staat bereits 15-jährige zum Arbeiten verdonnert, dann soll er sich nicht wundern wenn diese wie die Grossen zur Flasche greifen und mit anderen Drogen wegballern.

    einklappen einklappen
  • Markus am 29.03.2011 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Alkohol

    Weshalb sehen manche nicht ein, dass es entweder ein rigoroses Alkoholverbot braucht, um keinen Missbrauch zu ermöglichen, oder ansonsten lässt man es einfach wie es ist und wie es übrigens auch schon immer war! Ich bin der Meinung, dass man die Jugendlichen auf jeden Fall ausprobieren lassen sollte, sie brauchen schliesslich Erfahrung mit Alkohol. Sie sollen sich ruhig einige Male einen extremen Rausch antrinken und mit den Folgen umgehen. Früher oder später vergeht ihnen dann schon die Lust am Alkohol. Hat in jüngeren Jahren bei mir und einigen Kollegen wunderbar geklappt ;)

  • Luca Carmosino am 29.03.2011 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Alkohol ist das Problem

    1. Die Einstiegsdroge nummer eins ist alkohol. Gem. letzten Studien sogar gefährlicher als Heroin!! Im Koni kann man sich für 0.45 CHF einen halben Liter Bier kaufen, 4.50 = 5 Liter Bier... auf der strasse kostet aber ein gramm Heroin etwas um die 100 Franken oder nicht? Schätze mal alkohol sollte auch illegal sein oder zumindest müsste man die Steuer wieder einführen, die es vor ein paar Jahren gab. Es kann nicht sein, dass man sich mit einem 'füfliber' besaufen kann!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 30.03.2011 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nichts zu Lachen

    Die Alten sind gierig nach Karriere und vor allem nach Geld. Die Jungen saufen und kiffen. Väter macht mit euren Söhnen Sport, anstatt dem Geld nachzurennen.

  • Noro elle am 30.03.2011 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz oder gar nicht

    Nun, wenn man möchte dass die Jugend nicht mehr säuft,dann müsste man Alkohol ganz verbieten. Aber das wird natürlich nie geschehen, weil es ein grosser Wirtschaftszweig ist und man viel Geld mit Alkohol verdient. Dabei verursacht Alkohol im Jahr sicher mehr Tote, als z.b. Tabak. Wenn die Alten sich besaufen, dann machen es dir Jungen auch. Dabei verursacht kein 16j. besoffen einen Unfall.Wir haben uns als Junge auch betrunken und die meisten haben überlebt.Und die anderen haben halt Pech gehabt.

  • Wenzin am 30.03.2011 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Statt wie vorgeschlagen

    die Preise zu erhöhen, sollten die Eltern den Jugendlichen einfach das Sackgeld halbieren. Nütz viel besser, weil sie dann zweimal überlegen müssen, wofür sie das Geld ausgeben.

  • Thomas am 30.03.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    immer der selbe aktionitis blödsinn

    früher wurde genau so gesoffen und geraucht, wenn nicht mehr. auch von unter 16j und geschadet hats den wenigsten. es reicht langsam mit immer mehr verboten und "mahnfingern". damals gabs kein ständiges aufschreien von linken und profilierungssüchtigen organisationen.

    • Pesche am 20.04.2011 08:53 Report Diesen Beitrag melden

      Very easy to say

      Wow, die Linken und Netten sind schuld - Problem gelöst! Geschadet hats den wenigsten? Sie haben ja keine Ahnung, wie viele Menschen in diesem Land an Langzeitschäden auf Grund von Alkoholkonsum leiden. Viel Spass beim besauffen, wir sehen uns beim Blauen Kreuz

    einklappen einklappen
  • Yoshi am 30.03.2011 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Alaholiker :)

    Alkoholverbot bis 22. Somit auch weniger Gefahr - Alkohol am Steuer bei Junglenker.