Neue Gesetze

30. Juli 2014 10:36; Akt: 30.07.2014 18:39 Print

Schärfere Regeln für Schweizer Drohnen

Ab Freitag gelten in der Schweiz neue Regeln für Drohnen. So dürfen die Flugobjekte nicht mehr über Menschenansammlungen fliegen. Das Verletzungsrisiko sei zu gross.

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Eine Drohne des Aufklärungsdrohnensystems ADS 95 auf dem Militärflugplatz Emmen. (Bild: Keystone/C. Beutler)

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Am 1. August treten die neuen Drohnen-Regelungen in Kraft, die das Bundesamt für Zivilluftfahrt Anfang Juli vorgestellt hatte. Grund für die verschärften Gesetze ist die wachsende Anzahl der Flugobjekte am Himmel.

Ziel der neuen Regelung ist, dass die unbemannten Flugobjekte nicht auf die Köpfe der Menschen fallen können und sie so verletzen. Das Gesetz gilt bereits jetzt für grössere Flugobjekte, ab dem 1. August sind nun auch kleinere Drohnen mit einem Gewicht zwischen 500 Gramm und 30 Kilogramm betroffen. Bei grösseren Menschenansammlungen gilt für sie der Luftraum im Umkreis von 100 Metern deshalb als Sperrgebiet.

Gefahr in der Luft

Dass eine Drohne in der Luft gefährlich werden kann, zeigt ein Vorfall, der sich vor ein paar Jahren am Flughafen Locarno ereignet hat: Weil ein Helikopterpilot ein Modellflugzeug mit einem echten Flieger verwechselte, schätzte er die Distanz zu diesem falsch ein und erlebte kurz darauf eine Schrecksekunde.

Wie ein Sprecher des kantonalen Flughafens in Locarno zu 20 Minuti sagt, könnten auch Drohnen mit einem geringen Gewicht bei einer Kollision mit einem Flugzeug zu schwerwiegenden Folgen führen. Rund um Flughäfen ist deshalb der Luftraum im Umkreis von fünf Kilometern für Drohnen gesperrt.

Armee begleitet Drohnen mit Flugzeugen

Die Sichtflugregel gilt auch für die Armee. Für das Militär ist diese jedoch nicht neu. «Auch die Armee-Drohnen müssen immer begleitet werden, wenn sie tagsüber fliegen», so der Sprecher. Ob dieser doppelte Einsatz auch sinnvoll ist, bleibt abzuwarten.

Die Armee-Drohnen werden allerdings in mehr als 50 Prozent der Fälle nicht begleitet, sagt Laurent Savary, stellvertretender Chef Kommunikation der Luftwaffe. Einzig, wenn die Drohne über eine Zone fliegt – die den Sichtflugregeln unterliegt – in der auch andere Flugobjekte beispielsweise Segelflugzeuge, Gleit- oder Fallschirme unterwegs sind, muss ein Kleintransporter mitfliegen. «Hier gilt: Sehen und gesehen werden.» Der Pilot im Begleitflugzeug hat immer einen Beobachter dabei, dieser ersetzt die Augen, die der Drohne fehlen und sorgt dafür, dass es zu keinen Zusammenstössen kommt.

Man mag sich fragen, aus welchem Grund die Begleitflugzeuge nicht gleich die Arbeit der Drohne übernehmen. «Dies ist nicht möglich, da die Drohe komplett anders ausgerüstet ist. Sie funktioniert mit Infrarot- und TV-Kamera», sagt Savary. Das Flugzeug könne diese Art Aufnahmen nicht machen.

Während der Nacht oder in gesperrten Flugzonen ist eine Begleitung nicht notwendig. «Da hier kein Risiko besteht, dass auch andere Flugobjekte in der Luft sind, fliegt die Drohen alleine», so Savary.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas Zurmühle am 30.07.2014 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Oh je

    Bravo BAZL, ihr habt gerade den militärischen Drohneneinsatz nahezu sinnlos gemacht.

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  • Markus E. am 30.07.2014 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvoll -.-

    eine der skurilsten gesetze der schweiz toll! das gibt spot und hohn vom ausland. habt ihr nichts besseres zu tun?

  • Mike am 30.07.2014 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Begleteter Drohnenflug

    Für was setzt man dann noch Drohnen ein, wenn diese von einem zweiten bemannten Flugzeug oder Helikopter begleitet werden müssen? Ausser erhöhten Kosten für das zweite Flugobjekt bringt es keinen nutzen und kann dann gleich von der Begleitmaschine erledigt werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schildbürger am 30.07.2014 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gottfried keller, mit seiner Parabel zur Schweiz ;

    gibt es nicht ein ding, welches an die voderseite der drohne montiert werden kann ? dieses ding nennt sich übrigens kamera ;) zu dem neuen Gesetz sage ich nur WILLKOMMEN IN SELDWYLA

  • Bps am 30.07.2014 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie verhindern?

    Kann mir mal jemand erklären wie ein Begleitflugzeug in Sichtweite der Drohne verhindern soll dass diese bei Problemen abstürzt???

  • der schweizer am 30.07.2014 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    und wieder

    und wieder haben wir ein stück freiheit weniger. die schweiz ist schlimmer als russland

  • O. B. am 30.07.2014 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    BAZL=Hobbybürokraten

    Das BAZL will sowieso jeden Spass verbieten... Die Verbote im Hobbybereich sind nahezu ein Killer für FPV-Flug... Nur weil es wenige Idioten gibt, welche in Städten oder bei Flughäfen fliegen, dürfen wir FPV-Piloten, welche auf offenem Feld fernab von Menschenansammlungen fliegen, unser Hobby nicht mehr ausführen... Oder denkt ihr es ist realistisch, dass zb. ich ständig jemanden finde der Zeit hat, mich begleitet und die Kompetenzen mein Modell zu fliegen? Leider nein...

  • Kurt Bäschi am 30.07.2014 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Dummheit schmerzen verursachen w..

    Wenn Dummheit schmerzen verursachen würde. Dann würden die dies sich diese torheit ausgedacht haben. Nur noch schreien und zwar den ganzen Tag lang.