Ideale Brutstätte

30. August 2019 21:43; Akt: 31.08.2019 18:57 Print

Schimmel und Bakterien in abgepackten Kräutern

Ein Test zeigt, dass einige abgepackte Schweizer Kräuter Schimmel und Bakterien enthalten. Vereinzelte sollen sogar Warnwerte überschreiten.

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Dass in Plastik verpackte Kräuter eine ideale Brutstätte für Bakterien und Schimmel sein können, zeigt ein Test des Schweizer Konsumenten Magazins «Saldo». In der Stichprobe wurden in zwei Lebensmittellabors in der Schweiz und in Deutschland 39 abgepackte Küchenkräuter – wie Basilikum, Koriander, Petersilie oder Schnittlauch – auf heikle Bakterien und Schimmel untersucht.

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Zuvor wurden die Kräuter bei Detailhändlern in Basel, St.Gallen und Zürich eingekauft. Bis auf drei Ausnahmen stammen alle aus der Schweiz. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 6 von 39 Produkten erhielten eine gute Note. 24 waren ungenügend und 9 sogar schlecht.

Für geschwächte Personen gefährlich

So fanden die Experten in der gehackten Petersilie von «Anna's Best» aus der Migros, in der gekrausten Petersilie von «Coop Qualité & Prix» und im geschnittenen Schnittlauch von «Coop Naturaplan Betty Bossy Bio» unter anderem antibiotikaresistente ESBL-Keime. Diese sind zwar für gesunde Menschen nicht gefährlich, können bei geschwächten Personen aber Infektionen auslösen, die sich nicht mehr mit Antibiotika behandeln lassen und tödlich enden können.

Der Saldo-Test zeigte zudem, dass abgepackte frische Kräuter erhöhte Schimmelwerte aufweisen. Schimmel ist an sich nicht gesundheitsgefährdend, kann aber Allergien auslösen oder hitzeresistente Gifte bilden, die wiederum Erbrechen und Durchfall verursachen können.

29 Proben hatten die Richtwerte, welche die deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie empfiehlt, überschritten. Sechs waren sogar über den Warnwerten. Behördliche Grenzwerte zu Schimmel auf abgepackten Kräutern gibt es nicht.

Migros und Coop nehmen Funde ernst

Bei Denner wollte man sich laut «Saldo» nicht zu den Ergebnissen äussern. In einer Filiale in der Stadt Zürich konnten anhand des Tests erhöhte Schimmelwerte nachgewiesen werden. Migros und Coop verweisen hingegen auf die fehlenden Grenzwerte. Zudem betonen beide, dass sie die Funde von antibiotikaresistenten Keimen ernst nehmen würden.

Bei Manor – auch hier gab es erhöhte Schimmelwerte bei abgepackten Kräutern – heisst es, dass die verpackten Küchenkräuter naturbelassen und nicht im genussfertigen Zustand wären. Kräuterproduzent Egli's AG argumentierte ähnlich. Man rät den Kunden, verpackte Kräuter vor dem Verzehr zu waschen.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rocmade am 30.08.2019 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke!

    Raus aus dem Sortiment!! Ist ja widerlich! Nach dem Bericht kauft das eh keiner mehr!

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  • Die Leserin am 30.08.2019 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grusig

    Ab jetzt werde ich nur noch Kräuter aus dem eigenen Garten verwenden!

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  • äsä am 30.08.2019 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem

    Heisst BIO! Konventionelle Kräuter kauft man am Bund. BIO-Ware ist im Plastik und vergammelt wegen der Feuchtigkeit. Ergo: Schimmel und Bakterien mit Feuchtigkeit, ist die Optimale Brutstädte!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 31.08.2019 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach...

    Das allerbeste sind die Kräuter aus dem eigenen Garten oder aus der Blumenkiste auf dem Balkon... Problem gelöst!

  • Der Umwelt zu liebe am 31.08.2019 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ende mit dem Verpackungswahn

    Es ist absolut unsinnig, Gemüse und Früchte in zukünftigen Plastikmüll zu verpacken. Es ist schlecht für die Lebensmittel, die Menschen und die Umwelt.

  • Carina am 31.08.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Verkäuferin

    Der Kunde will heutzutage zur jeder Jahreszeit alles Kaufen können. Gleichzeitig reklamiert er aber wenn es aus China Mexico oder sonst wo her kommt. Alle schreien wegen dem Plastik Müll aber der Kunde Kauft Kräuter Gemüse und Sonstige frische Zutaten die im Plastik verpackt sind. Ganz wichtig um 18:00Uhr braucht es noch min. 5 verschiedene frische Brote im Regal. Das all die, die übrig bleiben dann im Müll landen ist dem Kunden nicht egal aber wichtiger ist das er das Brot hat. Es wird aber vom Händler verlangt nachhaltig zu sein. Liebe Kunden hinterfragt mal euer Kaufverhalten!

  • Putzfrau am 31.08.2019 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht schlimmer

    Ach, so schlimm finde ich das gar nicht. Passt zumindest zu manchen Haushalten, die ich täglich putze. Da ist Schimmel an Lebensmiteln noch das kleinste Übel, denn die kann man wegwerfen.

  • Mike Riederer am 31.08.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Nüsslisalat.

    Ich hatte schon öffters Nüsslisalat mit Schimmel, sieht man nicht, merkt man erst beim Essen. Grausig, kaufe keinen mehr. Das gibt es wenn er feucht verpackt ist und geht auch mit waschen nicht raus, kann man nur wegwerfen.