Silvesternacht

01. Januar 2016 13:38; Akt: 01.01.2016 14:48 Print

Schlägereien, Lärm und ein Raubüberfall

Vor allem Streitereien und Betrunkene beschäftigten an Silvester die Polizisten in den Kantonen. In Solothurn überfiel ein mit einer Pistole bewaffneter Mann einen Tankstellenshop.

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Totalschaden: In Hundwil AR prallte ein Autofahrer in einer steilen Böschung in einen Baum – er bliebt unverletzt. (Bild: Kapo Appenzell Ausserrhoden)

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In der Silvesternacht mussten die Kantonspolizisten vor allem wegen Schlägereien, übermässigem Alkoholkonsum und Lärm ausrücken. Im Kanton Solothurn überfiel ein bewaffneter Mann einen Tankstellenshop und in St. Gallen erlitt ein Mann einen Stromschlag als er auf einen abgestellten Zug kletterte.

In Hundwil AR fuhr ein Autolenker um 4.00 Uhr über den linken Fahrbahnrand in den nahen Wald. In der steil abfallenden Böschung kam das Fahrzeug erst nach einigen Metern durch einen Anprall an einen Baum zum Stillstand, schreibt die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. Der unverletzte Lenker war alkoholisiert und musste seinen Führerausweis auf der Stelle abgeben. Das Fahrzeug erlitt Totalschaden.

Überfall auf A1-Raststätte

Ein mit einer Pistole bewaffneter Mann betrat um kurz nach 3.00 Uhr morgens den Tankstellenshop der Raststätte Deitingen-Süd SO an der Autobahn A1. Er bedrohte laut der Polizei des Kantons Solothurn die anwesenden Gäste und die Kassiererin und erbeutete Bargeld. Verletzt wurde niemand. Trotz sofort eingeleiteter Fahndung entkam der Mann, der sein Gesicht mit einem Schal verdeckt hatte, unerkannt.

In Basel zählte die Einsatzzentrale der Polizei 118 Notrufe und 74 Polizeieinsätze. Die Sanität musste 36 Mal wegen Notfällen ausrücken, in den meisten Fällen, um Betrunkene ins Spital zu bringen. Daneben beschäftigten Lärm, Streitereien und Schlägereien die Einsatzkräfte, wie das Justiz- und Polizeidepartement Basel-Stadt bekannt gab. Gegen 22 Uhr formierte sich beim Vogesenplatz eine Kundgebung. Bis zu 80 Personen zogen über die Johanniterbrücke ins Kleinbasel. Unterwegs hinterliessen sie Sprayereien.

Die Berufsfeuerwehr schob während des Feuerwerks über dem Rhein Sicherheitswache. Ausrücken musste sie unter anderem wegen einer defekten Steckdose und wegen eines Fehlalarms. In Basel-Land mussten die Sicherheitskräfte rund 50 Mal ausrücken, meist wegen kleineren Streitigkeiten oder Lärmklagen.

Mehrere Festnahmen und Schwelbrand

In Schaffhausen wurden mehrere Menschen vorläufig festgenommen, unter anderem wegen Nichtgewährens von Ruhe und Ordnung respektive Widerhandlung gegen das Ausländergesetz. Besonders nach Mitternacht musste die Polizei zudem mehrere Male bei Schlägereien eingreifen. Wegen Widerhandlungen gegen die Polizeiverordnung wurden mehrere Verzeigungen ausgesprochen. Die meisten Verfehlungen seien auf übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen, schreibt die Polizei.

Unfug mit Feuerwerk, kleinere Schlägereien und Lärm von Randalierenden haben im Aargau der Kantonspolizei und den Regionalpolizeien zu tun gegeben. In einem Einfamilienhaus in Rupperswil kam es zu einem Schwelbrand. Grund des Feuers war nach ersten Erkenntnissen eine vergessene Kerze an einem Adventskranz.

Mann klettert auf Zug und erleidet Stromschlag

Ein 24-jähriger Mann ist am Neujahrstag auf dem Güterbahnhofareal von St. Gallen auf einen abgestellten Zug geklettert und hat dort einen Stromschlag erlitten. Er fiel vom Dach und stürzte vier Meter tief auf die Geleise. Die Rettungssanität brachte ihn verletzt ins Spital. Weshalb der Mann auf den Zug geklettert ist und wie es zum Unfall kommen konnte, wird noch abgeklärt, wie die Stadtpolizei St. Gallen mitteilte.

In der Silvesternacht geriet ausserdem in St. Gallen ein Christbaum in Brand. Die Mieterin der Wohnung konnte sich unverletzt in Sicherheit bringen, doch der Schaden dürfte nach Polizeiangaben grösser sein als 100'000 Franken. Die vom Brand betroffene Wohnung brannte vollständig aus, zwei darüber liegende Wohnungen und die Hausfassade wurden vom Rauch in Mitleidenschaft gezogen.

Farbanschlag gegen Amtshaus in Bern

Im Kanton Bern gingen um die 200 Meldungen ein, wie die Polizei meldete. In Interlaken im Berner Oberland musste ein bei einem Streit verletzter Mann ins Spital eingewiesen werden. Weitere Menschen wurden bei Auseinandersetzungen leicht verletzt. In Biel wurde ein Mann, der gegen Polizisten tätlich geworden war, vorübergehend festgenommen. An einer Party in Muri mussten die Beamten beruhigend einschreiten, weil viel mehr Gäste als geplant erschienen waren. Ein junger Mann, der sich nicht kontrollieren lassen wollte, musste mit auf die Wache.

Vor allem wegen zu viel Alkohol kam es zu mehreren medizinischen Notfällen. Auch einzelne kleine Brände und Beschädigungen wurden der Polizei gemeldet. In der Stadt Bern warfen Unbekannte mit Farbe gefüllte Gläser gegen die Fassade des Amtshauses. Die Feuerwehr musste ausrücken, um die Fassade wieder zu reinigen.

(ij/sda)