Gesundheit

26. Mai 2019 04:13; Akt: 26.05.2019 10:50 Print

Schlechte Spermien beschäftigen den Bund

Das Bundesamt für Gesundheit will herausfinden, warum die Spermienqualität Schweizer Männer so schlecht ist.

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Die Spermienqualität der Schweizer lässt immer mehr nach. Dies haben Genfer Forschende herausgefunden. Sorgen um die Spermienqualität hatten schon die Simpsons-Macher. Auf den nächsten Slides folgen die spannendsten Fakten zu Spermien. Sperma besteht zu 91,8 Prozent aus Wasser. Weiter enthält es Proteine, Enzyme, Elektrolyte, verschiedene Hormone und Pheromone sowie Zink, Magnesium und Calcium. Es ist mit einem pH-Wert zwischen 7 und 7,8 leicht basisch, was die Samenzellen vor der sauren Umgebung der Vagina schützt. Nicht zu verwechseln sind Sperma und Lusttropfen. Bei Letzterem handelt es sich um ein Sekret, das dazu dient, Urin-Reste in der Harnröhre zu neutralisieren und die Gleitfähigkeit der Eichel zu verbessern. Dennoch können in ihm Spermien enthalten sein. Heisst: Eine Frau kann dadurch bereits schwanger werden. Es gibt noch einen weiteren Unterschied zwischen Sperma und Lusttropfen: Zu Ersterem gibt es ein Kochbuch, zum zweiten jedoch nicht. «Natural Harvest. A collection of semen-based recipes» von Paul «Fotie» Photenhauer ist 2008 erschienen. Im Schnitt beträgt die Menge eines menschlichen Samenergusses 2 bis 6 Milliliter, wobei 1 Milliliter durchschnittlich 20 bis 150 Millionen Spermien enthält. Das sind 0,5 Prozent des gesamten Ejakulats - der Rest ist Samenflüssigkeit. Viel und regelmässiger Sex verbessert die Qualität der Spermien. Das haben Forscher des Soroka Universtity Hospital nachgewiesen. Laut ihrer Studie bewirkt häufiges Kopulieren, dass die Spermien des Mannes beweglicher werden - was bei Kinderwunsch essenziell ist. Ebenfalls positiv auf die Beweglichkeit von Spermien wirkt sich Kaffeekonsum aus. Laut Wissenschaftlern der Universität Sao Paulo machen schon drei Tassen pro Tag einen Unterschied aus. Ganz anders sieht es bei Vegetariern und Veganern aus: Wissenschaftler der Loma Linda University Medical School in Kalifornien haben Hinweise darauf gefunden, dass deren Fruchtbarkeit unter ihrer Ernährung leidet. Die Spermien von Fleischessern sind wesentlich aktiver. . Ihrer Studie zufolge werden die Spermien durch das Rauchen von Cannabis kleiner und entwickeln mehr Fehlbildungen. (Im Bild: Promi-Kiffer Snoop Dogg) Auf dem Weg zur Eizelle der Frau liefern sich die Spermien des Mannes ein regelrechtes Wettschwimmen. Doch nicht alle haben die gleichen Chancen, wie spanische Forscher nun herausgefunden haben. Demnach sind die ersten Tropfen besser in Form als der Rest. . Forscher der State University of New York in Albany haben gezeigt, dass Sperma gegen Depressionen hilft. Der stimmungsaufhellende Effekt geht auf die im Ejakulat vorhandenen Hormone Testosteron und Östrogen zurück. Geschluckt werden muss das Sperma dafür übrigens nicht. Die Hormone werden auch durch die Schleimhäute in der Vagina aufgenommen. Auch Schwangeren kann Sperma helfen. Laut dem US-Biopsychologen Gordon G. Gallup lässt der Samen des biologischen Vaters die werdenden Mütter weniger anfällig für lästige Symptome wie morgendliche Übelkeit werden. Sperma-Allergiker sollten darauf jedoch verzichten. Denn bei einer leichten Form kann es beim Kontakt mit der Samenflüssigkeit zu Ausschlag am ganzen Körper, Schwellungen und Rötungen kommen. Ist die Allergie stärker, leiden die Betroffenen zusätzlich unter Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock. Bei älteren Männern ist bei Kinderwunsch offenbar Vorsicht geboten. Gemäss Forschern des Karolinska Instituts gibt es einen Zusammenhang zwischen bipolarer Störung und dem Alter des Vaters: Nachwuchs, der von Männern über 55 Jahren gezeugt wurde, hat ein 1,37 Mal höheres Risiko zu erkranken, als Kinder, deren Väter bei der Befruchtung zwischen 20 und 24 Jahre alt waren. (Im Bild: Bruce Willis mit Tochter Mabel Ray) berichtete.

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Schweizer Männer haben schlechte Spermien, ergab die Untersuchung eines Forschungsteam der Universität Genf, die diese Woche veröffentlicht wurde. 2500 Männer zwischen 18 und 22 Jahren wurden dafür untersucht, bei mindestens 60 Prozent von ihnen sei ein Mangel festgestellt worden, hiess es in einer Mitteilung. Wie der «SonntagsBlick» nun schreibt, schaltet sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein.

«Das BAG plant ein Pilotprojekt zum sogenannten Humanbiomonitoring. Dabei soll untersucht werden, ob und in welchem Umfang die Bevölkerung mit Schadstoffen belastet ist, um allenfalls Massnahmen im Gesundheitsbereich zu treffen und Stoffe einzuschränken», erklärt Sprecher Daniel Dauwalder. Man wolle herausfinden, was die Chemikalien, mit denen man täglich in Berührung komme, in unserem Körper bewirken.

Für den kommenden Herbst sei der Start des Projekts geplant. 1000 Personen aus der Deutschschweiz und der Romandie werden eingeladen, daran teilzunehmen. Sollte es in der ersten Phase zu positiven Resultaten kommen, dann könnte die Studie auf 100'000 Teilnehmer ausgeweitet werden.

(roy)