Auftritt an der Cebit

15. März 2016 13:17; Akt: 15.03.2016 14:01 Print

Schneider-Ammann hat dazugelernt

An der Computermesse Cebit sprach Johann Schneider-Ammann über Innovation. Hat er aus seiner missglückten Kranken-Ansprache gelernt?

(Quelle: Youtube.com/ cebitchannel)
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«Ich suche das Rampenlicht nicht, aber das gehört zur Funktion», sagte Johann Schneider-Ammann vor Beginn seines Präsidentschaftsjahrs zu 20 Minuten. Damals konnte er noch nicht ahnen, dass wegen einer Ansprache zum Tag der Kranken bald die ganze Welt über ihn lachen würde – von Frankreich bis nach Amerika. Wie fühlt es sich an, unter diesen Bedingungen erneut ins Rampenlicht zu treten?

Am Montag war es so weit: Es war an Schneider-Ammann, den «Switzerland Summit» an der weltgrössten Computermesse Cebit in Hannover zu eröffnen. Mit einem charmanten «Grüessech mitenand» begrüsste der Wirtschaftsminister die anwesenden Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. In seiner rund 10-minütigen Rede sprach er vom «Innovationspark Schweiz» und verwies darauf, dass das World Wide Web am Genfersee erfunden worden war. Zürich beherberge heute ausserdem das grösste Google-Forschungszentrum ausserhalb der USA.

«Gute Ausdruckskraft»

«Es ist beachtlich, dass es Schneider-Ammann gelungen ist, sich nach all den Negativschlagzeilen nicht zu verkrampfen», sagt Marcus Knill, Experte für Medien-Rhetorik. Von Angst oder einer Blockade sei in der Cebit-Rede nichts zu spüren – im Gegenteil: «Er kommt frisch auf die Bühne und hat eine gute Ausdruckskraft.» Man merke, dass er mitdenke, während er spricht. «Er ratterte nicht einfach emotionslos etwas herunter.»

Zwar hielt es sich stark an sein Manuskript, so Knill. Inhalt und Aufbau seien aber gut. So habe der Wirtschaftsminister erfolgreich die Brücke von Deutschland zur Schweiz geschlagen und sei auch auf die Ängste eingegangen, welche die Digitalisierung auslösen könne. «Alles in allem habe ich den Eindruck, dass er an den Erfahrungen der letzten Tage enorm gewachsen ist.»

Schon vor der viel belächelten «Rire»-Rede sei ein leichter Aufwärtstrend feststellbar gewesen. «Der Taucher am Tag der Kranken hat ihm nun definitiv die Augen geöffnet.» Er hoffe, dass der Bundespräsident nun intensiv von einem erfahrenen Profi gecoacht werde. «Das Wichtigste ist, verständlich zu formulieren und das Publikum direkt anzusprechen. Wer überzeugt ist von dem, was er sagt, kann so viele Fehler machen, wie er will.»

Hier gehts zum Video von Schneider-Ammanns Cebit-Ansprache.

(jbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Woody am 14.03.2016 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht so

    Die Schweiz lacht auch über Trump ... also warum nicht umgekehrt?

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  • Mr461 am 14.03.2016 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Sie werden nicht mehr lange lachen, wenn Trump Präsident wird.

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  • moritz am 14.03.2016 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    sicher nicht

    Die können ja gar nicht lachen den die Amerikaner können ja gar keine Fremdsprache.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • XC90 am 15.03.2016 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab!!!

    Hut ab vor Herrn Schneider und seinem Coach. Diesem Wandel in so kurzer Zeit gehört unser voller Tribut! Danke Herr Bundespräsident.

  • G. B. am 15.03.2016 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt das Problem?

    Eigentlich hat die Rede von Schneider-Ammann das erreicht was er wollte. Er wollte ja das man Lacht.

  • Loocka am 14.03.2016 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Och

    Ich rede wie ein Fünftklässler und bin strikt gegen Lachen. Johann Schneider-Ammann, ü60, Bundesrat

  • Mountainpixels2 am 14.03.2016 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lache dann auch

    Wen Trump presi wird

  • Paddy Himself am 14.03.2016 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glücksfall

    John Oliver ist fabelhaft, seine Rhetorik ist fast schon perfekt und seine Themenwahl stets gut begründet und relevant. Schneider-Ammann darf sich freuen, dass er von der Seite her Aufmerksamkeit bekommt.