25. Juli 2007 15:36; Akt: 25.07.2007 15:37 Print

Schon 1'000 Homo-Ehen in der Schweiz

Ein halbes Jahr nach In-Kraft-Treten des Partnerschaftsgesetzes sind in der Schweiz weit über 1'000 gleichgeschlechtliche Paare registriert.

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Vor allem männliche Paare haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Erfahrungen mit dem 2005 gutgeheissenen Gesetz sind positiv, wie eine AP-Umfrage zeigt.

Gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) haben sich bis und mit Mai 1.127 gleichgeschlechtliche Paare beim Zivilstandsamt der Wohngemeinde eintragen lassen. 813 Mal waren beide Partner männlich, 314 Mal weiblich. Nach einem Ansturm auf die Zivilstandsämter zu Beginn des Jahres ging die Zahl der Eintragungen kontinuierlich zurück. So liessen sich im Januar 376 Paare eintragen, im März waren es noch 201 und schliesslich im Mai 169.

Viele Paare hätten gewartet, bis das eidgenössische Recht am 1. Januar in Kraft getreten ist, erklärte Ronny Wunderli, der Chef der Zürcher Aufsichtsbehörde für das Zivilstandswesen. Im ganzen Kanton hätten sich bis Mitte Juli 512 Paare eintragen lassen. «Weit über die Hälfte davon in der Stadt Zürich», sagte Wunderli. Je ländlicher, desto weniger hätten sich Paare eintragen lassen.

Dieser Trend zeigt sich in der ganzen Schweiz. So haben sich im Kanton Uri bislang lediglich drei Paare eintragen lassen, wie Zivilstandsbeamtin Irma Loretz sagte. Seit April habe man keine Anfragen mehr gehabt. Obwohl die Mitarbeiter speziell geschult worden sind und auf der Website zusätzliche Informationen aufgeschaltet worden sind, seien anfangs gemischte Gefühle vorhanden gewesen, erklärte Loretz. Aber jetzt seien die Erfahrungen sehr positiv. «Es waren schöne Zeremonien», sagte sie.

Auch im Wallis gibt es geographisch grosse Unterschiede. Während sich im Unterwallis bisher 17 Paare registrieren liessen, war es im Oberwallis bisher kein einziges Paar. Christoph Gsponer, Leiter des Zivilstandsamtes Visp und Mitglied der kantonalen Aufsichtsbehörde, zog eine durchwegs positive Bilanz. «Am Anfang hätten einzelne gedacht, das gebe ein grosses 'Tamtam'», sagte Gsponer. Aber schliesslich seien die Feiern völlig normal und im schönen Rahmen geblieben.

Im Kanton Bern liessen sich in den ersten sechs Monaten 135 Paare eintragen. 50 weibliche und 85 männliche Paare hätten ihre Partnerschaft dadurch rechtlich abgesichert, teilte der Kanton mit. Im Kanton Aargau waren es im gleichen Zeitraum 69 Paare: 40 männliche und 29 weibliche. Im Vergleich zu den Eheschliessungen machten die Beurkundungen von eingetragenen Partnerschaften etwas mehr als fünf Prozent aus, teilte der Kanton mit. Im Kanton Genf liessen sich bis Mitte Juli 87 Paare registrieren. Einige davon hatten sich zuvor bereits kantonal registrieren lassen.

Die regionalen Unterschiede erklärt sich Pierre Rosselet, Co-Präsident von Pink Cross, mit der grösseren Akzeptanz von Schwulen und Lesben in den Städten. Die bisherigen Erfahrungen und Zahlen entsprächen in etwa den Erwartungen. Probleme gebe es aber noch bei binationalen Partnerschaften. Zwar gebe es sehr positive Beispiele, ihm seien aber auch Fälle bekannt, in denen Schweizer Vertretungen im Ausland und Migrationsämter mit den neuen rechtlichen Bedingungen zu wenig vertraut seien.

(ap)