Für perfekten Körper

27. August 2013 12:46; Akt: 27.08.2013 17:45 Print

Schon 14-Jährige halten strikte Diät

von Andreas Bättig - Um eine Model-Figur zu haben, gönnen sich bereits 14-jährige Mädchen nicht mal mehr Süssigkeiten. Laut Ernährungsexperten setzen sich immer mehr Junge unter Druck.

storybild

Sie sind jung, hübsch - und dünn. Die Finalistinnen des Elite-Model-Look-Contest 2013 schrecken auch nicht vor Essverboten zurück, um ihre Figur zu halten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für den Model-Traum verzichten die Mädchen des Elite-Model-Look-Contests auf vieles, was für andere Gleichaltrige ganz normal ist. So gab eine 14-jährige Kandidatin kürzlich im «Blick» bekannt, Chips und Schokolade ganz aus ihrer Ernährung gestrichen zu haben. Und Glace gönne sie sich erst wieder, wenn sie den Contest gewinnen sollte. So hat die 1.78 Meter grosse Teilnehmerin innerhalb eines Jahres 25 Kilo abgenommen – sie wog vorher mit 11 Jahren 75 Kilo.

Umfrage
Sollte es für Model-Contests eine Mindestgrenze beim Body-Mass-Index geben?
73 %
15 %
12 %
Insgesamt 3655 Teilnehmer

Die 14-Jährige ist eine von 12 Kandidatinnen, die es ins Finale geschafft haben. Auch die anderen Mädchen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren sehen alles andere als wohlgenährt aus. Dass Mädchen schon in jungen Jahren anfangen, strikt auf ihre Ernährung zu achten, beobachtet Bettina Isenschmid, Chefärztin des Kompetenzzentrums für Essverhalten in Zofingen, mit grosser Besorgnis. «In meiner bisherigen Arbeit habe ich schon etliche Ex-Missen und Models betreut», sagt Isenschmid. «Ich bin zum Teil schockiert, wie jung diese Mädchen ins Modelbusiness eingeschleust werden.»

«Der Druck ist enorm»

Vielfach würden die Mädchen auf vieles verzichten, um den angestrebten Modelkörper zu erreichen. «Der Druck zum Abnehmen ist heute enorm – nicht nur bei den Models.» Aber gerade Model-Contests würden den Mädchen ein falsches Bild vermitteln. «Hier wird der Eindruck erweckt, dass man durch einen möglichst dünnen Körper Anerkennung erhält.»

Dass sich Mädchen beim Essen Verbote wie etwa der Verzicht auf Schokolade oder Glace auferlegen, sei der falsche Weg. «Diese Lebensmittel gehören in unserer Esskultur dazu. Man muss lernen, wie man sie in die Ernährung einbinden kann», sagt Isenschmid. «Verbote sind auf lange Sicht nicht durchzuhalten.» Trotzdem findet sie es gut, dass die 14-Jährige erkannt hat, dass sie mit 75 Kilo übergewichtig war. Und gehandelt hat - auch mit Sport.

Gesellschaft fördert Druck

Auch David Fäh, Ernährungsexperte und Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, stellt fest, dass Mädchen immer früher mit Diäten anfangen. «Das ist gefährlich. Besonders dann, wenn sie sich Nahrungsmittel wie Schoggi komplett verbieten.» Das könnte in einer Essstörung enden. «Unsere Gesellschaft fördert diese Entwicklung durch Idealbilder und Konkurrenzdruck.» Für junge Mädchen sei es meistens nicht so schwierig, ihr Gewicht zu kontrollieren. «Sie sind im Wachstum und haben einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen.»

Problematisch werde es mit 18, wenn das Wachstum abgeschlossen ist. «Dann nehmen sie plötzlich zu und fangen an, strengere Diäten zu machen, damit sie ihr Gewicht halten können - und entwickeln so zum Teil eine Essstörung.» Fäh findet, dass die Kandidatinnen bei Model-Wettbewerben wie Elite einen Mindest-Body-Mass-Index erfüllen sollten. Bei einer 14-Jährigen liegt die Grenze zum Untergewicht bei 16,9; bei einer 18-Jährigen bei 18,5. «Wer diesen BMI unterschreitet, sollte gar nicht erst zum Contest zugelassen werden», so Fäh.

Modelchefin hat keine Bedenken

Trotz der Bedenken der Experten: Dass eine 14-Jährige auf Chips, Schokolade und Glace verzichtet, findet Ursula Knecht, Chefin der Option Model Agency, und Veranstalterin des Elite-Contest, nicht problematisch. Im Gegenteil: «Es ist doch wichtig, dass die Jungen auf Junkfood verzichten und so keine Probleme mit Übergewicht haben.» Zu dünn oder gar magersüchtig seien die Kandidatinnen keinesfalls. «Wenn jemand magersüchtig ist, kann er nicht als Model arbeiten. Der Job ist zu anstrengend.» Trotzdem gebe es keinen BMI, den die Models einhalten müssten. «Ich schaue nicht auf das Gewicht, sondern auf die Masse. Es nützt nichts, wenn jemand 45 Kilo schwer ist und trotzdem eine breite Hüfte hat.» Knecht rede mit ihren jungen Kandidatinnen über das Thema Ernährung. «Sie sollen gesund essen. Viel Gemüse, Vollkornprodukte, aber keinen Junkfood.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Ein Beitrag, der die Stimmen aus den Volk eins zu eins zusammenfasst - soweit so gut! Dennoch, es gibt viele Leute (meistens Frauen), die einem Ideal hinterher eifern, welches teilweise wirklich nicht umsetzbar ist - doch auch diesen Leuten sollte man Rückhalt bieten, denn sie kämpfen teilweise unerbittlich für ihr eigenes Ideal. Natürlich sollte dabei die Gesundheit gewahrt werden! Wer von einem Extrem ins andere wechselt, lebt gefährlich!!! Ist eine fülligere Person im Fitnessstudio, um etwas für sich zu tun, so sollte man dies mit Respekt zollen und ihn/sie nicht mit strafenden Blicken bombardieren - denn so kann das Interesse an der eigenen Gesundheit schnell wieder verschwinden und aus lauter Schahm wird dann wieder gefuttert... ich meine, Respekt und Toleranz machen uns das Leben einfacher und sollten eher gelert werden, als die korrekte Betrachrung des BMI! *DANKE – R&T

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 28.08.2013 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Blablabla

    Ach hört doch auf. Statistiken aus der westlichen Welt: Übergewichtig: 40-60%, je nach Land, Untergewichtig: 1-2%. Wo liegt der Fehler? Und nochmals: "Kurven" sind keine Fettpolster. Fettpolster sind einfach Fettpolster. Und die sind weder schön, noch braucht sie irgendeiner. Das Gegenteil von "zu fett" ist nicht magersüchtig. Magersucht ist eine psychische Krankheit. Und last but not least: untergewichtig ist nicht gleich magersüchtig. Kriegt das mal in eure Köpfe rein.

  • sangallerin am 30.08.2013 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    monroe

    man sollte sich öfters daran erinnern, dass marilyn monroe kleidergrösse 44 und nicht 32 hatte.

    einklappen einklappen
  • Pisces87 am 29.08.2013 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BMI

    bmi von 23 ist normalbereich. hört doch bitte auf mit "ja ist eeher an der oberen grenze." für etwas gibt es diesen normalbereich! von da bis da normal. drüber übergewicht. drunter untergewicht. punkt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • emely müller am 30.08.2013 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist schön?

    Ich finde es sehr schade, dass die Medien das Bild vermitteln, dass man als Frau nur schön ist, wenn man Grösse 34 trägt. Ich bin 18 & hatte selbst schon Mal heftige Probleme mit meiner Figur. Dünn sein - ja, aber wann ist man das? Was ist schön? Man fängt an jede Kalorien zu zählen und hört nicht mehr damit auf. Was ist nicht schön daran, Kurven oder auch etwas Rundungen zu besitzen? & nein, ich persönlich finde, dass es in der Schweiz viel mehr Leute gibt, die eher dazu neigen, zu dünn als zu dick zu sein. An meiner Schule gibt es genau 4 Personen, die wegen Übergewicht auffallen. Der Rest ist schlank & sehr viele mädchen sogar wirklich sehr dünn. Der Druck ist deshalb enorm. Ich sehe am Mittag auch nie viele Mädchen gross etwas essen. Übergewicht ist ein Problem, dass weiss ich. Ist es jedoch nicht genau so schlimm, schlank & trotzdem nicht genug schlank zu sein?

  • Ich am 30.08.2013 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Eindruck

    Ich bin 1.72 gross, 51 Kilo schwer und trage kKleidergrösse 34. ich denke schon, dass ich dünn bin, aber ich treibe viel Sport. Trotzdem habe ich kein Problem damit, viel zu essen. Es ist falsch, jeden, der von Natur aus dünn ist, immer gleich als Magersüchtig zu bezeichnen. Ich versuche ja, ein wenig zuzunehmen, aber wenn es nicht funktioniert - was soll ich da machen?

    • Meerschwein am 30.08.2013 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      Geht mir ähnlich.

      Jeder Arzt hakt nach, und mit dem aktuellen "Kurvenwahn" hör ich mir dauernd an dass Männer nicht mit Knochen spielen würde. Wenn man mit Bürojob und 2500kcal pro Tag nicht zunimmt, dann ist das einfach so. Da bleib ich lieber dünn und bei einer Ernährung bei der mir wohl ist.

    einklappen einklappen
  • M. S. am 30.08.2013 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kümmert euch um euren Körper

    Leute werden kritisiert wenn sie zu dünn oder zu dick in den Augen der Gesellschaft sind. Ich bin keine Befürworterin des Magerwahns in der Modebranche. Aber ich finde auch das Übergewicht -was auch zu einem grossen Problem wurde - tragisch. Jeder sollte sich doch einfach um seinen eigenen Körper kümmern. Sprich gesund, ausgewogen essen und Sport treiben. Das Problem ist aber, dass ein mehr oder weniger grosser Teil der Bevölkerung das gesunde Körpergefühl verloren hat. Ist ja logisch bei all den Fast Food-Ketten und den dünnen Models auf den Laufstegen. Schade.

  • sangallerin am 30.08.2013 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    monroe

    man sollte sich öfters daran erinnern, dass marilyn monroe kleidergrösse 44 und nicht 32 hatte.

    • Ich am 30.08.2013 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Damals und heute 

      Die Kleidergrössen von damals entsprechen nicht denen von heute. Heute hätte sie 38 oder 40.

    einklappen einklappen
  • Sophie am 29.08.2013 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist so schade...

    ...dass die schönheitsideale alle so dünn sind. Man kann auch schön sein und schöne fotos machen wenn man halt nicht so ein hungerhacken ist. Mädels, hört auf, auf alles zu verzichten, kalorien zu zählen und sport zu machen, bis ihr umkippt. Ihr seid wunderschön, so wie ihr seid!!!