Beschimpfungs-ABC

13. April 2019 20:53; Akt: 13.04.2019 20:53 Print

Ist «Geh dich vergraben» in deinem Wortschatz?

«Idiot», «Trottel», «Schleimer»: Mit diesen Beleidigungen sollen Schüler eine Szene improvisieren. Doch welche Begriffe werden wirklich verwendet?

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Der «Spielefundus» der Pädagogischen Hochschule Zürich bietet Lehrern Inspiration für Spiele im Unterricht. Heraus sticht das Spiel «Beleidigung»: In einem fiktiven Verkaufsgespräch spielen zwei Schüler eine Szene, in der sie an jeden Satz eine Beleidigung anhängen. Vorgeschlagen sind: «Idiot, Trottel, Irrer, Narr, Schwachkopf, Miststück, Schleimer, Ekel, blöde Kuh, Kotzbrocken» (siehe Box).

Bei der Übung handelt es sich um ein Improvisationstheater – mit Wörtern, die Schüler kaum je verwenden würden. Doch wie necken sie sich wirklich? Und welche Wörter sind gebräuchlich, wenn man wirklich über eine Person schimpfen will? Wir haben die besten Ausdrücke gesammelt.

«Lappe» oder «Pflaume»

Die 17-jährige Selina beispielsweise bezeichnet Mitschüler, die etwas Tollpatschiges gemacht haben, als «Lappe». Schülerin Laura sagt, man passe die Beleidigung an den Empfänger an: «Wenn jemand einen schlimmen Oberlippenbart hat, sagen wir: ‹Hat dir deine Nase auf die Oberlippe geschissen?›»

Wenn er hässig sei, dass ein Kollege ein Treffen absage, drücke er seine Enttäuschung mit «Du Penis» aus, ergänzt ein 18-jähriger Gymi-Schüler. In seinem Freundeskreis sei es zudem üblich, sich mit Früchtenamen zu beleidigen: «Zu meiner Kollegin sage ich ‹Du Pflaume›. So verwende ich kein Fluchwort, zeige ihr aber, dass sie mich verletzt hat.»

Zu den härteren Fluchwörtern unter Schülern gehören «Hurensohn», «Wichser» oder Ausrufe gegen die «Mutter», sagt ein 13-jähriger Oberstufenschüler. Gerade Beleidigungen gegen die Familie gingen zu weit, findet er. «Dann muss ich zurückgeben.» «Richtig schlimm finde er auch die Bezeichnung ‹Geh dich vergraben›», so der Schüler. Das bedeute so viel wie: Du bist nicht lebenswert. 

«Du Michi» hält sich hartnäckig

Daneben scheint sich auch ein Klassiker zu halten: «Du Michi». Der Ausspruch stammt aus einer Pingu-Parodie aus dem Jahr 2006. Der entsprechende Youtube-Clip hat mittlerweile fast eine Million Klicks.

Ein Zürcher Gymilehrer stellt denn auch fest: «Die Beleidigungen unter den Schülern sind weder klüger noch dümmer oder gar krasser geworden, es ist einfach immer dasselbe Spiel mit und zwischen den Menschen.» Der Schweizer Fluchforscher Roland Ris sieht darin auch positive Seiten: Durchs Schimpfen könne aufgestauter Ärger abgelassen werden.

(pam)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Yousay am 13.04.2019 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh wow

    Fluchforscher, ich denke das wäre ein perfekter Beruf für mich.

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  • Schweizer am 13.04.2019 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2019

    Nicht nur am Gymi sinkt das Niveau der Geschaft 2019 in der Schweiz. Die Überbevölkerung nimmt zu, das geistige Niveau fällt.

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  • E. Vater am 13.04.2019 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klar doch...

    ...Gymi ohne Sinn und Zweck!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • der seher am 15.04.2019 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprichwort

    Was du nicht willst, Das man dir tu, Das füg auch keinem Andern zu. Erziehung. So einfach ist das.

  • Angry Joe am 15.04.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    wenigstens ehrlich

    viel schlimmer sind doch Leute die immer nett zu einem sind, aber hinter dem Rücken die übelsten Gerüchte verbreiten und Intrigen spinnen. Wenn mich offen jemand beschimpft, kann ich dann wenigstens das Gespräch suchen oder weiss zumindest wer mich nicht mag. Manchmal sind schön gesagte Halbwahrheiten viel gefährlicher.

  • Vierziger am 15.04.2019 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja, klar!

    Wenn ich die heute 12+jährige stockbeinige Jael mit ihrem sich immer und überall in den Mittelpunkt drängen, ihrem unschönen Überbiss und den langen, strähnigen Haaren sehe, die ihr unbeteiligtes Umfeld (Melkkühe wie «Göttis/Gotten»oder Grosseltern) 3x pro Jahr mit unverschämten Geschenk- und «Erlebnis»wunschlisten (!) behelligt, danb möchte ich ihr das ganz klar sagen.

    • Am Thema vorbei am 15.04.2019 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vierziger

      Dann sag ihr das privat und stell sie nicht hier mit Namen öffentlich an den Pranger. Und wenn du dich zu Feiertagen "melken lässt" bist du selbst schuld. Ich habe für meinen Göttibueb immer ein (kleines!) Budget gehabt.

    • Grosi61 am 15.04.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vierziger

      Ach, sie gibt es auch noch und immer noch gleich verbittert über die heutigen Kinder, Enkel.., wie seit Jahren! Ich geniesse meine Enkel und verwöhne sie sehr gerne. Bereits unsere Kinder wuchsen grosszügig in der oberen Mittelschicht auf und sind sehr gut geraten. Jetzt leben mein Mann und ich ein Neu-Rentner Leben in gut abgesichertem finanziellen Verhältnis. Und SIE???

    • Vierziger am 15.04.2019 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Am Thema vorbei: Ach ja?

      Dann finden Sie es allen Ernstes normal, dass sie fordert und man für sie «ein Budget» haben muss? Das finde ich überhaupt nicht, und ich bin auch nicht verbittert, nur, weil ich das ehrlich sage, was so viele im Stillen denken.

    • mama40+ am 15.04.2019 10:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Vierziger

      Mir scheint, als hätte ich schon mal einen ähnlichen Kommentar über Jael gelesen. Ziemlich fies. Also meine Kids freuen sich mehr darüber, wenn Götti oder Gotte Zeit mit ihnen verbringen als wenn es teure Geschenke gibt. Haben sie das auch schon versucht? Mit Jael am See baden oder auf die Schlöf im Winter oder ein Mensch ärgere Dich nicht spielen? Ist nicht so teuer. Man muss halt die Kinder von klein an lernen, wenn sie Geschenkwünsche haben, dass gewisse Sachen einfach zu teuer sind. Wie sollen sie es sonst lernen? Kritik bitte an die Eltern und nicht an die Kids. Ist reine Erziehungssache.

    • Grosi61 am 15.04.2019 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vierziger

      Sorry, die Erwachsenen, ob Götti oder Grosi, ob Onkel oder Ätti.., die sind doch Manns/Frau genug einen ungefähren Rahmen zu setzen und trotzdem eine herzliche Beziehung zu pflegen OHNE jahrelange Verbitterung!

    • am Thema vorbei am 15.04.2019 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vierziger

      Was ich "normal" finde tut hier wirklich nichts zur Sache sowenig wie das, "was alle im Stillen denken." (Als ob Sie wüssten was wir alle denken.) Ich habe Ihnen auch nicht unterstellt, dass Sie verbittert sind das müssen Sie mit sich ausmachen. Bringen Sie Ihre Beziehung zu dem Kind und dessen Eltern in Ordnung. Und als kleiner Geschenktipp: ein Coiffeurbesuch. Das Thema hier ist fluchen.

    • Vierziger am 15.04.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @am Thema vorbei: Interessant

      Wenn man ehrlich seine Meinung sagt, tut das sehr wohl etwas zur Sache, und eine Beziehung zu dem Gof habe und will ich gar nicht. Interessant, was man sich alles anhören muss, wenn man statt zu heucheln ehrlich die Wahrheit sagt.

    • Kopfschüttler am 16.04.2019 09:16 Report Diesen Beitrag melden

      @am Thema und mama

      Jael ist ein Pseudonym der heutigen Jugend und nicht eine explizite Person!! Man man, informiert euch!!!

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  • Konsequent gegen Fluchen am 15.04.2019 00:04 Report Diesen Beitrag melden

    Früher war alles anders

    Christoph Mörgeli brüskiert Homosexuelle: Der Zürcher Nationalrat stellt sie auf Twitter auf eine Stufe mit Haustieren. Die Reaktionen waren heftig.

  • F.M. am 14.04.2019 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht eigentlich Sinn...

    Die Kinder heutzutage fluchen ja auch vermehrt. Da kann der Pädagoge ruhig mal entsprechend kontern. Wer austeilt muss auch einstecken können. Die Helikopteretern dürfen gerne Disliken :P

    • Anno Tubak am 14.04.2019 23:56 Report Diesen Beitrag melden

      Heile Welt

      Wie kommen sie denn darauf, dass Kinder heutzutage mehr fluchen? Wann fand Ihr vergangnes, besseres Jahrhundert denn konkret statt?

    • Grosi am 15.04.2019 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anno Tubak

      Glauben Sie wirklich wir hätten uns getraut in der Familie oder in der Öffentlichkeit so zu fluchen und einander solche Worte auszuteilen? Zudem sind wohl viele Kommentarschreiber etwas älter als 19, also vom letzten Jahrhundert.

    • F.M. am 15.04.2019 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anno Tubak

      Mein "vergangenes, besseres Jahrhundert" fand 4 Jahre nach 1996 statt. Und ich sehe das "vermeintlich vermehrte" fluchen bei einem Grossteil der Kinder welche ich jeweils sieben Wochen im Sommer betreue. Und nun frage ich Sie; welche Referenzen können Sie vorweisen? Oder wollen Sie nur nicht wahrhaben, dass solch ein Benehmen wohmöglich auch ihr Kind betrifft?

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