Klimastreik

18. Januar 2019 13:26; Akt: 18.01.2019 15:54 Print

«Ihr klaut uns die Zukunft»

Zum dritten Mal streiken Schüler in der Schweiz heute für eine bessere Klimapolitik. Vielen droht dafür eine unentschuldigte Absenz.

Luzerner Schüler sagen, warum sie streiken. (Video: 20 Minuten)
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Am Freitag waren in mehreren Schweizer Städten Streiks angesagt, so etwa in Luzern, Zürich und St. Gallen. Ein Video zeigt Demonstranten in Zürich. Auch in In Luzern versammelten sich geschätzte 350 Schülerinnen und und Schüler aus dem Kanton um 10 Uhr in Luzern beim Schwanenplatz. Dann zogen die Klimastreikenden in einem bewilligten Demonstrationszug via Jesuitenkirche zum Mühleplatz.

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Finden Sie es in Ordnung, dass Schülern teilweise unentschuldigte Absenzen drohen, wenn diese für den Klimaschutz demonstrieren?

Die Schüler forderten mit ihrer Kundgebung die Politik auf, den Klimanotstand auszurufen und damit die Erderwärmung als Krise anzuerkennen und entsprechend zu handeln. «System Change not Climate Change», hiess es auf einem Transparent.

Zürcher Schüler ziehen durch die Strassen:

Die Jugendlichen zeigten sich angesichts des Klimawandels besorgt um ihre Zukunft. «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!», skandierten sie auf ihrem Marsch. Die gleichen Parolen waren auch in Basel zu hören.

Basler Schülern liegt das Klima am Herzen:

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft raubt», skandieren Basler Schüler:


Sanktionen drohen

Nicht überall werden die Streiks goutiert. Nach zwei Klimastreiks von St. Galler Kantonsschülerinnen und -schülern am 21. Dezember und 11. Januar zog das dortige Bildungsdepartement die Schraube an: Eine Teilnahme am Streik vom Freitag werde nicht mehr toleriert und gelte als unentschuldigte Absenz, hiess es. Das teilte das kantonale Bildungsdepartement diese Woche mit.


Laut Miriam Rizvi, Sprecherin des Kollektivs Klimastreik Ostschweiz, lassen sich die Schüler vom Verdikt des Bildungsdepartements nicht beeindrucken. Video: jeb

Mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler der Kanti am Burggraben St. Gallen und zuletzt auch der Kantonsschulen Wil und Wattwil hatten an den beiden Klimastreiks teilgenommen, um gegen die Untätigkeit der Politik angesichts er Klimaerwärmung zu demonstrieren.


Die St. Galler Schüler gingen trotz drohender Absenz auf die Strasse. Video: jeb

Das Bildungsdepartement und die Rektorenkonferenz der Mittelschulen hätten Verständnis für die Sorge junger Menschen um ihre Zukunft, heisst es. Das politische und gesellschaftliche Engagement von Schülerinnen und Schülern sei «richtig und wichtig».

«Jugend fordert Klimaschutz!»

Auch die Kantonsschulen anderer Kantone, etwa Basel-Stadt oder Zürich, würden dies so handhaben, schreibt das St. Galler Bildungsdepartement. Beim ersten Klimastreik hatten die Schulen eine Absenz ihrer Schülerinnen und Schüler noch geduldet. Beim zweiten Streik verlangten die Kantonsschulen von den Schülern ein Gesuch mit Unterschrift der Eltern sowie eine persönliche schriftliche Stellungnahme.

(gwa/jeb/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vmc am 18.01.2019 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchler

    Aber dann bitte bei den nächsten Openairs eure Zelte und alles andere schön wieder nach Hause nehmen liebe Jugend!Umweltschutz fängt schon vor der eigenen Türe an.

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  • Fabian am 18.01.2019 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    Aber alle haben ein neues Handy, eine Jacke aus Amerika, Nike Schuhe usw..

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  • Peter Meier am 18.01.2019 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann fangt endlich an

    Dann fangt bei Euch an. Nicht jedes Jahr ein neues Handy, stundenlang belangloses plaudern im Tram mit der Freisprecheinrichtung, die neusten Klamottentrends, makeup, kein Weekend in Barcelona mit Easyjet etc. Auch wenn die Schweiz ab morgen null Emissionen hat kann Sie die Welt nicht retten! Die Menschheit überschätzt sich gnadenlos.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marc am 19.01.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    seid euch was wert!

    den kommentaren zufolge haben die eltern der schüler ca. 5 suvs, die kinder ca. 10 händys,tragen ausnahmslos alle pelzmantäntel, fliegen jede ferien in die ferien, fahren 100m mit dem suv in die schule, haben sowieso keine ahnung und sind an allem selber schuld. dass sie sich für ihre zukunft einsetzen, lässt dann die kragen der wutbürger erst recht platzen. wie sehr muss man sich selbst verachten, dass man es für nötig befindet 14jährige so zu verspotten, die für unsere zukunft kämpfen?

  • Peter Zyler am 19.01.2019 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ganze ist ein Happening, oder?

    Wenn ich diese Bilder so anschaue, dann identifiziere ich Trend-Modelabels, Smart-Phones usw. Wie reagiert denn diese Jugend, wenn die Dinge, die man heute einfach so hat, plötzlich nicht mehr da sind, oder man sich diese nicht mehr leisten kann, weil jetzt beispielsweise auch die Chinesen auf Flugreisen verzichten und den Wirtschaftsfaktor Tourismus in die Knie zwingen. Hat diese Jugend wirklich Skin-in-the-Game oder betrachtet das Ganze nur als ein Happening? Nur schon um diesen Sachverhalt zu testen, würde ich jedem streikenden Schüler konsequent eine unentschuldigte Absenz geben.

  • Moya Agata am 19.01.2019 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Stolz auf euch

    Es ist tatsächlich die Zukunft unserer Kinder und in meinem Fall Enkel, um die es geht. Ich bin stolz auf jeden und jede einzelne von euch, dass ihr auf die Strasse geht. Lasst euch nicht unterkriegen durch den Druck der feigen Erwachsenen!

  • Laura am 19.01.2019 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Ich bin 17 Jahre alt und habe gerade meine Maturaarbeit zu diesem Thema geschrieben. ich bin natürlich total dafür etwas gegen das Klima zu unternehmen. Das Problem dabei ist, dass die Menschen einfach aufgeklärt werden müssen. Es bringt nichts wenn man jeden Freitag an Demos mitmacht, dann aber nach Mallorca in die Ferien fliegt für 2 Tage. Ich finde man soll die Menschen besser darüber aufklären. Im Ausgang zb. liegen auch Tonnenweise Bierflaschen am Boden und ich finde man soll sich auch selbst Gedanken darüber machen.

  • Brigitte Wüthrich am 19.01.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimawandel,Abfallentsorgung

    Hier gehen Schüler auf die Strasse und Demonstrieren wegen dem Klimawandel,aber genau diese jungen Leute werfen achtlos ihren Müll,sei es Becher oder Abfall vom Mc Donald einfach in die Felder. Dort fängt der Kiimawandel auch schon an, dass man den eigenen Müll in die Abfalltonne wirft und nicht auf Felder,Strassenbord oder sonst wohin!!!!!