Cinémathèque Suisse

04. Dezember 2011 19:11; Akt: 04.12.2011 21:04 Print

Schwarzarbeit auf Baustelle des Bundes

Auf einer Baustelle des Bundes hat mindestens ein Arbeiter ohne die nötigen Papiere gearbeitet. Auch Verstösse gegen Gesamtarbeitsverträge wurden festgestellt.

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Die Baustelle im waadtländischen Penthaz, wo für die Cinémathèque Suisse ein neues Archiv gebaut wird, gerät in die Kritik. Mindestens ein Bauarbeiter soll ohne nötige Papiere gearbeitet haben, zudem wurde gegen Gesamtarbeitsverträge verstossen. Aufgedeckt wurden die Verstösse von Inspektoren des Kantons Waadt, wie das Westschweizer Fernsehen (TSR) am Sonntagabend auf seiner Internetseite vermeldete. Isabelle von Erlach, Sprecherin des Bundesamtes für Logistik (BBL), bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA den Vorfall.

«Wir sind empört, dass es trotz unseren Anstrengungen zu solchen Verstössen gekommen ist», sagte die BBL-Sprecherin. Es sei das erste Mal, dass der Bund mit Schwarzarbeit auf einer seiner Baustellen konfrontiert werde. Die juristische Abteilung werde nun beauftragt, Schritte gegen die fehlbaren Firmen zu unternehmen.

Unter-Verträge

Nach Angaben des Westschweizer Fernsehens stellten die kantonalen Inspektoren die Rechtsverstösse bereits im vergangenen Mai fest. Ein entsprechender Rapport wurde dem Bund zugestellt.

Fest steht, dass mindestens ein Arbeiter einer kleinen Armierungsfirma ohne die nötigen Papiere auf der Baustelle gearbeitet hat. Die Armierungsfirma führte die Arbeit im Auftrag eines Unternehmens aus, das seinerseits im Auftrag des Generalunternehmens arbeitete.

Die Eidgenossenschaft zahlt für den Bau des neuen Forschungs- und Archivzentrums der Cinémathèque Suisse über sechzig Millionen Franken. Grundsteinlegung war im März 2011.

Auf der Homepage der Cinémathèque Suisse kann man in einem Zeitraffer-Video die Entwicklung der Baustelle ansehen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex F. am 04.12.2011 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzarbeit illegal? (L)Egal

    Der Bund will Schwarzarbeit "bekämpfen" und fördert sie gleichzeitig. Sogar wenn's ein Witz wäre, könnte man schlecht darüber lachen. Konnte man dem Bund schon je Vertrauen schenken?

    einklappen einklappen
  • Peter Spörri am 04.12.2011 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergabe von Bundesaufträge

    Warum kontroliert der Erstauftragnehmer seine Unterakordanten nicht. Warum sperrt der Auftraggeber solche Firmen nicht für weiter Bundesaufträge?

  • Reto am 05.12.2011 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerliche Strafe.

    Wer Schwarzarbeiter beschäftigt bezahlt keine Sozialleistungen und unterdurchschnittliche Löhne. So kommt es, dass der Lohndruck auf faire Bauunternehmer zu gross wir und sie pleitegehen. Das wiederum gibt Arbeitslose, die wir dann finanzieren müssen. Und wenn ein Schwarzarbeiter erwischt wird gibt es so lächerliche Busgelder für den Arbeitgeber, dass der Verlust in 2 Tagen wieder drin ist. Erhört die Busgelder um Faktor 10 und schon bald ist das Problem behoben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 05.12.2011 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerliche Strafe.

    Wer Schwarzarbeiter beschäftigt bezahlt keine Sozialleistungen und unterdurchschnittliche Löhne. So kommt es, dass der Lohndruck auf faire Bauunternehmer zu gross wir und sie pleitegehen. Das wiederum gibt Arbeitslose, die wir dann finanzieren müssen. Und wenn ein Schwarzarbeiter erwischt wird gibt es so lächerliche Busgelder für den Arbeitgeber, dass der Verlust in 2 Tagen wieder drin ist. Erhört die Busgelder um Faktor 10 und schon bald ist das Problem behoben.

  • B. Habegger am 05.12.2011 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Vorbild

    Gutes Vorbild. Der Staat schreibt vor was nicht erlaubt ist und macht es selber! Schuld wird mal wieder keiner sein.

  • lüthi am 05.12.2011 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    wer hat schuld?

    vom bund wird termingerechte fertigstellung unter androhung von konventionalstrafen erwartet. der unternehmer sucht leute und findet keine. kleine firmen kommen so in unlösbare konflikte da sie nicht über die nötige kapazität verfügen. die aufträge benötigen sie dennoch.

  • Gaby am 05.12.2011 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Bund machts vor

    Andere machen es nach !!! Ich würde auch schwarzarbeiten wenn ich das könnte aber als schweizer ist das schwer. Ich müsste dann keine steuern mehr bezahlen und der Bund könnte mein Geld nicht mehr sinnlos zum fenster rauswerfen also macht der Bund doch alles richtig oder ?

  • C.k am 04.12.2011 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Goliat gegen wen?

    kontrolliert lieber mal die "kartell-absprachen" unter den baufirmen. da gehen tausende von franken unter dem tisch! darüber spricht aber wider mal niemand...