Sexueller Missbrauch

22. Februar 2011 11:32; Akt: 22.02.2011 11:33 Print

Schwarze Liste für Heimbetreuer

Nach dem schweren Missbrauchsfall mit Behinderten im Kanton Bern erarbeitet der Branchenverband jetzt Massnahmen, um sexuelle Übergriffe in Heimen zu verhindern.

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Nach Bekanntwerden eines Missbrauchsfalls mit über 120 Opfern hat der Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung (INSOS) Vorschläge gegen sexuelle Übergriffe in Heimen erarbeitet.

Im Rahmen einer Arbeitsgruppe sollen die bestehenden Präventionsmassnahmen überprüfen und allfällige Lücken gefunden werden. Dies ist laut INSOS eine Reaktion auf den Missbrauchsfall, der anfangs Februar im Kanton Bern publik geworden war. Während Jahren hatte ein Sozialtherapeut in mehreren Institutionen mehrheitlich wehrlose Behinderte sexuell missbraucht.

Behinderte aufklären

Geprüft werden soll, ob eine schwarze Liste von Betreuungspersonen die Heime vor möglichen Tätern schützen könne, teilte der nationale Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung (INSOS) am Dienstag mit. Oft würden sexuelle Übergriffe von Wiederholungstätern begangen. Auch das obligatorische Einholen eines Strafregisterauszugs soll diskutiert werden.

Verbesserungen sind aus Sicht von INSOS auch bei der Sensibilisierung von Behinderten möglich. Ihnen müsse besser gelernt werden, Nein zu sagen. Schliesslich bringt der Verband auch eine unabhängige Meldestelle ins Spiel. Dort könnten vermutete Missbräuche gemeldet werden.

Heime sind zuständig

Konkrete Massnahmen hat die Organisation noch keine getroffen. Für die Umsetzung der Vorschläge seien vor allem die Heime zuständig, teilweise sei auch die Politik gefordert, schreibt INSOS weiter. Verschiedene Heime, die vom Missbrauchsfall betrofen waren, haben bereits begonnen, ihre Präventionskonzepte zu überprüfen.

Zudem will INSOS weiter diskutieren, wie sich sexuelle Übergriffe an Behinderten in allen Lebenssituationen vermeiden lassen: INSOS und weitere Behindertenverbände haben dazu eine weitere Arbeitsgruppe gegründet. Sie trifft sich am 16. März zu einer ersten Sitzung.

(sda)