Vier Jahre danach

23. Dezember 2008 20:26; Akt: 23.12.2008 23:03 Print

Schweiz beendet Tsunami-Hilfe

Vier Jahre nach dem verheerenden Tsunami, bei dem in Südostasien fast eine Viertelmillion Menschen ihr Leben verloren, sind die internationalen Hilfsarbeiten praktisch abgeschlossen. Die von der Schweiz finanzierten Projekte sind beendet.

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Die durch ein Erdbeben verursachte Flutwelle überrollte am 26. Dezember 2004 die Küstengebiete mehrerer Anranierstaaten des Indischen Ozeans. Am schlimmsten traf es dabei die indonesische Provinz Aceh an der Nordwestspitze der Insel Sumatra.

Die Statistik der Wiederaufbaubehörde hat das Unfassbare in nüchterne Zahlen erfasst: In der Provinz gab es rund 170 000 Tote und 550 000 Obdachlose. 116 000 Häuser, mehr als 3000 Kilometer Strasse, 2000 Schulen, 2000 Brücken, 1000 Boote und 700 Kliniken wurden zerstört.

Der Tsunami traf eine vom Bürgerkrieg zerrissene Provinz. Nach der Katastrophe schlossen die Unabhängigkeitskämpfer Frieden mit Indonesien, um den Wiederaufbau gemeinsam anzupacken. In den ersten Jahren haben zehntausende Helfer, die dort stationiert waren, für eine bessere Wirtschaft gesorgt. Jetzt ziehen viele ab.

Stumme Zeugen bleiben

Die Tsunamiwelle verwüstete damals einen hunderte Kilometer langen Küstenstreifen von Sumatra. Das Salzwasser drang teils mehrere Kilometer ins Land ein. Einige Flächen sind heute noch vom Salz verseucht. Dort ragen tote Baumstämme als stumme Zeugen in den Himmel.

Die Bilder der Katastrophe lösten vor vier Jahren weltweit eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Allein die Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften erhielten eine Milliarde Dollar an Spenden.

Hilfe bald abgeschlossen

Sie teilten vor einer Woche in Genf mit, dass der Wiederaufbau der betroffenen Regionen fast abgeschlossen sei. Alle Opfer würden bis Ende 2009 ein neues Dach über dem Kopf haben.

Die von der Schweiz finanzierten und von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) umgesetzten Wiederaufbauprogramme sind abgeschlossen.

Die Humanitäre Hilfe des Bundes, die insgesamt 35 Millionen Franken für dieses Programm zur Verfügung stellte, konzentrierte sich vorwiegend auf Thailand, Indonesien und Sri Lanka.

Fokus Sri Lanka

Am meisten Geld wendete die DEZA für Hilfe in Sri Lanka auf. Rund 10 000 zerstörte Wohnhäuser konnten so im Rahmen des Programms «Cash for Repair and Reconstruction» repariert oder neu gebaut werden.

In einem bilateralen DEZA-Programm wurden zudem fünf Schulen wieder aufgebaut. Zwei Experten im Bereich Bildung und Gesundheit bleiben noch bis Ende 2009 vor Ort. Sie werden die Tätigkeiten des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF unterstützen.

(sda)